Bergenhelg
Freitag, 10. Dezember 2010, 18:48
Abgelegt unter: Tagebuch

Nachdem wir uns am letzten Wochenende eine Auszeit in Bergen gegönnt haben, kommen hier wieder die Zeilen, die das Wochenende einläuten.

Hallo zusammen!

Jetzt, da wir Zuhause sind und die erste Arbeitswoche rum ist, nutze ich die Zeit für einen kleinen Rückblick um mein Fazit zu ziehen. An diesem will ich Euch gern teilhaben lassen. Damit ihr seht was in anderen Ländern so Sitte ist.

Wir haben es vorgezogen mit dem Auto zu fahren. Meine Arbeitskollegen meinten zwar wir sollten mit ihnen eine Bootstour nach Bergen machen, aber ich wußte schon vorher, dass es ein heilloses Besäufnis auf dem Schiff geben wird. Wäre ich allein gewesen, dann ja. Aber als verantwortungsvoller Familienvater, der Frau und Kind bei sich hat, no way!

Das erste, was ich im Hotel gemacht habe? Ich bin in die Badewanne gegangen. So dachte ich, jetzt könnt ihr mich alle mal! Freute mich auf eine halbe Stunde plantschen samt Seele baumeln lassen und allem, was dazugehört. Tauchte gerade ab, als der Feuerarlarm des Hotels meinen Plan zunichte machte. Judith kam ins Bad gestürzt und plötzlich war es mit der Ruhe vorbei. Feueralarm! Ja, dass das nicht die zimmereigene Eieruhr ist, war mir auch klar. Was wir denn jetzt machen sollen. Genau so schnell, wie der Alarm kam, war er auch wieder erloschen. Weiterbaden sagte ich und setzte mich wieder. Ich war noch keine 5 Minuten in der Wanne, von wegen Eieruhr und so. Und da Judith nun schon mal im Bad war und den Kleinen bei sich hatte, konnte sie ihn auch gleich dalassen. Es stand also Vater - Kind- Schwimmen auf dem Programm. Als dieses dann beendet und das Wasser kalt war, machte ich auch Anstalten die Wanne zu verlassen. Beim Abtrocknen dachte ich es sei eine gute Idee schon mal das Wasser aus der Wanne zu lassen. Dieses meinte sich dann aber nicht in die Leitung, sondern auf dem gesamten Fußboden zu verteilen. Was ist das für eine Sch…. dachte ich nur. Steckte den Stopfen wieder drauf, machte mich fertig und stattete der Rezeption einen Besuch ab. Gerade angekommen, kamen auch meine Kollegen vom Schiff und meinten mir und danach der Angestellten erklären zu müssen, dass es in Norwegen ganz normal ist, wenn man an diesen Teilen an der Wand dreht, dass dann Wasser kommt und man da keine Angst vor haben muß. Ob es soetwas in Deutschland nicht gibt und ob die Angestellte schon mal da war und überhaupt, welches Zimmer sie eigentlich haben. Ja, kommt gleich jemand rauf. Danke! Im Aufzug dachte ich mir dann, dass es eine sehr gute Idee war mit dem Auto zu fahren. Wie sich rausstellte, war man mit dem Problem vertraut und man empfahl, beim nächsten Mal das Wasser langsam abzulassen, dann passiert auch nichts. Ok!

Kurz noch dem Rema einen Besuch abgestattet und dann ins Bett, Nüsse essen und Fernseh gucken. Der Kleine schlief bei uns im Bett, was zur Folge hatte, dass Judith die halbe Nacht wach war. Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich ganz ordentlich geschlafen habe. Der Rest der Truppe war übrigens die Nacht über aus gewesen und hatte “Fest”. So heißt das hier, wenn man sich zulaufen läßt. Beim Frühstück hörte ich dann die Geschichten und war froh, dass ich im Bett war. Der hat seinen Geldbeutel irgendwo verloren, der hat sich mit dem Chef angelegt und ein anderer musste an der Rezeption nachfragen, welches Zimmer er denn überhaupt hat, nachdem er sich zuvor im Hotel verlaufen hatte. Samsatg vormittag war Familientag. Bergen angucken und ins Aquarium. Am Nachmittag dann eine Präsentation von der Leitungsebene. Dort traf ich dann auf alle Schnapsleichen, die sich mehr oder weniger daneben benommen haben. Ich entschloß mich den weiteren Nachmittag mit Ihnen zu verbringen. Sagte kurz Judith Bescheid und trank danach 5 halbe Liter in 90 Minuten. Dementsprechend ging der Tag dann weiter. Hier auf dem Zimmer ein Weinchen, da n Schnäpschen und immer: “Skål!” Einer meiner Kollegen legte sich in ein Zimmer, welches die Putzfrauen kurz zuvor sauber gemacht hatten und dummerweise vergaßen es zuzumachen. Hatte den Effekt, dass sie es gleich noch einmal reinigen durften, da er den Nachmittag auf dem Klo gelassen hat.

Das Kabarett am Abend verschlief ich dann halb. Es war schlecht. Das anschließende Essen sollte nicht besser werden. Mein Vorarbeiter durfte noch mit uns Essen, wurde danach aber, auf Grund seines Benehmens, vom obersten Chef höchstpersönlich ins Bett geschickt. Dies hatte zur Folge, dass ich mich angeregt mit seiner Frau unterhielt. Da ich am Nachmittag so viel getankt hatte und nun nichts mehr rein passte, verabschiedete ich mich auch recht früh. Sie bedankte sich bei mir, eine nette Vertretung für ihren Mann gehabt zu haben. Jetzt aber schnell ins Zimmer, dachte ich. Erzählte Judith dann, dass mir ganz schlecht vom schlechten Essen sei und schlief den Schlaf eines Mannes, der für diesen Tag genug hatte.

Sonntag gab es dann nochmal Frühstücksbuffett, welches wir zusammen mit meinem Chef eingenommen haben, und dann gings ab nach Hause. Zuvor noch schnell das Parkhaus um 50 € reicher gemacht (Freitag Abend bis Sonntag Morgen versteht sich) und durch halb Bergen gelatscht, weil ja alles gesperrt war.

Takk for meg, takk for laget, takk Bergen! Vi sees!

In diesem Sinne

Gruß

Karsten









<br>