April im November
Freitag, 5. November 2010, 17:56
Abgelegt unter: Tagebuch

Das Wetter macht hier im Moment was es will. 10 Minuten Sonne, 10 Minuten Regen und dazwischen mal ein Mix aus beidem.

Hallo!

Wie jede Woche auch diesmal wieder Neues vom Alten. Dass die Startseite mit einem netten, flotten Spruch beginnt und ich, dank des Eintrages meiner sehr aufmerksam lesenden Cousine, Louis mit eingebaut habe, wird sicherlich schon dem ein oder anderem aufgefallen sein. Dass es unter Termine aber auch was Neues gibt, und jetzt seid ehrlich, habt ihr noch nicht gelesen. Da könnt ihr dann mal drauf schauen, wenn ihr hier fertig seid.

Einen Bericht über die vergangene Woche zu schreiben ist gar nicht so einfach. Sagen wir mal so, ich will Euch hier nicht langweilen. Was es hier für Besonderheiten gibt, habe ich glaube ich schon lang und breit erklärt. Der Alltag macht es mir schwer noch irgendwelche Höhepunkte hervorzubringen, die ich euch hier servieren kann.

Es dreht sich im Moment alles um den Kleinen. Aber wie oft er gewickelt worden ist oder wie oft er gestillt wurde, ist denke ich ein Thema, welches in einem Auswandertagebuch nichts zu suchen hat. Auch, dass unsere Nächte kurz und die Tage auf der Arbeit dadurch viel länger erscheinen, ist keine Besonderheit die Norwegentypisch ist.

Deshalb habe ich heute mal mit dem Wetter angefangen. Wie immer, wenn man nicht weiß, was man sagen oder schreiben soll. Ich versuche es trotzdem mal.

Ich habe unseren Vermieter, der ja genau über uns wohnt, besucht. Er hat gerade eine neue Stehlampe zusammengebaut. Oder sagen wir: er hat es versucht. Ui, sag ich. Was ist denn mit der Alten? Ja die wäre kaputt. Und die war gar nicht so billig. Aber Garantie ist abglaufen und daher jetzt die Neue. Ich also mit angepackt und 5 Minuten später stand das Ding. Bevor die Alte zur Seite geräumt wurde, führte er mir allerdings noch vor, dass sie auch wirklich kaputt ist. Ihr ahnt es schon. Das einzige was Kaputt war, war die Birne. Und weil ich so fleißig mitgeholfen habe, schmückt nun ein voll funktionsfähiger Deckenfluter unsere Wohnung. Dieses kleine Beispiel spiegelt nur allzu gut seinen Lebensstandart wieder. Als im Winter Schnee lag und er seinen Sohn (15 Jahre alt) nicht zur Schule bringen wollte, weil, lag ja Schnee, stand kurz vor 8 Uhr ein Taxi hier vor der Haustür. Was man als kleine Info benötigt, um den Kopf zu schütteln ist, dass ein Taxi hier gut 20 € Anfahrtgebühr nimmt.

Jaja, so sind Sie. Kein Land für so einen Schotten wie mich. Ich spar mich hier noch dumm und dämlich. Aber das reicht noch nicht. Für unser langersehntes Eigentum, meine ich. Erst wurde uns von der Bank das Blaue vom Himmel versprochen. Als ich jetzt aber was schriftlich haben wollte um auch mal ein Gebot abgeben zu können, wurde man ganz Kleinlaut. Auf Häuser und Wohnungen wird hier Geboten. Die Preise, die in den Annoncen stehen, sind  eher Richtwerte. Ich kenne keine Immobilie, die zum angegebenen Preis weggegangen ist. Je mehr Interessenten desto höher der Preis. Dieser wird einem übrigens immer aktuell per Sms geschickt. Alle fangen natürlich unter Preis an und überbieten sich oft ins Bodenlose. Wir müssen noch ein wenig warten oder sparen, oder beides um an dem Spektakel teilnehmen zu können.

Ich habe mir vorgenommen morgen nach Bømlo zu fahren. Mal sehen, ob nicht irgendjemand vor 100 Jahren ein fitzelchen Gold übersehen hat. Ich gehe also die Abraumberge etwas durchsieben. Vielleicht klappt es ja dann schneller mit dem Eigentum. Oder auch nicht. Wir werden sehen. Sollte was dabei gewesen sein, erfahrt ihr es wir immer hier. Es gab lange keinen außerplanmäßigen Bericht mehr..

In diesem Sinne wünsche ich ein schönes Wochenende und bis zum nächsten Mal.

Gruß

Karsten









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