Winterzeit
Sonntag, 31. Oktober 2010, 11:03
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Wie alle Länder in der MEZ stellten auch wir letzte Nacht die Uhren um. Eine Stunde mehr. Aber was mach ich nur damit. Die Frage beantwortete sich schnell, als ich bemerkte, dass schon wieder Sonntag ist und ich Freitag nichts geschrieben habe.

Hallo erstmal! Ja, es ist zudem Besuchszeit. Nachdem die Oma von Louis meinerseits (Farmor) am Samstag wieder in Richtung Heimat abgehoben ist, kam mit dem gleichen Flieger die Mutter von Judith. Somit also die Mormor. Diese bleibt jetzt noch bis Mittwoch. Danach müssen wir wieder zusehen, wie wir unsere Zeit alleine rumkriegen. Und bis die Uhren das nächste Mal umgestellt werden, dauert es bekanntlich noch etwas. 

Eigentlich hätten wir den Besuch meiner Mutter auf Video aufnehmen sollen. Alle  Geschichten und Anekdötchen hätten dann ein Kapitel bekommen. Da wir aber nicht so flink waren, müssen wir jetzt alles nochmal erzählen. Und täglich grüßt das Murmeltier.

Denk ich mir übrigens auch jede Nacht. Der kleine schafft es ganz gut uns um den Schlaf zu bringen. Wir sind mittlerweile so weit, dass wir uns seinem Schlaf anpassen. Also ist auch mal am Nachmittag heiamachen angesagt. Natürlich nur auf der Couch, aber dafür nicht weniger erholsam. 3 Monatskoliken sind eine doofe Erfindung und wenn jemand noch mehr Tips als Zuckerwasser, Fencheltee oder Bohrmaschinengeräusche zur Linderung hat, ihr wisst ja wo meine Emailadresse steht.

Wie es Judith geht? Moment ich frag mal.  Ein nicht sonderlich wacher und etwas gestreßter Gesichtsausdruck beantwortet die Frage, die zudem noch von einem mmmhhh untermauert wird, während sie den kleinen auf dem Schoß hin und her schüttelt. Ich soll nicht so dumm fragen, ich wüßte doch wohl, wie es ihr geht. Ende des Gespräches.

Es gab immer noch keinen Hummer. Ich habe die Reuse jetzt wieder reingeholt. Da hier im Moment die Herbststürme übers Land und vor allem auch übers Wasser ziehen, ist es immer eine Glückssache die Reuse zum geplanten Zeitpunkt kontrollieren zu können. Zu kurz im Wasser bedeutet geringere Chancen auf Fang, zu lang hingegen setzt den Fang auf Diät. Beides nicht sonderlich gute Voraussetzungen. Freitag war Krabbetag. In der Reuse befanden sich ungefähr 50 dieser Biester. Gut die Hälfte ging allerdings auf Grund von mangelnder Größe oder Scheren (oder beidem) wieder Schwimmen. Einfach mal bei Googel Taschenkrebs eingeben. Hab kein Foto gemacht. Der Rest fand den Weg in den Kochtopf und bereitete uns ein herrliches Abendmahl. Im Kühlschrank wartet jetzt noch eine ausgewählte Truppe (natürlich schon gekocht), der Vermieter hat welche bekommen und auch nach Deutschland haben manche ihren Weg gefunden.

Auf der Arbeit ist alles beim Alten. Keine großen Neuigkeiten. Wir hatten Mitarbeiterversammlung. Ich nenne es mal wertschätzend in den Arsch treten während die Pläne für die neue Halle vorgelegt wurden. Diese ist doppelt so groß wie die Jetzige und soll nächstes Jahr um Midtsommer ähm St. Hans fertig sein. Kostet ungefähr 22 Millionen Kronen. Aber wir müssen ja an unserer Produktivität arbeiten. Ja nee, is klar!  Wie ihr seht ist hier auch nicht alles Gold was glänzt.

Ob sich doch was finden läßt was glänzt und zudem noch Gold ist, werden wir hoffendlich im November herausfinden. Sofern das Wetter mitspielt. Ich halt Euch auf dem Laufenden.

Machts hübsch und bis zum nächsten Mal.

Gruß

Karsten



Weiss
Freitag, 22. Oktober 2010, 19:15
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Im Halbschlaf, es war kurz nach 5 Uhr morgens, erfuhr ich zum ersten Mal davon. “Alles weiss draußen”, so die Worte meiner Frau , die Sie dann unkommentiert im Raum stehen ließ. Einzig an der Art wie Sie es sagte war zu hören das Sie es auch nicht ganz zu mögen scheint.

Hallo zusammen!

Ja, das war ein Start in den Tag! Mit Schlafen war übrigens auch vorbei, da der Kleine meinte es sei eine gute Idee, ein wenig die Stimme zu kräftigen. Gut das ich kurz zuvor noch die Reifen gewechselt habe. Also des Schnees wegen. Der zwar angesagt aber eher belächelt wurde. Natürlich fand sich das Radkreuz nicht. Nachdem ich die halbe Wohnung auseinander genommen und mit unzähligen Flüchen belegt hatte, fiel Judith ein, das sich besagtes bestimmt im Polo befunden hat, als wir ihn verkauften. Gesenkten Hauptes räumte ich also wieder alles auf seinen Platz, fuhr ins nächstegelegene Einkaufszentrum und kaufte ein Neues. Da ich den Nachmittag wie immer etwas ruhiger angehen ließ, artete die ganze Aktion auf  Grund schwindener Lichtverhältnisse zu Schluß noch in Hektik aus. Ich weiß nicht warum ich mich über soetwas eigentlich noch wunder. Es ist eh immer das Selbe.

So viel zu den Höhepunkten der Woche. Es gab natürlich keinen Hummer. Sonst hättet ihr, wie immer, zwischendurch schon was zu lesen und gucken bekommen. Aber, man lese und staune, es gab noch Makrelen. Zwar nicht in der Reuse, da kommen wir gleich zu, dafür an der Angel. Ein Teil des Fangs landete sofort auf dem Tisch, der andere in der Truhe. Der Winter wird lang und ein Ködervorrat kann nicht schaden. Als die Reuse das Tageslicht wieder sah, starrte ich überrascht und zu gleichen Teilen hoch erfreut in die Augen eines Lengs von 80 cm länge.  Ich denke ihm ging es da etwas anders. Das war aber auch das einzige was an dieser Seite noch übrig war. Der restliche Inhalt fand sich später in seinem Magen wieder. Auf der anderen Seite der Reuse gab es Krabbe. Auch lecker. 

Es ist wieder Besuchszeit. Die frischgebackenen Omas und Opas wollen natürlich mal gucken kommen. Dazu kommt eine Ladung aus Deutschland mit. DVDs, Leckereien und Sachen fürs Kind. Weihnachten etwas vorverlegt. Ich freu mich. Bestimmt auch mal ein guter Zeitpunkt den Kleinen ne Stunde abzugeben und in “Ruhe” etwas anderes machen. Einkaufen zum Beispiel. Wehe der kleine Mann schreit im Laden. Da wird die Mama dann ganz hektisch. Auf einmal brauchen wir nichts mehr und alles muss ganz schnell gehen. Zugeben tut sie es natürlich nicht. Sind halt die Norweger die komisch gucken wenn ein Kind schreit. Schließt man doch gleich auf die Unfähigkeit der Eltern, nicht auf den Pups der grade quer hängt. Aber auch das, und da bin ich mir sicher, bekommt sie noch hin.

Das Wochenede wird, und auch da bin ich mir sicher, kurz. Samstag Mittag kommt der Besuch und das ist für gewöhnlich das Startsignal an die Zeit. Sie rennt dann dermaßen schnell und ehe man sich versieht ist der Spuk auch schon wieder vorbei.

So, ich mach mich jetzt mal auf. Reuse kontrollieren. Wie gesagt, ich geb Bescheid!

Eine entspannte Zeit und bis zum nächsten Mal!

Gruß

Karsten



Auszeit
Freitag, 15. Oktober 2010, 15:44
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Da hab ich mir doch letzten Freitag mal frei genommen. Also berichttechnisch. Frei ist im Moment ein teures Gut und wird meines Erachtens völlig überbewertet.

Hallo zusammen!

Ja, “Frei” hatte ich auch. Also von der Arbeit. Hier in Norwegen ist es üblich, dass Väter ein Anrecht auf 2 Wochen “Frei” nach der Geburt haben. Je nach Betrieb gibt es dann auch eine kleine Aufmerksamkeit. Betriebe, die es gut meinen, zahlen sogar eine Woche den vollen Lohn weiter. Ich weiß nicht wie es mein Betrieb meint, aber ich habe beide Wochen bezahlt bekommen. Plus eine kleine Aufmerksamkeit in Form eines Geschenkgutscheins von doch sehr betrachtlicher Höhe.

Aber “Frei” war das nicht. Neben Windelnwechseln und erheblichem Schlafmangel tobte sich noch ein Virus in mir aus. Das war das, was ich so absolut nicht gebrauchen konnte. Jetzt, nachdem die erste Arbeitswoche rum ist, fühlt es sich wieder so an, als wäre ich nie weg gewesen. Für diejenigen , die es interessiert, der Virus hat sich auch wieder verabschiedet. Also bitte keine Genesungswünsche mehr ins Gästebuch.

Auf dem Weg zur Arbeit mußte ich feststellen, dass es doch verdammt dunkel geworden ist. Also morgens meine ich jetzt. Ist mir die letzten 2 Wochen nicht so aufgefallen. Da gab es für mich (uns) nur 2 Tageszeiten. Die, an der es hell und die, an der es dunkel war. Die Zeit hatte sich komplett verabschiedet und wir liefen dem Hungerrhythmus unseres Kleinen nach.

Wir haben, man höre und staune, endlich unseren Kamin bekommen. Eigentlich sollte das ja letztes Jahr schon was werden, aber so ist das manchmal. Jetzt steht er auf jeden Fall hier, schmückt unsere Wohnung etwas mehr auf und hilft die Stromrechnung etwas in Schach zu halten. Gestern war anfeuern angesagt. Ein sehr zwiespältiges Unterfangen. Da die Farbe ja erst mal einbrennen muss, hat es dementsprechend gestunken , sodass wir genötigt waren Fenster und Türen aufzureißen. Haben also etwas für draußen geheitzt, wie meine Oma immer zu sagen pflegte. Liebe Oma, hat sich bezahlt gemacht. Super Wetter heute!

Der Tag, als Louis nach Hause gekommen ist, war für Henry völlig verwirrend. Da lag plötzlich was auf seinem Platz auf der Couch. Das bewegte sich zudem noch und machte komische Geräusche.  In den darauffolgenden Tagen freundete er sich aber mit der Tatsache an, dass da noch jemand mehr ist. Gemeinsames auf der Couch liegen ist jetzt ganz großer Sport. Einzig, wenn Louis schreit, schaut er uns ziemlich komisch an. Habe immer das Gefühl als wollte er sagen: “Warum habt ihr das bloß gekauft?!”

Da fällt mir ein, ich hab Judith ganz vergessen. Es ist super mit anzusehen, wie sie immer mehr Mutter wird. Eine Seite, die ich so gar nicht an ihr kannte, und seien wir ehrlich, so auch nicht erwartet hätte. Ihr Horizonzt ist etwas eingeschränkter im Moment. Es dreht sich alles ums Stillen, Koliken, wunde Popos, Windeln und was weiß ich sonst noch. Es sollte aber erwähnt werden, dass sie das alles ganz toll hinbekommt und sogar fast immer das Essen fertig ist, wenn ich nach Hause komme.

Im Moment ist Hummersaison. Das heißt, Reuse raus und hoffen. Einmal habe ich sie schon kontrolliert. Es sah so aus, als hätte sie jemand kurz vor mir leer gemacht. Alle Köder angefressen, aber nichts drin. Hhhhmmmm…. Hab jetzt mal den Platz gewechselt und werde morgen mal nachschauen, ob es da was gibt. Sollte es der Fall sein, bekommt ihr die Bilder wie immer hier zu sehen. Mit meinen Arbeitsstunden am Bootshafen bin ich übrigens auch noch fertig geworden, aber das nur am Rande bemerkt.

Ich hänge Euch noch ein kleines Video an. Hoffe ihr habt viel Spaß damit und wir lesen nächste Woche wieder voneinander.

http://www.youtube.com/watch?v=DFMhWF0GtEU

Machts hübsch und ein schönes Wochenende!

Gruß

Wir



Danke!!
Freitag, 1. Oktober 2010, 11:04
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Hallo an Alle!

Wie ja einige von Euch bereits wissen, sind Louis und ich bereits wieder zu Hause. Am Mittwoch morgen haben wir die Heimreise angetreten. Uns geht es gut, die frisch gebackene Mama freut sich, dass sie wieder ohne große Probleme Schuhe anziehen kann und Louis genießt seinen neuen Platz auf der Couch!

Ich habe mich noch gar nicht “persönlich” für all die Glückwünsche und Aufmerksamkeiten bedankt! Also: ein dickes DANKESCHÖN! für die noch nie soooo volle Pinnwand!!! Ich habe mich sehr gefreut, wie viele Menschen aus der alten Heimat uns treu geblieben sind und weiterhin an uns denken und an unserem Leben teilhaben! Danke!!

Ein weiteres Ereignis steht heute noch auf dem Plan: Karsten wird 30!!

Hier mein ganz persönlicher Geburtstagsgruß an meinen Bär..
Von dieser Stelle aus wünsche ich dir alles Gute und Liebe zum Geburtstag! Ich hoffe, wir haben einen schönen Tag zusammen mit unserer neuen, kleinen Familie! Danke, dass du für mich da bist! Ich liebe dich! Deine Maus

P.S. Alles Gute auch an Henry - er wird heute 6!

So.. genug der Glückwünsche und Danksagungen! Habt eine schöne Zeit - wir haben sie!!

Bis bald

Eure Judith



Fotosession
Montag, 27. September 2010, 18:59
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Hallo zusammen!

Erst mal ein ganz fettes DANKESCHÖN für all die lieben und netten Grüße an der Pinnwand. Habe mich sehr über diese ausgesprochen hohe Resonanz gefreut und versucht alles weiterzuleiten. Da Judith und der Kleine derweil noch im Krankenhaus sind, sage ich auch Danke in deren Namen. Sicherlich wird sich Judith nach ihrer Rückkehr auch noch zu Wort melden.

Wie Ihr Euch alle denken könnt hat Louis einen sehr straffen und engen Terminplan im Moment. Für Euch habe ich jedoch keine Kosten und Mühen gescheut, mich quasi in aller frühe auf die Lauer gelegt, stundenlang auf Gängen gewartet und was soll ich sagen… Es ist mir gelungen ein paar Bilder von und sogar mit Ihm zu bekommen. Nachdem gestern die frischen Oma`s und Opa`s das Privileg genießen durften und die ersten Bilder gleich per Skype zugeschickt bekommen haben (zu viel mehr war ich auch nicht mehr im Stande), bekommt Ihr nun die Exklusiv- Weekend - Spezial- Ausgabe am Montag Abend frisch auf Eure Rechner geliefert.

Viel Spaß damit und bis zum nächsten Mal!

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Welcome on earth
Sonntag, 26. September 2010, 16:55
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Das Warten ist vorbei!

Heute, am 26.09.2010 erblickte Louis um genau 13.05 Uhr MEZ das Licht der Welt. Nachdem er zuvor seinen werdenden Eltern eine schlaflose Nacht bescherte ließ er sich bei der Geburt nicht all zu lang bitten. Müde aber glücklich schreibe ich Euch hier diese paar Zeilen. Der Mutter geht es den Umständen entsprechend gut. Sie ist mindestens genau so müde und nicht weniger glücklich als ich.

Der Kleine mißt 52 cm und wiegt 3.900 gramm.

Ich hatte die Ehre, meine Frau von einer ganz anderen Seite erleben zu dürfen. Der Kreissaal ist für mich ab heute der Ort, an dem aus Lämmern Löwen werden! Ich ziehe den Hut und verabschiede mich bis zum nächsten Mal.

Gruß Karsten



Zwei Fliegen…
Freitag, 24. September 2010, 18:53
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…mit einer Klappe!

Zum einen bin ich ja gebeten worden auch mal wieder was zu schreiben, zum anderen hat Karsten heute keine Zeit! Er hat Kranschein. Das heisst, dass er unser wahrscheinlich letztes Wochenende ohne Nachwuchs auf nem Lehrgang verbringen muss! Ich kann Euch sagen: Lust hat er keine! Vielleicht wird es Baby X irgendwann einmal sehr viel Spaß machen am Wochenende mit Papa Kran fahren zu gehen.. Spätestens dann ist der blöde Kurs vergessen!

Zudem soll dieses Wochenende sehr schönes Norwegen-Wetter werden! Das letzte (?) Spätsommer-Wochenende mit angenehmen Temperaturen und der letzten Möglichkeit auf ein Eis in der Sonne. Aber was soll´s?! Sånn er livet!

Wir waren diese Woche bei einem Handballspiel. Handball scheint sich hier in Norwegen recht großer Beliebtheit zu erfreuen. In einer sehr modernen und neuen Sporthalle in der Nähe spielte Haugesund (erste Liga) gegen einen Zweitligisten. War wohl so ne Pokal-Sache.. Haugesund hat natürlich gewonnen. Wir haben uns allerdings gefragt, ob die Spieler - zwischen 17 und 28 Jahren - noch normalen Berufen nachgehen. Die haben min. 3 Spiele pro Woche. Zu den meisten werden sie hingeflogen! Sonst säßen die armen Jungs auch nur im Bus. Der Gegner dieses Spiels wurde ebenfalls eingeflogen. Bleibt da noch Zeit für einen Job? Dass die Finanzierung dieses Sports jedoch von den ca. 200 Zuschauern, die je 100Kr Eintritt zahlen, ausgeht, kann ich mir nicht vorstellen und bleibt wohl auch ein Rätsel. Das Spiel war allgemein ”nett” und nach der ersten Halbzeit hatten wir auch die meisten Regeln verstanden. In der Pause gabs, ganz norwegisch, pølse, vaffler und brus - was auch sonst?!

Wahrscheinlich brennen schon die meisten darauf zu erfahren, wie es mir geht.. Was soll ich da ständig antworten?! Wenn man mein Alter mal umdreht (also die Zahlen), dann kommt das dem momentanen Gefühl schon ganz nahe.. Es geht eben alles langsamer, ruhiger, mit vielen Pausen oder eben gar nicht mehr! So gibt es Spaziergänge zum Sund mit Ehemann und Hund nur auf solchen Routen, wo auch Bänke stehen,  Hoch-Schwangeren-gerechte-Spazierturen mit Svenja, die nur etwa ne halbe Stunde dauern und trotzdem schon zum Schnaufen reichen oder Shoppingtouren, die mehr vom Sitzen im Cafe geprägt sind, als vom eigentlichen Einkaufen. Wie soll es einem auch gehen, wenn der Countdown schon in Tagen und nicht mehr in Wochen läuft? Meine Wehwehchen werde ich Euch an dieser Stelle im Einzelnen ersparen! Nur noch eins: Wir freuen uns auf´s Ende!
Wann es soweit ist, erfahrt ihr natürlich hier! Öfter mal reinschauen lohnt sich also ab jetzt wieder…..

Bevor ich Euch mit meinen weiteren Ausführungen langweile, halte ich mich an das Motto: man soll aufhören, wenn´s am Schönsten ist und verabschiede mich hiermit. Denkt an uns und schreibt uns mal..

Eure Judith



Wir sind Rathaus
Freitag, 17. September 2010, 14:35
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 Haugesunds Rathaus ist zum Schönsten von ganz Norwegen gekührt worden. Und Tusch!

Hallo zusammen!

Ich war auf einem Kurs. Nicht bei einem Kurs, wie man in Deutschland sagen würde, nein, hier in Norwegen ist man auf einem Kurs. Ähnlich wie auf dem Kino oder auf dem Theater. Nur auf dem Klo, das ist man hier auch. Stropp og Signalgiving. Quasi der erste Teil des Kranführerscheins, der dann nächstes Wochenende ansteht. Der Gabelstaplerkurs war gegen diesen eben erwähnten, vergangenen also, ein Kinderspiel. Der gesamte erste Tag wurde diesmal dem Thema Arbeitsrecht gewidmet. Mit abschließender Prüfung. Also alles in den Schädel gehämmert, kurz durchgeatmet und nachher abgefragt.

Was in norwegischen Gesetzen zu finden ist, weiß ich so ungefähr. Was man hier darf und nicht darf ist mir soweit bekannt, als dass ich nicht Gefahr laufe, hier hinter schwedische Gardinen zu kommen. Wobei ich mir gerade die Frage stelle, ob das in Norwegen überhaupt geht?! Was ich allerdings da lernen durfte, musste, sollte oder wollte, war reines Neuland mit ganz viel umständlicher Schreib - und Sprechweise. Ich verstehe schon nicht jeden Gesetzestext in Deutschland mit all seinen Unterpunkten. Dementsprechend schwierig gestaltete sich also dieses Unterfangen. Aber ich wollte nicht mehr jammern. Zum Schluß kam das Kreuzchen auf Bestanden und alles war in Butter. Sowohl die Prüfung als auch mein Hirn. Die Freikarte für nächstes Wochenende also. Wobei “Frei” nicht wörtlich zu nehmen ist.  Wäre es schiefgegangen, in dem Fall also durchgefallen, hätte es gehießen: den ganzen Dreck nochmal durchzumachen. Also nicht über Los und keine 4000 €. Die anderen beiden Tage drehten sich dann um Berechnungen von Lasten und deren zulässige Arbeitsgeräte. Ketten, Seile, Gurte. Tabellen lesen, rechnen und kombinieren. Das gelang mir dann schon besser und ging mir wesentlich leichter von der Hand. Auch da, zwar nicht fehlerfrei, aber Bestanden. Wichtig ist immer, was am Schluss steht und das war “Bestanden”.

Ein weiteres, erfreuliches, aber ganz anderes Ding, bekam ich gestern mit der Post. Eigentlich wird hier ein Paket auch an die Haustür geliefert. Da der Postbote aber die unglaubliche Frechheit besaß, um 9.15 Uhr bei uns aufzutauchen, wurde ihm direkt mal nicht aufgemacht. Wie kann er auch zu einer so gottlosen Zeit die Dreistigkeit besitzen, wenn Mops und Frau noch schlafen?! Natürlich war die nicht-funktionierende Klingel der Hauptgrund! So wie ich meine Frau kenne, hätte er aber auch mit der Garde des norwegischen Militärs hier aufziehen können, geändert hätte es wahrscheinlich nichts. Ich hatte also eine Abholkarte im Briefkasten. Nach der Arbeit dann gleich durchgestartet und noch direkt im Auto mein neues “Goldwaschequipment” ausgepackt. So wie es hier zur Zeit regnet hätte ich es auch gleich auf dem Parkplatz in einem seiner Sturzbäche ausprobieren können. Wie der Wetterbericht mir mitteilte, soll es die nächsten Tage nich viel besser werden, was mich jedoch nicht davon abhalten wird am Samstag mal “testen” zu gehen.

Und sonst? Was gibt es sonst Neues? In Haugesund war Wasserrohrbruch und der Fanshop von FKH (Fußballclub) ist vollgelaufen. Mit ihm noch ein Haufen weiterer Geschäfte. Zudem hat sich der amtierende Bürgermeister, den wir letztlich in der Eisdiele getroffen haben, gedacht, dass es doch eine gute Idee sei, sich wieder zur Wahl zu stellen. Ob das auch die Wähler denken wird sich zeigen.

Was meine Frau anbelangt gibt es so gut wie nichts zu berichten. Ständiges Nachfragen ist zwar nett gemeint, verlaßt Euch aber bitte darauf, dass sobald Baby X da ist, ihr in Kenntnis gesetzt werdet.

So, die Zeit wird auch schon wieder knapp, ich muß zum Bootplatz Stunden abreißen.

Go`helg!

Hilser Karsten



Sopptur
Freitag, 10. September 2010, 17:50
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Willkommen zu einem neuen Bericht von Eurem Auswanderpapst in zivil. Böse Zungen nennen mich auch Laberarsch, aber darauf will ich hier gar nicht weiter eingehen.

Wieder neigt sich eine Woche dem Ende zu. Wieder stelle ich mir die Frage, wo diese schon wieder geblieben ist. Ja, die Zeit rennt und wir bewegen uns immer schneller auf ein schwarzes Loch zu.  So nenne ich, mit einem nicht ganz so ironisch gemeinten Unterton, die Geburt unseres Nachwuchses. Keiner weiß, was da auf uns zu kommt und wie sich das Leben verändern wird. Alles ist sehr ungewiß und kann zwar ungefähr abgewägt werden, Genauigkeit und Gewißheit sehen jedoch anders aus.

Der werdenden Mutter geht es den Umständen entsprechend gut. Sie nimmt im Augenblick nur sehr viel Platz ein. Und das meine ich wörtlich. Überall ist der Bauch im Weg und nicht selten bekomme ich auf der Couch zu hören, dass sie schließlich zuerst da gewesen sei. Ich muss mir meine Freiräume hier regelrecht erkämpfen. Eine Erkältung läßt sie im Moment zwar noch etwas blaß aussehen, aber diese ist schon wieder im Begriff sich auszuschleichen.

Und was gibt es bei mir Neues? Ich wurde an der Pinnwand gefragt, wie denn die Fänge im Moment so sind. Vergangenen Sonntag war ich das letzte Mal draußen. Ja, es gab Fisch. Wie immer eigentlich. Ich habe jedoch die meiste Zeit tief gefischt. Da sind die Fänge meist nicht so zahlreich, dafür jedoch größer. Ich weiß nicht woran es lag, aber irgendwie war der Wurm drin. Also nicht im Wasser am Haken und auch nicht im gefangenem Fisch, sondern in der Art und Weise . Ich hatte auf Makrelenköder zwei Mal richtig gute Bisse. Beide jedoch nicht verwertet. Heißt, beim Anhieb ins Leere gezogen. Mein Grübeln wurde schlagartig zur Gewißheit, als ich mir zuhause den Kalender betrachtete. Es ist schon wieder September geworden. Spätsommer oder Frühherbst. Die Haisaison beginnt. Und diese Art der Bisse kam mir auf einmal wieder bekannt vor. Gut, dass ich keinen an der Angel hatte. Nicht aus Angst, sondern vielmehr aus Respekt und Liebe zu diesen Tieren.

Am Mittwoch war ich dann auf Sopptur. Ich will Euch nicht länger hinhalten, Sopptur heißt Pilze sammeln gehen. Der Pilz- und Nutzgewächsverein in Haugesund hatte dazu eingeladen und ich bin einfach mal hin. Mit mir noch gut 20 andere, wobei ich den Altersdurchschnitt doch erheblich gesenkt habe. Wir teilten uns auf und jede Gruppe hatte einen Fachmann bei sich, der alle Fragen gern und ausführlich beantwortete. Alles, was gefunden wurde, wurde sofort kontrolliert und entweder ins Körbchen, oder aber ganz schnell weggeschmissen. So wie in meinem Fall. Ich habe zwei Mal voll ins Schwarze getroffen. Ein ziemlich großer Steinpilz, den ich auch vorher schon kannte, ließ mich zum “Finder” werden. Ein anderer Pilz hingegen sorgte für großes Aufsehen. Wenn ihr mögt, googelt doch mal nach dem “spitzgebuckelten Raukopf”. Hier heißt dieser allerdings “Giftslørsopp”. Ich hatte diesen schon vorher gefunden und ihn auch zuhause einer gründlichen Untersuchung unterzogen, konnte ihn jedoch nicht so richtig bestimmen. Als ich jedoch die Augen des Fachmanns bzw. der Fachfrau gesehen habe, wußte ich, dass da was nicht in Ordnung sein konnte. Schaut auch gern mal nach, wie der Mistkerl bzw. sein Gift wirkt und ihr versteht, was ich sagen will. Gefährlich ist noch milde ausgedrückt.

Da ich diesen Pilz mit Zuhause hatte, er auf der Arbeitsplatte rum lag, ich ihn von allen Seiten beguckt und angefasst habe, überkam mich auf ein Mal ein ungutes Gefühl und ich hatte das dringende Bedürfniss einen Arzt aufzusuchen. Gedacht und auch getan. Dieser wußte allerdings auch keine klare Antwort auf meine Fragen und setzte sich mit dem Giftnotruf in Verbindung welcher jedoch schnell Entwarnung gab. Damit das Gift in den Körper gelangt, muss der Pilz schon verzehrt werden. Allein die Sporen reichen nicht aus. Da haben wir also wieder was dazu gelernt.

Ein entspanntes Wochenende und bis nächste Woche.

Urbi et Orbi (lat. der Stadt (Haugesund) und der Welt)

Karsten



10 Minuten
Samstag, 4. September 2010, 18:12
Abgelegt unter: Tagebuch

Genau so lange saß ich jetzt vor einer weißen Seite und wußte nicht, was ich diesmal berichten kann oder soll. 

Hallo Behnk-ianische Gemeinde! Irgendwie scheint es sich eingebürgert zu haben, dass die Berichte jetzt immer am Samstag kommen. Zum einen ist man da ausgeruhter und zum anderen entspannt sich somit der Freitagnachmittag für mich. Somit also eine “win-win-Situation”!

Wir haben uns gedacht nächstes Jahr mal nach Deutschland zu kommen. Dieser Kurztrip wird mit einem Konzertbesuch verbunden. Da wir uns aber nicht entscheiden konnten, ob nun im März oder im April, haben wir gleich für beide Vorstellungen Karten bestellt. Die anderen finden sicher bei Ebay einen würdigen Käufer.

Einen Käufer für unser Holzboot wird denke ich momentan schwerer zu finden sein. Ich rief heute mal auf Stord an und mußte leider hören, dass der Motor nicht will. Ok, war abzusehen. Das Boot samt Motor ist von 1968. Da kann das schon mal passieren. Ich schiebe es, wie alles andere auch, auf den vergangenen, harten und zähen Winter.

Und da dieser so lang und Judith immer fülliger wird, sind wir auch schon beim nächsten Thema. Ich will nicht zu laut schreien, aber der werdenden Mutter geht es erstaunlich gut. Wie gesagt, der Terminkalender hält sie wohl fit. Ein Stichwort, welches auf mich momentan so gar nicht zutrifft. Ich habe für mich beschlossen mal fett zu werden. War ich bis jetzt noch nie. Ich sehe das ganz sportlich. Nach dem Baby wird auch meine Frau was tun müssen um ein paar Pfunde loszuwerden. Da kann ich dann voll mit einsteigen. Sowohl als Motivator, als auch als Trainingspartner.

Da mir heute das Schreiben alles andere als leicht von der Hand geht, lasse ich es auch bleiben. Der nächste Bericht kommt bestimmt und da wird dann hoffentlich wieder mehr passiert sein. Oder auch nicht, aber vielleicht ist die Schreibmoral dann größer.

Nichts desto trotz ein wunderbares “Restwochenende” und bis zum nächsten Mal!

Gruß

Karsten





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