Abgelegt unter: Tagebuch
Um unsere neue Tradition nicht direkt wieder einschlafen zu lassen, folgt hier wieder ein Artikel unseres Besuchs. Die lieben Schwiegereltern kündigten sich für eine Woche an und hatten - denke ich - eine gute Zeit. Aber was erzähle ich da, lest einfach selbst, was sie euch zu schreiben haben. Und bitteschön…
Hei Norge oder hoppla, jetzt kommen wir.
lange hatten wir uns auf diesen Tag gefreut und wurden belohnt. Zum Einen sahen wir Judith, Karsten und Henry wieder, zum Anderen begrüßte uns das kalte Norwegen mit einem traumhaft warmen Wetter.
Norwegen ist ein überwältigend schönes Land, leider laufen hier viele Leute herum, die wir nicht verstehen (ähnlich wie in Herne oder Gelsenkirchen). Das liegt wohl am Halterner Dialekt. Wir kamen zu dem Entschluss, wir müssen das ändern. Entweder lernen die Norweger deutsch, oder wir norsk. Ich glaube, das Zweite ist besser zu realisieren. Achtung Svenja: da kommt Arbeit!
Schon am zweiten Abend wurden wir von der norwegischen Gastfreundschaft überrollt. Der Vermieter von Judith und Karsten lud uns zu einem tollen Abendessen ein. Er hatte auch einen Spezialgast (siehe Bild) mit vielen seiner Artgenossen eingeladen, die noch an diesem Abend in unseren Bäuchen verschwanden. Es war schon erstaunlich, wie locker die ” Kühlen aus dem Norden” sind. Uns war es eine schöne Erfahrung.
Am Samstag war Angelausflug auf dem Bötchen angesagt, doch am Abend zuvor bekam ich eine Einweisung in Sachen Angel. Ich lernte z.B., dass man eine Wurfangel nicht komplett ins Wasser wirft, sondern die Rute in der Hand behält. Macht nach längerem Überlegen auch mehr Sinn. Ich habe an diesem Abend sogar einen Köhler (Seelachs) gefangen! Ich war sooo stolz, bis ich erfuhr, dass es ein sehr mickeriges Exemplar war. Na ja, jeder fängt klein an, oder?
Der Fjord, in dem das Boot liegt ist super schön. Muss man gesehen haben, ich kann die Eindrücke nicht in Worte fassen. Die Fahrt mit dem Boot war toll, wir haben auch einiges gefischt. Karsten hat ein Prachtexemplar von ca. 5 Kilo gefangen, ein Mordsteil. Nach dem Anlegen musste Schwiegavatta ran und das Boot an die Boje ziehen. Das lief dann so ab: Leichtmatrose zieht am Tau, das Tau klemmte im Schäkel, Leichtmatrose zieht stärker, der Klügere (das Seil) gibt nach, der Leichtmatrose macht 5 schwungvolle Ausfallschritte nach hinten, der Steg ist aber nur 4 Schritte lang, 2 facher Auerbachsalto mit 3facher Sprungschraube rückwärts und das gehockt, und Platsch voll im Dreck gelandet. Nachdem sich das Gelächter der Umstehenden gelegt hatte, wurden mir gute Haltungsnoten zugestanden. Ich habe festgestellt, norwegischer Beton ist ebenso hart wie deutscher. Auch eine Erkenntniss.
Hier nun die Erkenntnisse aus fraulicher Sicht: Heisst: ab jetzt Schwiegermutter Das Abendessen war schon ein Erlebnis! An Meeresfrüchten gab es so viel, dass wir nachher selbst aussahen wie Schalentiere. Außerdem gab es auch alkoholische Getränke. Etwas später am Abend konnten wir uns mit unserem Gastgeber dann schon fast auf norwegisch unterhalten. Für nicht-alkoholisierte Menschen eine fragwürdige Konversation.
Nun zum Bötchen: Wir hatten wunderbar ruhiges Wasser, was mir sehr entgegen kam. Später kam doch einiger Wind auf, was meinem Magen dann doch so zu schaffen machte, dass wir die Tour abbrechen mussten. Bin eben ein Landei und keine Wasserratte!
In Haugesund gibt es einige sehr schöne Geschäftchen mit sehr schicken und ungewöhnlichen Klamotten. Nur leider nicht für unseren Geldbeutel. Das Schöne an dem Städtchen ist, dass es viele kleine Läden gibt und keine größeren Kaufhäuser. Es gibt aber außerhalb der Innenstadt 4 oder 5 Einkaufszentren im Stil vom Centro.
Zum Abschluss: Es war eine supertolle Zeit und wir haben es genossen, Judith und Karsten ganz für uns zu haben.
An alle, die es lesen: Norwegen ist wunderschön!
Grüße von Mechthild und Klaus