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Andere Länder, andere Sitten. Wie auch in Good old Germany gibt es hier Weihnachtsfeiern. Jede Gruppe, die sich aus irgendeinem Grund gefunden hat und was auf sich hält, veranstaltet ein Julebord. Betriebe, Sportvereine, Handarbeitsgruppen. Kurz, alle. Julebord ist hier das Wort im Moment. Zum besseren Verständnis: Jul= Weihnachten, bord=Tisch. Das ganze wird dann Jülebur ausgespochen. Im Radio wird darüber debattiert, was so auf einem Julebord geht und was so gar nicht. Was man anzieht, wie viel man trinken darf und sollte und wie lange es durchschnittlich zu gehen hat. Nun ist es so, dass der Norweger sehr traditionsbewußt ißt. Der hat sich doch verschrieben werden jetzt viele denken. Nein, hat er nicht. Ich meine nicht das ist von sein sondern das ißt von essen. Gelaugter Dorsch oder Kabeljau, Krustenbraten oder geräucherte Lammrippe. Dazu ein Kartoffel-Kohlrabibrei und der Norweger vergißt die Welt um sich herum. Er ist dann sogar so in Rage, dass er vergisst, was er schon gegessen hat und was nicht.
Gestern war eine ziemlich große Gesellschaft im Restaurant des Vermieters. Da er viel zu tun und wir gerade etwas Zeit hatten, halfen wir ihm also mit. Im Service. Getränke, Essen raus bringen, abräumen. Service halt. Nun war es beim Servieren so, dass es für jeden Tisch Platten gab. Also keine einzeln und liebevoll angerichteten Teller, sondern Platten, wo sich jeder das nehmen konnte, was er wollte. Und dann ging´s los. Hier war das zu kalt und hier das zu wenig. Am besten waren die, die mit einem Haufen Knochen auf ihren Tellern felsenfest behauptet haben, dass sie noch keine Lammrippe bekommen hätten. Als Privatperson hätte ich angefangen laut zu lachen. Als Servicekraft setzte ich nur einen fast bestürzten Gesichtsausdruck auf, ging in die Küche um natürlich sofort das völlig Vergessene zu besorgen und lachte später.
Im großen und ganzen war es ein ziemlich langer Tag gestern. Aber eben auch sehr informativ, wenn man es sich unter dem Gesichtspunkt ”Kulturelle Gepflogenheiten eines anderen Landes” betrachtet.
Ich bin immer mehr davon überzeugt, dass hier in Norwegen der letzte noch existierende Kommunismus herrscht. Ich war wieder einmal beim Arzt. Wieder wegen meiner Magenbeschwerden. Zum dritten Mal also. Nun ja, was soll ich sagen? Ich habe es endlich geschafft eine Überweisung ins Krankenhaus zu bekommen damit mal ein Ultraschall gemacht wird. Wann? Da muß ich jetzt wieder auf Post warten. Und zwar diesmal vom Krankenhaus. Jaja, so muss hier jeder was zu tun haben. Ich sag Euch, geht denen hier das Öl aus, wird es hier nicht dunkel, sondern stockduster. Vergleicht man Norwegen mit seinem Nachbar, also Schweden, arbeiten hier doppelt so viele Leute in den Kommunen und auf den Ämtern und weißderGeierwosonstnoch, als es in Schweden der Fall ist. Dabei haben die doppelt so viele Einwohner. Hmmm?! Und da sagt Shakespeare : Da ist was faul im Staate Dänemark. Ich behaupte er war nie in Norwegen.
Soviel von den News, jetzt zum Sport. Ich konnte meine Frau fürs Laufen begeistern. Sie steht quasi schon mit Laufschuhen in der Tür und drängelt. Gar nicht so verkehrt in der kalten und vor allem nassen Jahreszeit dem Körper mal ein wenig Adrenalin und ein paar Hormone zu gönnen. Probiert es aus.
In diesem Sinne einen guten Start ins Wochenende und viel Spaß auf den Weihnachtsfeiern, Märkten, Essen, und sonstigen Schweinegrippehochburgen.
“Hatschi, bor Judith ich glaub ich hab Fieber”
Gruß
Karsten