Abgelegt unter: Tagebuch
Am Anfang möchten wir uns erstmal für die lieben Grüße und netten Geschichten sowie Gedichte an der Pinnwand bedanken. Auch ein Dankeschön an alle, die unserem Aufruf gefolgt sind und sich früh aus den Federn lösen konnten, um uns im Cafe del Sol zu besuchen. Zugegeben, wir hätten mit etwas mehr Resonanz gerechnet, aber diejenigen die nicht erschienen sind, werden sicherlich Ihre Gründe gehabt haben.
Wieder Zuhause, also hier in Norwegen, lassen wir gerade die letzten beiden Tage an uns vorbeiziehen. Ich habe es diesmal nicht in altgewohnter Manier geschafft, Euch Freitags zu schreiben. Einerseits aus Zeitgründen, andererseits hat mich eine fette Erkältung erwischt und mich quasi lahmgelegt. Ich suche hier nicht nach einer Entschuldigung, sondern hatte schlichtweg einfach keine Lust zu tippen. Lieber hab ich die Zeit im vertrauten Familienkreis genossen. Soweit es mir denn eben möglich war.
Zuhause ist ein gutes Stichwort. Was und vor allem wo ist für uns im Moment Zuhause? Deutschland ist noch sehr vertraut aber auch schon weit weg. Norwegen ist neu, noch nicht so vertraut wie es Deutschland war. Ich bezweifel, dass es je so sein wird. Wir sind momentan, egal wo wir sind, die Ausländer. Kommen wir nach Deutschland, heißt es, da kommen die Norweger. Sind wir hier, werden wir immer als “die Deutschen” tituliert werden. Ich genieße jedoch ein wenig die Anonymität hier. Dumm nur, dass man zwangsläufig in Kontakt mit Menschen kommt und gar nicht so anonym ist, wie man es vielleicht gerne wäre. Treffe ich z.B. einen Arbeitskollegen in der Stadt, gelte ich bestimmt als unfreundlich. Ich rechne ja nicht damit, dass ich hier jemanden kenne. Ihm fällt vor lauter winken wahrscheinlich schon der Arm ab, bevor ich überhaupt Notiz davon nehme, dass er mich meinen könnte.
Zurück zu unserem Trip. Ich wäre am Mittwoch am liebsten hier geblieben. Nicht aus Flugangst, sondern weil es mich, wie oben schon erwähnt, erwischt hat. Mittwoch abend, mit Fieberattacken und dem dazugehörigem Schüttelfrost. Zu allem Überfluss hatte der Flieger auch noch 90 Minuten Verspätung, die einem in solch gesundheitlichem Zustand, wesentlich länger vorkommen. Demnach waren wir auch erst viel später als erwartet bei den Schwiegereltern. Gegen 3 Uhr Nachts. Die Nacht war dementsprechend kurz, da wir für Einkäufe nur diesen Vormittag Zeit hatten. Am Ende hat alles so hingehauen, wie wir uns das vorgestellt haben. Selbst die Sachen haben wir alle mitbekommen. Obwohl es doch eine haarsträubende Packaktion war, weil ja nicht alles mit ins Handgepäck darf.
Dass der langersehnte Saunabesuch für mich nicht geklappt hat, finde ich im Endeffekt gar nicht so schlimm. Wäre dann zu Rund gewesen die ganze Geschichte. So hab ich etwas, worauf ich mich das nächste Mal freuen kann. Aufgrund der anhaltenden Schreibbarrikade, belasse ich es auch erst mal dabei. Habt ja schon mal ein paar Infos.
Macht Euch noch ein paar schöne Tage. Für diejenigen, die es nicht mitbekommen haben, vor dem Bericht “Winterwonderland” von Judith, war noch einer von mir. Alle, die ihn gelesen haben, können sich wie immer einen Smiley bei mir abholen. Ich werd jetzt erstmal wieder gesund und dann lesen wir uns wieder.
In diesem Sinne
Gruß
Karsten