Goldfieber
Samstag, 13. November 2010, 21:42
Abgelegt unter: Tagebuch

Oder auch Arbeit ohne Ende. Ganz wie man will!

Hallo alle miteinander!

Ich weiß, es ist nicht Freitag, trotzdem bekommt ihr einen Bericht zum Wochenende serviert.

Und wo ist überhaupt die Pinnwand. Keine Angst, die hat keiner geklaut. Wir hatten nur ein paar Probleme mit Spams die sich dort eingeschlichen und gleich noch ein paar nette Viren da gelassen haben. Deshalb erst mal außer Betrieb, bis wir das Problem in den Griff bekommen.

Das Thema “Goldsuche” scheint ja doch den ein oder anderen sehr interessiert zu haben. Hier werde ich eher von meinen Arbeitskollegen ausgelacht, wenn ich Ihnen erzähle, dass ich entweder mit meinem Metallsucher unterwegs oder zum Goldsuchen war. Und da ich eins meiner neuen Hobbys etwas anpreisen möchte, bekommt ihr einen kurzen Bericht zur Goldsuche.

Ich habe mir auf der Karte (samt Luftbildern) angeschaut, wie es in der näheren Umgebung um die Goldmienen aussieht. An den Mienen selbst ist das Suchen verboten. Privatgrundstück und man braucht die Genehmigung des Eigentümers, den ich nach gefühlten 1000 Anrufen immer noch nicht erreicht habe. Hatte nach kleinen Bächen und dergleichen ausschau gehalten. Fand sogar einen, der gar nicht so weit entfernt lag. Also Waschrinne und Pfannen eingepackt und los. Mit der Fähre über den Bømlafjord und bei den Goldmienen rechts ab.

Rucksack auf und erst mal ein paar Kilometer durch die Pampa gelatscht. Also eigentlich war es nicht sooo lang, wenn man die Luftlinie betrachtet. Aber über Stock und Stein, und das meine ich so, wie ich es sage. Und tatsächlich, ich fand den Bach den ich auf den Luftbildern gesehen habe und der auf der Karte als solcher ausgewiesen war. Dachte mir die ganze Zeit, dass, wenn goldhaltiges Gestein da ist, sicher auch kleinste Nuggets im Bach zu finden sind. Die Erkenntnis am Bach war mehr als niederschmetternd. Vorwiegend faustgroße Steine. Kaum Kies, geschweige denn Sand. Nein, das konnte jetzt nun wirklich nicht sein. Dafür bin ich nicht so weit gefahren. Also weiter am Bachlauf lang, der nach oben hin immer schmaler wurde und zudem immer weniger Wasser mit sich führte. Eine kleine Sandbank ließ mich trotz allem mein Geschirr nicht unnötig mitgeschleppt haben. Damm gebaut, Waschrinne ans laufen gebracht und gehofft. Nichts. Gar nichts. Etwas entmutigt ging es dann nach über einer Stunde wieder in Richtung Auto. Und jetzt? Goldmienen angucken. Die Stollen sind mehr als 100 Jahre alt. Die meisten voll Wasser, andere wiederum sind abgesperrt. Aber die Quarzhügel sind noch da. Egal, wie gründlich man vorgeht, übersehen wird immer etwas. Dachte ich und begab mich auf die Knie um zu suchen, was andere übersehen haben könnten. Ein Versuch war es ja wert. Wenn ich schon kein Glück am Bach hatte…. Auch hier gab ich irgendwann auf. Ich drehte 10 000e kleiner  und großer Quarzbrocken hin und her. Fand Pyrit und Kupfer und Gabbro, aber nirgends war auch nur ein Stecknadelköpfchen goldglänzendes Metall drauf. Irgendwann sah alles gleich aus und ich sah ein das Goldsuche sehr viel mit dem Angeln am Kanal in Deutschland zu tun hat. Man braucht sehr viel Geduld. Und Zeit. Beides war an diesem Tag nicht so reichlich vorhanden und da ich ja zudem auch noch Familienvater bin, trat ich am frühen Nachmittag wieder die Heimreise an.

Für nächstes Jahr, und das ist mein eigenes Geschenk zu meinem runden Geburtstag, habe ich mir Finnland und das Gebiet um den Lemmenjokki ausgesucht und vorgenommen. Da ist hoffendlich dann etwas mehr in der Waschpfanne. Ob ich wieder nach Bømlo fahre? Die Frage ist schnell beantwortet. Na klar! Auf den Halden liegt mit Sicherheit noch etwas, dss nur darauf wartet von mir gefunden zu werden.

Mitreisende sind gern Willkommen. Also einfach melden.

In diesem Sinne. Ein goldiges Wochenende.

Gruß

Karsten









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