Trocken gelegt
Samstag, 20. November 2010, 20:16
Abgelegt unter: Tagebuch

Winterzeit ist keine Angelzeit. Das musste ich gestern feststellen, als ich lieber am Wasser war und “versuchte” Fische zu fangen, anstatt hier ein paar Weisheiten in den Orbit zu tippen.

Hallo Zusammen!

Fisch gab es natürlich nicht. Sonst hätte ich das versucht nicht in Klammern gesetzt. Vereinzelt kleine Störenfriede, die ihren Weg aber zurück ins kühle Nass gefunden haben. Kühl ist der falsche Ausdruck. Es war schweinekalt. Und ich stand nur am Rand, nur so als Info.

Heute war dann Boot trocken legen angesagt. Dass der Winter hier mit bösen Überraschungen aufwarten kann, haben wir letztes Jahr gemerkt. Da wäre an Bootfahren gar nicht zu denken gewesen. Ich sage Euch, jetzt, da die Holz und Salzvorräte überall knapp werden, ist Ruhe angesagt. Dieser Winter wird bei weitem nicht das Ausmaß des letzten erreichen. Alle haben ihn zwar noch gut in Erinnerung, daher auch die Hamsterkäufe. Aber ich habe das Boot aus dem Wasser und in unseren Garten verfrachtet. Der Winter wird nicht schlimm. Letztes Jahr habe ich noch überlegt mir Langlaufski zuzulegen. Ich sage Euch, hätte ich diese gekauft, wäre kurz danach auch schon Schluß mit der weißen Herrlichkeit gewesen. Das ist immer so. Isn´t it ironic?

Die Sache mit dem Boot ging schneller und vorallem leichter, als ich mir gedacht habe. Nur der Trailer war wieder das Problem. Aber auch das haben wir diesmal gelöst bekommen. Einfach mal doof dort nachfragen, wo sie solche Teile verkaufen. Da kann man auch oft welche leihen.Gar nicht so schwer. Jetzt kommt auf jeden Fall ne Plane drüber und dann kann kommen, was sicher nicht kommen wird.

Ein Auswandertagebuch lebt ja bekanntlich von Sachen, die anders sind als im Heimatland. Also z.B., dass das Bier hier teurer ist und zudem noch nicht mal mehr schmeckt. Oder dass dieses Volk hier weder Ahnung von Fleisch, geschweige denn von Backwaren hat. Aber Bürokratie - das können die hier auch. Also eigentlich können sie es nicht und dafür sind dann wieder die Deutschen zuständig. Deshalb habe ich auch überlegt, ob ich das hier schreiben soll. Ich tue es einfach.

Wir brauchen einen Pass. Also nicht wir, sondern Louis. Dazu brauchen wir zig Formulare und Zettel, einige davon müssen beglaubigt sein und  dürfen zur Zeit der Antragstellung nicht älter als 3 Monate sein. Haben wir dieses Wirrwarr dann endlich bewältigt, müssen wir zum Abzweig der Botschaft nach Stavanger. Nicht einer von uns, weil das wäre ja einfach, nein, beide. Mit Louis. Also alle drei. Die Botschaft hat aber nur bis 11 Uhr geöffnet. Jetzt stell sich mal einer vor wir müssten nach Oslo. Da kommen wir für den Kinderausweis gerade noch drum herum. Dieses Vergnügen steht uns dann bevor, wenn wir mal einen neuen Reisepass brauchen. Das geht nur persönlich in der Hauptstadt. Da kann man dann erst mal Urlaub nehmen, Flug und Hotel buchen, womöglich noch einen Leihwagen. Und alles nur für einen Pass. Sobald es uns möglich ist die Staatsbürgerschaft anzunehmen, werden wir dieses tun.

Ansonsten geht es uns allen gut. Louis war bei der Kinderärztin. Alles genau nach Plan. Er wiegt 5500 gramm bei 60 cm Körperlänge. Die Bauchschmerzen werden langsam weniger. Dies darf man natürlich nicht aussprechen. Deshalb schreibe ich es auch nur.

Bis jetzt sind schon ein paar Anfragen wegen unseres Deutschlandbesuches gekommen. Wir haben aber noch wenige Termine frei. Einfach melden.

In diesem Sinne

Gruß

Karsten









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