Abgelegt unter: Tagebuch
Morgen ist es wieder soweit. Die Laufschuhe stehen parat, das gute T-Shirt ist gewaschen und die Laufhose samt Unterhose liegen bereit. Die letzte Trainingseinheit habe ich gestern abend abgespult. Manche werden sicherlich der Ausführlichkeit wegen etwas geschmunzelt haben, aber manchmal liegt das Detail eben im Detail. Und das war oder ist in diesem Fall die Unterhose. Die von gestern ist zum Tragen ganz anständig, zum Laufen aber eher kontraproduktiv. Eine Naht, die quer durch den Schritt verläuft und sich mit Schweiß vermischt gibt spätestens ab Kilometer 5 zu bedenken, das nächste Mal genauer darauf zu achten, was man drunter hat. Es muss eine Mischung aus John Wayne und Michael Jackson gewesen sein, die ich da zum Besten gegeben habe.
Soviel zu meinen Lauffiguren, zurück zum Wesentlichen. Hallo erstmal! In meinem Wahn hab ich doch glatt die Begrüßung vergessen. Es ist wiedermal Freitag. Das heißt: es gibt Neues.
Wir hatten Besuch. Unverhofft kommt oft. Gestern Nachmittag hat es mein Arbeitskollege doch endlich mal geschafft mit seiner Frau vorbeizukommen. Ich weiß nicht, wie viele Einladungen ich aussprechen musste. Und was soll ich sagen?! Es war nicht aufgeräumt. Weil, nicht angemeldet. Er hat mich heute dennoch begrüßt, mir Witze erzählt und rumgealbert, also kann es sooo schlimm ja nicht gewesen sein. Aufgeräumt haben wir dann später, weil Besuch kommt, der sich angekündigt hat. Svenja und Mark werden uns für eine Woche Gesellschaft leisten. Da bei uns mit Schlafen vorbei ist, kommen sie auch mit dem VW- Bus von Svenjas Vater und schlafen quasi vor dem Haus auf dem Parkplatz. Duschmarken hab ich schon zurecht geschnitten, nur über Preise sind wir uns noch nicht einig.
Wie ich von einem anderen  Arbeitskollegen erfahren habe, sind die ersten Makrelen gefangen worden. Schwärme sind noch keine da, nur vereinzelt sind sie an den Haken zu bekommen. Ich glaube, ich weiß was ich mache, wenn ich den Bericht hier fertig geschrieben habe.
Judith geht es soweit ganz gut und sie hat sogar zugegeben, dass sie sehr wohl etwas mehr isst, als sie es vorher tat. Wo sie in den ersten Monaten immer noch beteuerte, dass sie ja gar nicht sooo viel essen würde bevor sie zum Kühlschrank ging, gibt sie jetzt an, dass, wenn sie nicht isst, ihr schlecht wird. Und um das zu vermeiden, haben sich schon ganze 10 Kilo an Hüften, Bauch und Po angesammelt. Natürlich hat sich auch was an der Oberweite geändert, aber ein Gentleman schweigt und genießt.
Schweigen und Genießen. Gutes Stichwort. Am Montagmorgen um 6.30 Uhr durfte ich das schöne Wetter und vor allem die Sonne, die dann schon beachtlich hoch am Himmel steht, genießen. Bei einem Spaziergang. Gute 3 Kilometer vor der Firma hat sich irgend eine lebensmüde Glasscherbe vor mein Fahrrad geworfen. Mein Reifen dachte sich, dass er doch nachgeben müsste, der Schlauch tat es ihm gleich, und ich dachte nur: “Scheiße!” Alle paar Minuten fuhr dann irgend ein Arbeitskollege vorbei, weil es ist die einzige Straße ist, die zur Firma hinführt, hupte, winkte oder grüßte einfach nur freundlich den Spaziergänger der sein Rad am Rand schob. Der Letzte hielt sogar an und meinte mir erklären zu müssen, dass er zwar nicht wisse, was man in Deutschland mit seinem Fahrrad macht, hier in Norwegen diese Art der Fortbewegung samt Fahrrad nicht üblich sei. Ich bedankte mich herzlichst für die Auskunft und verwies darauf, dass ich viel zu früh losgefahren sei und jetzt noch ein paar Sonnenstrahlen genießen wollte. Wer den Schaden hat, braucht sich um den Spott nicht zu kümmern! Der Vorteil war, dass ich wieder Pickup fahren durfte. Nach Hause versteht sich. Das entschädigte zumindest ein wenig.
Wie jeden Freitag ist Judith am Wäsche waschen. So sitze ich hier, schreibe, und sehe mir meine Wäscheteile in ihrer Hand an, die mir demonstrativ aus dem Schlafzimmer entgegen gehalten werden. Meist begleitet von der Frage: “Ist das Wäsche?!” Es nervt. Ich sage nichts. ” Ich möchte mal gern wissen wie Du deine saubere Wäsche von der Dreckigen unterscheidest!” Meine Antwort, wie immer wenn ich genervt bin, kurz und knapp: “Ich riech dran!” Ein T- Shirt, welches mir grade um die Ohren fliegt, erinnert mich wieder daran, doch etwas auf die Gefühlsschwankungen schwangerer Frauen zu achten.
In diesem Sinne
Ein schönes Wochenende und vielleicht gibt es sogar mal wieder ein Video vom Wochenende.
Gruß
Karsten