Und dann begann die Zeit zu fliegen
Freitag, 18. Juni 2010, 14:58
Abgelegt unter: Tagebuch

Hallo alle miteinander!

Wo vor gut einem halben Jahr die Tage noch ewig lang erschienen, renne ich ihnen jetzt quasi hinterher. Wie ich mit erschrecken feststellen musste, haben wir schon mitte Juni. Mitte Juni! Ich habe das Gefühl, als wenn die Zeit nur so an mir vorbeifliegt. Ich kann mich noch gut an den Winter erinnern. Immer diese Blicke auf den Kalender. Wie lange noch bis X oder Y. Oh, nur noch X Wochen bis wir nach Deutschland fliegen und noch Y Wochen bis der oder die zu Besuch kommen. Wir haben gerade Halbzeit. Ein wenig Besuch kommt noch, auch wir werden in den Urlaub fahren und zu guter letzt kommt dann Besuch, der auch die nächsten 18 Jahre wohl bei uns wohnen bleiben wird. Wenn das so weitergeht, habe ich fast ein wenig Angst, die Geburt zu verpassen. Aber jetzt erstmal zu vergangener Woche.

Was hat die Woche gebracht? Unser Besuch hat uns am Samstagabend, nachdem wir auf dem Wikingerfest waren, verlassen. Auf Grund des schlechten Wetters war das Fest eher eine abgespeckte Version. Dafür mussten wir aber auch kein Eintritt zahlen. Zudem hatten die beiden das Glück, in den Genuss einer ewig langen Rückfahrt zu kommen. Die Fähre hatte Verspätung und das gewaltig. Ihr Trip dauerte dann gute 28 Stunden von Haustür zu Haustür. Derjenige, der das schon mal mitgemacht hat, weiß wovon ich spreche und wie sich danach der Allerwerteste anfühlt.

Wir haben uns darauf geeinigt das Holzboot auf Stord zu verkaufen. Was es bringen wird, warten wir mal ab. Eine ungefähre Vorstellung haben wir, muss sich nur noch wer finden, der uns das auch zahlt. Ich bin ganz zuversichtlich. Beim Auto hat es ja auch geklappt. Zudem ist es Sommer und alle sind heiß aufs Bootfahren.

Da es hier keine vernünftigen Bratwürstchen zu geben scheint, haben wir uns einen Fleischwolf zugelegt. Die Ersten sind bereits produziert und auch schon ausgiebig für gut befunden worden. Zudem sagte mir jeder, dem ich von unserem Vorhaben erzählte, dass ich doch mal eine Geschmacksprobe mitbringen sollen. Wir machen uns hier noch mit Bratwürstchen selbständig, ich seh das schon kommen. Ist jedoch ne menge Arbeit und damit wird es wohl auch ein eher kostspieliges Unterfangen werden, wenn man nicht ein Minusgeschäft machen will.

Ich hatte wiedermal einen Platten am Fahrrad. Diesmal hielt die Luft aber direkt bis zur Eingangstür meiner Firma. Da blieb mir einiges an Spott erspart. Judith hatte dann die Ehre mich abzuholen. Und was soll ich sagen?! Da war der Spott dann wieder. Ich muss zudem aufpassen, was ich meinen Arbeitskollegen erzähle. Als ich sagte, dass ich wieder nach Bømlo fahren will (Plan für Samstag) um ein wenig in den alten Goldmienen rümzustöbern, hatte ich die Lacher auf meiner Seite. Als ich dann noch gefragt wurde, ob ich auch einen Hammer und Meißel mithätte, diese Frage auch noch mit Ja beantwortete, war es ganz aus. Ich gelte komischerweise schon als Sonderling, weil ich mit einer Angel fische. Wir hätten doch wohl genug Netze auf der Arbeit. Da muss man sich nicht mit so einem Unsinn aufhalten. Nun gut, sicherlich Ansichtssache. Aber ich habe neuerdings einen Vebündeten. Hat neu bei uns angefangen. Der fischt auch mit der Angel und sogar vom Ufer aus. Für Sonntagmorgen haben wir uns zum Lachsfischen verabredet.

Ich bin etwas kurz angebunden heute. Das Geheimnis heißt “dugnad”. “Dugnad” findet der gemeine Norweger für gewöhnlich ganz toll. Es bedeutet gemeinschaftliche Arbeit ohne Entgeld. Und zwar am Bootshafen. Einer der Kompromisse, die zu jedem Bootsliegeplatz mit dazu gehören. Man kann sich da auch von Loskaufen. Aber wer mich kennt…

Deshalb wünsche ich jetzt ein schönes Wochenende und gehe neue Auslieger für Bootsplätze ins Wasser werfen.

Machts hübsch und bis nächste Woche.

Gruß

Karsten









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