Go`Sommer!
Freitag, 16. Juli 2010, 17:06
Abgelegt unter: Tagebuch

Das war´s. Der letzte Arbeitstag ist vorbei. Ferien. 3 Wochen lang süßes Nichtstun!

Hallo alle zusammen!

Ich werde mich Heute zur Feier des Tages sehr kurz halten. Zum einen ist nicht viel passiert und zum anderen gehen wir gleich aus. Jeder für sich. Judith mit Ihren Kindergartentanten und ich mit meinen Netzflickern. Bitte richtig lesen!

Was ist in der Woche passiert? Nun ja, ich hab mir wieder mal in den Finger geschnitten. Und zwar so, dass ich mich erst mal ein wenig setzen musste. Habe dann zwischenzeitig überlegt, wo ich mir besagten Finger nicht alles hinstecken könnte und ob man da das Pochen auch merken würde. Ich tat´s nicht, sondern entschied mich für ein Pflaster und weiter gings.

Es ist ja bekannt, dass wir hier oben Zuwachs bekommen. Also nicht nur wir in Form von Familienerweiterung, sondern auch auswanderungstechnisch. Für diesen sind wir schon achwasweißichwielang auf Wohnungssuche. Jeder, der Termine und Absprachen für und über dritte machen musste, weiß, wie schwierig das ist. Zu guter letzt waren wir jetzt doch erfolgreich. Obwohl wir letzten Montag gut eine halbe Stunde vor dem falschen Haus standen. Judith rief den Vermieter an und sagte ihm, dass wir dann jetzt vor seinem Haus wären. Ja, in 5 Minuten sei er da. Wir regten uns tierisch über die Norweger und ihr Verständnis von Zeit auf, warteten zwischenzeitig im Auto, gingen wieder ums Haus herum, inspizierten den Garten bis in jede kleinste Ecke und stellten schließlich fest, dass wir in der verkehrten Straße sind. Wie der Zufall es wollte, war aber auch hier eine Wohnung in Hausnummer 68 frei. Lange Rede, kurzer Sinn. Was wir zu sehen bekamen war schließlich eine Hütte, in der sich Maus und Mensch noch gute Nacht sagen. Dafür aber ein Preis, wie auf der Düsseldorfer Königsallee.

Aber, Ende gut, alles gut.

Mutter und Kind geht es gut. Hund ist wohlauf und der Urlaub beginnt genau jetzt. Wir lesen uns in drei Wochen wieder. Bis dahin, machts hübsch, treibt es nicht zu bunt und schreibt mal ne Karte, wo immer Ihr auch gerade seid.

Gruß

Karsten



123
Freitag, 9. Juli 2010, 16:50
Abgelegt unter: Tagebuch

Hello Germany, this is Norway calling!

Thank you for this unbeliveable page , here are the results. Behnk.info 34817 and 123!

Nein, nicht Ebay, da hätte es doch 321 gehießen. Als ich gerade auf “Neuen Artikel erstellen” gegangen bin, fiel mir auf, dass dies der 123. Bericht sein wird. Nicht schlecht, wie ich finde. Ich merke natürlich an manchen Tagen, dass mir echt die Luft ausgeht, also besser gesagt die Themen, aber diese Seite erfreut sich nach wie vor einer gewissen Beliebtheit und deshalb gibt es mich (uns) auch weiterhin im gewohnten Rhythmus.

Was gibt es Neues? Wie ist das Wetter? Wie schafft es der böse Norweger uns vom deutschen Leben und Standart abzuhalten? Was macht die Arbeit? Wie geht es Frau und Kind? Und was macht überhaupt der Hund den ganzen Tag? Wann war ich wie lange mit dem Boot draußen? Was habe ich gefangen?

Die Liste der Stichpunkte im Kopf ist lang, wenn ich mir die Frage stelle , was ich denn diesen Freitag alles berichten soll. Ich erhebe den Anspruch an mich selbst, all diese Fragen so zu beantworten, dass kein Bericht dem anderen gleicht, langweilig erscheint oder gar bereits Geschildertes wiederholt. Nicht ganz so einfach, wenn man noch mal auf die Zahl in der Überschrift guckt.

Ich habe Heute meinen Gabelstaplerschein bekommen. Also meinen Führerschein für Flurförderzeuge. Am Montag war die praktische Prüfung. Was soll ich sagen? Ich glaube ich habe mich ganz gut verkauft. Habe mich hinterher köstlich über mich selbst amüsiert und nun endlich den Lappen in der Hand. Das Problem war, dass ich die Theorieprüfung ja schon im April gemacht habe. Ich musste, um die praktische Prüfung ablegen zu können jedoch 40 Stunden auf dem Stapler nachweisen können. Bei Netz in die Halle rein und wieder raus fahren sind es vielleicht 15 - 20 Minuten am Tag. Wie dem auch sei, ich hatte die Stunden voll, jetzt konnte der Prüfer kommen. Tat er auch. Also zum Stapler hin und erst mal “tägliche Kontrolle”. Leitungen prüfen, Ölstand, Gabel und Reifendruck. Ich rüttelte also an den Leitungen um zu testen ob sich da nichts gelöst hat, schaute unter den Stapler ob da Öl war, schaute mir die Gabel an und trat gegen den Reifen. Alles perfekt. Erzählte dabei die ganze Zeit, was ich da so mache und warum das wichtig ist. Gegenfrage. Oh Scheiße, dachte ich. Jetzt haste schon so viel erzählt und der fragt immer noch. Ob denn genug Luft auf den Reifen wäre. Ich guckte mir die Reifen noch mal ganz genau an, wußte aber nicht worauf er hinauswollte. Entschied mich dann für alles oder nichts und sagte, dass der Druck genau so sein müßte. Wenn die Reifen so aussehen, sagte ich, dann ist alles bestens. Der Prüfer klopfte mir auf die Schulter und sagte, dass ich doch jetzt besser mal fahren sollte. Etwas komisch muss ich ihn schon angeschaut haben, deshalb sagte er nur, dass ich ihm später mal zeigen sollte wie ich die Reifen denn aufpumpe, so ganz ohne Ventil. Es waren Vollgummireifen. Na bestens dachte ich, fängt ja gut an. Da war sie wieder. Die Liste im Kopf. Dumm auswendig gelernt und verkackt! Ich muss beim Fahren aber überzeugt haben. Sehr zufrieden sagte er dann nur, dass ich den Schein mit der Post bekommen würde und dass er hofft nichts Negatives in der Zeitung lesen zu müssen. Nee, höchstens unter Witz der Woche: War mal einer, der bei Gummireifen den Druck prüfen wollte.. Haha!

Ich weiß nicht, wie ich von Aufpumpen auf meine Frau komme, aber es ist schön mit anzusehen was sich da so alles entwickelt. Mein lieber Mann. Wenn das so weitergeht… Deshalb mußte sie heute erst mal den Sommerschlussverkauf ausnutzen. Sommerschluss? Der hat hier noch gar nicht angefangen. Aber vielleicht wird hier Sommer auch nur anders definiert. Kann auch sein. Sommerzeichen sind überall zu sehen. Das einzige, was nicht so ganz passt ist das Wetter. Aber das kommt hoffentlich auch noch. Dem Hund geht es gut, er versteht sich immer besser mit Nachbars Katze und war gestern mit Bootfahren. Das waren jetzt drei Punkte auf einmal. Frau , Hund und Boot. Eigentlich vier, wenn man den Bauch meiner Frau dazuzählt.

Noch eine Woche, oder besser gesagt noch 110 Kilometer Radfahren. Dann ist Urlaub. Auf der Arbeit ist Sparbesetzung angesagt und jeder macht nur noch das Nötigste. Zudem haben wir einen Sommerarbeiter. Der Typ ist einfach nur der Knaller schlecht hin und sein Verständnis von Arbeit spottet jeder Beschreibung. Ich sagte ihm, dass wir aufräumen müssen, ging vor und lud mich voll mit Seil und Folie und allem, was da so rumflog. Als ich dann zu dem Müllcontainer kam, dachte ich mich bescheißt mein Auge! Wie angewurzelt stand er immer noch am Container angelehnt. Ich sag: Du mußt den nicht festhalten, der kippt nicht um. Ironie scheint nicht sein Fachgebiet zu sein. Hat den Container zwar losgelassen, stand aber weiterhin wie ein norwegisches Arbeiterdenkmal in der Gegend rum. Studiert in Oslo und muss jetzt etwas Geld verdienen. Das beste ist, ich bin nächste Woche allein mit ihm. Es ist auch völliger Quatsch ihm was beizubringen. Erstens geht er in drei Wochen wieder und zweitens ruht die Arbeit dann komplett. Sagenhaft!

Wie ich gelesen habe wird es richtig warm in Deutschland. Wie ihr gelesen habt, hier nicht. Ich wünsche Euch eine gute Zeit an Kanälen,  Baggerseen, im Freibad oder wo auch immer es Euch hinziehen mag. Machts hübsch, trinkt genug und eincremen nicht vergessen.

Bis zum nächsten Mal!

Gruß

Karsten



Totgesagte leben länger
Freitag, 2. Juli 2010, 14:36
Abgelegt unter: Tagebuch

Ähnlich wie Elvis, Jim Morrison, J.F.K , John Lennon und was weiß ich wer noch alles tot sein müsste und es doch nicht ist (oder mittlerweile schon), erging es auch meiner Angel. Ich scheute mich etwas davor das kaputte Teil aus dem Auto zu holen bevor ich den letzten Bericht verfasst habe.  Es zeigte sich, dass “jemand”, als er den Sitz zurück schob, mit den Kufen des Sitzes den Spitzenring quasi abgeknipst hat. Ganz fein durchgetrennt. Somit war die Rute nicht gesplittert und konnte von mir binnen weniger Minuten wiederbelebt werden. Sie ist jetzt gute 5 cm kürzer aber das macht nichts an ihren Eigenschaften. Ich hab sie vorsichtshalber mal aus unserem Auto raus genommen.

Hallo zusammen!

Ich war auf Bømlo Gold suchen. Muss aber sofort Entwarnung geben. Ich darf weiter arbeiten gehen. Ich habe es nicht für möglich gehalten, aber wir haben tatsächlich was gefunden. Ich hatte einen Bekannten hier aus Haugesund dabei, der nicht zum ersten Mal Gold gewaschen hat. Unsere Ausbeuten waren einige Körner, die in etwa Staubkorngröße hatten. In der Waschpfanne ganz nett anzusehen, hat man sie jedoch versucht auf den Finger zu nehmen, musste man schon sehr genau hinsehen. Wie gesagt, Staub. Trotzdem ein ganz lehrreicher Ausflug.

Die letzte Woche zog sich wie Kaugummi. Ist glaube ich so vor dem Urlaub. Oder sollte ich sagen in der Urlaubszeit? Es ist schlichtweg Sparprogramm angesagt. Nichts was eilt und keine Aufträge, die  an irgendwelche Termine gebunden sind. Und wenn doch, liegen die Termine so weit hinten, dass sie im Moment nicht mal erwähnenswert sind. Die Arbeitsmoral ist ziemlich im Keller, keiner hat mehr so richtig Lust und Pause, Kaffee und Zigaretten werden groß geschrieben. Ich bin froh, dass mein Chef kein deutsch lesen kann, glaube aber dennoch, dass er ganz gut weiß was los ist. Der Spanier vom Hof hat nur noch Siesta und heute den Bogen für meine Verhältnisse überspannt. Wir brauchten einen Gabelstapler. Karsten geh mal runter und fahr das da hin. Staplerfahren ist im Moment mein Job. Immer wenn was zu fahren ist: Karsten! Wie dem auch sei, Stapler werden hier von allen gefahren und da stehen gelassen wo sie das letzte Mal gebraucht wurden. Also jedes Mal aufs neue Stapler suchen. Heute wurde ich hinter der Halle fündig. Ich muss dazu sagen, dass wir zwei von den Dingern haben. Unser Spanier hatte beide in Beschlag. Einen links, den anderen rechts in der Mitte sein Auto auf gut einen Meter hochgehoben und er fleißig darunter am Basteln. Als ich ihm dann sagte, dass ich gerne einen davon haben wollte, gestikulierte er nur wild, schimpfte irgendwas auf spanisch und machte keinerlei Anstalten auch nur irgendwas an der Situation zu ändern. Gut dachte ich, erst mal Pause.

Ich überlege gerade, wie ich hier jetzt eine gute Überleitung hinbekommen könnte. Siesta, Pause, Spanien. Ich weiß auch nicht. Meine, oder besser gesagt “unsere” Siesta beginnt in genau 2 Wochen. Noch 10 Mal früh aufstehen, Fahrrad fahren und erst um 15.30 Uhr wieder zuhause sein. Bei einem Anfahrtsweg von 11 Kilometern, sind es noch 220 Kilometer bis zum Urlaub. In der Zeit, in der wir Urlaub haben, ist denke ich auch Pause auf dieser Seite. Ich nehme mir einfach mal die 3 Wochen um ein paar neue Ideen zu sammeln und ein paar Dinge geschehen zu lassen. Danach geht es dann in altgewohnter Manier weiter. Aber noch ist es ja nicht so weit.

Wo wir gerade bei Ideen sind. Ich hatte ja mal die Idee ein Buch zu schreiben. Hatte auch schon so einige Seiten getippt und Auszüge daraus an verschiedene Leute verteilt um mir ein paar Rückmeldungen zu holen. Die Resonanz war niederschmetternd bis vernichtend. Somit ist das Thema also vom Tisch und ich muss mir was Neues einfallen lassen. Die Entwürfe sind im Papierkorb gelandet und auch nicht wiederherzustellen.

Wir dachten ja, dass es eine gute Idee sei, Eltern zu werden. Ich denke das nach wie vor. Judith findet schwanger sein glaube ich doof. Nicht genug, dass der Rücken nicht so ganz mitmacht und sie ständig Sodbrennen hat, nein unser Baby hat sich gedreht. Wo er hin und wieder mal gegen die Bauchwand getreten hat und wir uns so schon etwas näher kommen konnten, räumt er jetzt mal innen etwas auf, dekoriert um und sieht zu, dass seine zukünftige Mama oft mal ganz schnell zum Klo muss. Ansonsten geht es dieser aber ganz gut. Sie meckert ab und an mit mir, was ich aber als gutes Zeichen deute. Erst wenn sie das nicht mehr macht, fange ich an mir Sorgen zu machen.

So, und nächste Woche erzähle ich Euch dann was von Booten und norwegischen Behörden. Ich bin da im Moment noch etwas im Kampf mit den Brüdern und Schwestern und gebe Bescheid, sobald das Thema durch ist.

Bis dahin, macht es hübsch, schwitzt nicht so viel und bis zum nächsten Mal!

Gruß

Karsten





<br>