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…und das heißt für uns “Aufräumen”! Ist es nicht immer so? Immer wenn Besuch kommt, egal ob Geburtstag oder zum Fußballgucken, muss aufgeräumt werden. Soll doch jeder sehen, wie fein die Bude glänzt und auch noch glauben, dass es immer so aussieht. Eigentlich ist es ja Verarschung. In beiderlei Hinsicht. Der Besuch wird geblendet, man selbst macht sich was vor und wenn man ehrlich ist, geht das eigentliche Aufräumen und Putzen erst los, wenn der Besuch weg ist. Weil, der hat im Stehen gepinkelt, der hat die Schuhe angelassen und natürlich wäre es vermessen den Besuch zu bitten sein Glas doch in die Spülmaschiene zu räumen und anschließend noch zu saugen.
So war es vorher zumindest immer. Jetzt kommen Besuche meist über mehrere Tage und bleiben sogar über Nacht. Und weil ich keine Lust habe aufzuräumen, sitze ich hier und tippe, während der Staubwedel meiner standesamtlich angetrauten Lebenspartnerin Überstunden machen muss. Das faule Ding kann sich ruhig auch mal bewegen. Also den Staubwedel meine ich natürlich.
Ja die letzte Woche hat es in sich gehabt. Wir haben ein Boot gekauft. Samstag nach Stavanger hin und angeschaut, Sonntag mit Pickup und geliehenem Bootshänger abgeholt. Bar bezahlt und noch ne Flasche Wein oben drauf gepackt. Dazu muss ich sagen, dass die ganze Geschichte mehr als knifflig war. Es begann mit dem Boot. Ich rief dort an und der gute Mann sagte mir, dass sich schon jemand gemeldet hat und das Boot nächste Woche anschaut bzw. abholt. OK, sagte ich und damit war die Sache für mich gegessen. Judith sah das aber ganz anders. Wer zuerst kommt und das Boot kauft, der kriegt es eben. Sie rief also noch einmal an und überzeugte den Verkäufer, dass es ja gar nicht so sicher wäre, dass der Andere das Boot auch wirklich nimmt. Lange Rede, kurzer Sinn, wir konnten vorbeikommen. Bei Judith war es Liebe auf den ersten Blick, ich brauchte etwas. Da das Boot auf einem Hänger war, musste es zum Transport ja noch umgeladen werden. Ok sagten wir, beim Umladen eine kleine Tour, um zu sehen, dass und vor allem wie der Motor funktioniert und das Boot ist gekauft. Jetzt ging der Spaß los. Es war Samstag abend 19.30 Uhr. Wo einen Hänger her bekommen? Schnell den Chef angesimst wegen dem Pickup. Da gab es grünes Licht. Also wieder nach Haugesund: 21.30 Uhr, weil wir die Fähre nicht mitbekommen haben und warten mussten. Es gibt in ganz Haugesund eine einzige Tankstelle, die Bootshänger verleiht. Dort angehalten. Nee tut uns leid, der ist kaputt. Zum Vermieter hoch und dort versucht irgendetwas zu erreichen. Dieser hatte gut einen im Schuh es war mittlerweile 22.30Uhr. Ließ sich aber nicht davon abhalten wild in der Gegend herumzutelefonieren. Nichts. Sonntag morgen dann alle Tankstellen im Umkreis von 20 Kilometer angefahren. Nichts! Hier sollte ich erwähnen, dass der Vermiter auch beim Bootsverein anrief , wo unser Boot liegen sollte und quasi schon einen Platz sicher hat. Nee, auch da hätte man keinen Hänger. Das wollte ich genau wissen! Letzter Versuch. Ich sagte zu Judith, dass ich es mir nicht vorstellen kann, dass ein Bootsverein keinen Hänger hat. Hingefahren, gefragt, Bingo. Ihr braucht einen Hänger? Na wenn das das einzige Problem ist… Da Bitteschön. Pickup geholt, nach Stavanger hin, der Rest ist bekannt.
Abends dann wieder am Bootsverein. “So, hier ist das Boot, welcher Platz ist meiner?” Ich blickte in einen Haufen fragender Gesichter. “Ähm, wieso? Platz?!” Haha sagte ich, lasst mal sein Jungs, nee ehrlich, war ein langer Tag gestern und heute auch! Ich will das Ding jetzt nur noch ins Wasser legen und dann ist Feierabend.” Wer denn gesagt hätte, dass wir einen Platz bekommen?! “Ähm, Richard”. Ich kannte nur seinen Vornamen und hatte die Handynummer. Schallendes Gelächter. Haha Richard! Hahahahaha!!! Jetzt mal im Ernst mein Junge, sagte einer, der Richard hat das hier ganz bestimmt nicht zu entscheiden. Da musst du den und den anrufen. Und wo wir schon mal dabei sind. Von wo kommt ihr. Ähm, Haugesund. Uiuiuiii. Ihr seid hier auf Karmøy und dieser Bootsplatz ist nur für Leute aus der Karmøy Kommune. Ich stand kurz vorm Mord. Aber wenn der Richard dir gesagt hat, dass du hier einen Platz bekommst, dann soll er mal zusehen. Solange legen wir dein Boot jetzt auf seinen Platz. Mittlerweile hat sich die Situation etwas entspannt. Wir können einen Bootsplatz haben, nur der Preis passt mir noch nicht so ganz. Aber das ist reine Verhandlungssache.
Gestern haben wir unser neues Glück gleich mal ausprobiert und sind bei windstiller See im Sonnenuntergang auf die Nordsee raus. Traumhaft. Muss man mal erlebt haben.
Mit diesen Bildern verabschiede ich mich für heute. Machts hübsch, bleibt geschmeidig und ich glaube der nächste Bericht kommt wieder vom Besuch. Wir lesen und hören uns. Und falls wir vorher nicht mehr dazu kommen, wünschen wir all unseren Lesern ein frohes und gesegnetes Osterfest. Ich häng den Heiligenschein jetzt wieder in den Schrank und widme mich der Musik von der Konkurrenz.
und dem Abwasch
Gruß
Karsten