Abgelegt unter: Tagebuch
Oder auch “eine nie enden wollende Angelegenheit”! Nein auch aus Deutschland ist das begehrte Schreiben a) nicht günstiger und b) nicht schneller zu erhalten. Ein Autohaus kann das nicht mal eben ausstellen. Da muss man sich an Renault Deutschland wenden. Wir üben uns also weiterhin in Gedult. Und alles nur wegen so einer sch… Nummer. Aber das hat sich wahrscheinlich Tiger Woods oder Bill Clinton auch schon gedacht. (Zugegeben, der dauert ein wenig) Wir befinden uns also in bester Gesellschaft.
Hier ist im Moment Wetter. So wie andere Kreislauf oder Rücken haben, ist hier Wetter. Sonnenschein, Schneesturm, Minusgrade und Tauwetter. Wechselt sich alles in manchmal ziemlich komischen Aufeinanderfolgungen ab. Der Schnee will aber nach wie vor nicht weichen. In 43 Tagen beginnt hier quasi die Bundesliga und Haugesund Stadion meldete heute 31 cm Schnee. Die Zeitung schrieb, dass auch hier langsam das Salz knapp wird und nur noch Europa- und Hauptstraßen gestreut werden. Ich überlege stark, ob ich mal einen Leserbrief verfasse. Die Arschgeigen! Als wenn unsere Straße auch nur ein einziges Mal gestreut wurde. So viel Eis wie da drauf ist und war, wer schon mal hier war und die Auffahrt kennt, kann sich jetzt mal bildlich vorstellen, wie ich darauf drehen musste um sie dann rückwärts hochzufahren. Ich werde aber eher der neue Trappatoni von Haugesund als auch nur irgendwie wahrgenommen und von daher lasse ich es besser.
Ein Schneerekord ist es aber noch lange nicht. In den 80ern lag hier an 125 aufeinanderfolgenden Tagen Schnee. In den 60ern waren es 144. Wir sind im Moment bei 48. Somit also noch nicht mal bei der Hälfte. Klimaerwärmung. Ich sag es immer wieder. Erwähnte ich eigentlich schon, dass ich fest der Meinung bin, dass die Eisbären bald ihre Sachen packen und hier runter kommen. Spitzbergen hatte zu der Zeit als es hier -15 Grad und weniger waren, zwischenzeitlich mal Plusgrade gemeldet.
Auf der Arbeit geht es im Moment hoch her. Die Heringe waren Anfang der Woche in Trondheim. Die Schwärme ziehen nun an der Küste entlang. Ungefähr auf unserer Höhe ist der Zug vorbei und sie ziehen wieder aufs offene Meer hinaus. Jetzt wollen alle ihre Netzte haben, manche ein Neues und andere ein Größeres. Ich hatte die Möglichkeit mir ein Fischerboot mal etwas genauer zu betrachten. Bei uns lag eins an der Arbeit und hatte ein Netz zur Reperation. In der Pause fragte ich einen von der Besatzung, ob er mir wohl mal das Schiff zeigen würde. Ich erwischte den Kapitän, wie sich später herausstellen sollte. Wir fingen bei den Fischtanks an und hörten bei den Kojen auf. Unglaublich wie viel Ausstattung und Komfort die Dinger besitzen. In meinem Kopf war noch so ein Bild von Hängelampe, klirrenden Gläsern und schnöder Holzeinrichtung. Das einzige, was stimmte, war das Holz. Dies jedoch in Form von Parkett. Technische Ausstattung vom feinsten und alles hochmodern. Ich war sehr beeindruckt, wie sauber und gepflegt alles war. 10 Mann arbeiten auf so einem Boot. Kapitän, Koch, Maschinist, Fischer. Alle mit von der Partie. Wenn es jedoch ans Fischen geht sind alle 10 an Deck und verarbeiten den Fang.
Ich warte jetzt, dass es Mitte Februar wird. Dann sind die Tierchen ungefähr hier und auch mit der Angel zu kriegen. Wir essen derzeit die Kühltruhe leer, damit auch genug Platz ist. Dann gibt es wieder 3 Wochen Hering bis sie einem zu den Ohren rauskommen und man sich schwört, im nächsten Jahr nicht so viele zu fangen.
So viel von hier. Ich wünsche wie immer ein erholsames Wochenende und verbleibe mit den üblichen Floskeln, die ich diesmal nicht schreibe. Ihr wisst ja was kommt.
Habe fertig!
Vi snakkes!
Karsten