Blog.ger
Freitag, 27. November 2009, 13:38
Abgelegt unter: Tagebuch

Blogger! Was für ein dummes Wort. Ich finde Worte sollten , wenn sie auf einen passen, sich auch ästhetisch anhören. Wieder ist es Freitag , wieder ist eine Woche rum. Wieder sitze ich vor einer weißen Seite, wieder wird am Ende des Blogs ein wenig mehr von mir preisgegeben sein. Sei es drum. Deshalb mache ich das ja. Dennoch kann ich mich mit dem Wort nicht anfreunden. Verfasser klingt toll. Haftet einem schon fast etwas literarisches an.

Die Wettermeldungen am Anfang der Woche waren alles andere als schön. Viel Wind und vor allem Regen. Es war jetzt nicht so, dass gesagt wurde, dass es Regen gibt. Nein zu allem Überfluss meinten die Radiosprecher auch noch, mein so geliebtes Westland, durch den Kakao ziehen zu müssen. Wo es in Südnorwegen nur regnet, wird das Westland gewaschen. Und das wurde es auch. 60 mm Niederschlag am Tag. Wer sich jetzt ein wenig mit meteorologischen Dimensionen auskennt, weiß, dass es nicht geschüttet, gegossen oder gar geplästert hat, nein, es hat Scheiße geregnet. Immer von einer frischen Brise begleitet, die einem den ganzen Rotz auch so richtig schön in die Visage gedrückt hat. Der Herbst ist auch hier angekommen. Sehr zum Leidwesen des Hundes. Da bei schlechtem Wetter die Haufen, statistisch gesehen, schneller gemacht werden als bei gutem, war seine Nettodraußenzeit um einiges kürzer. Auch glaube ich das er von Herbstdepressionen nicht mehr weit entfernt sein muss. Judith geht morgens mit ihm vor der Arbeit, sprich im dunkeln, ich gehe Nachmittags mit ihm. Ebenfalls wieder im dunkeln. 17 Uhr ist hier Schluss mit Licht von oben. Da gibt es dann nur noch Licht aus der Steckdose oder den eingefangenen Glühwürmchen. Ja, ich habe das Sparen nicht verlernt.

Ich musste diese Woche feststellen das nicht immer alles das drin ist was auch drauf steht. Also bei manchen Sachen ist das ja klar und erklärt sich auch von alleine. Zum Beispiel meine Unterhosen. Da steht zwar Calvin Klein drauf, ist aber Karsten Behnk drin. Zudem behaupte ich, das dass was da drin ist, mit Klein wenig zu tun hat, aber das ist Ansichtssache und sollte hier auch keinen allzu großen Rahmen einnehmen.

Was ich eigentlich sagen wollte ist das auf meiner Bankkarte Visa Electron draufsteht. Dazu sollte man vorher folgendes Backgroundwissen besitzen sonst versteht man mich nicht. Billigflieger sind nur deshalb so billig, weil sie für jede mögliche Dienstleistung extra Gebühren erheben. So auch für das Bezahlen mit Karte. Im Menü sind einige Kartentypen angegeben die von der Gesllschaft akzeptiert werden. Klickt man eben seinen Kartentyp an, so steigt der Preis. Außer bei Visa Electron. Da wird kein zusätzlicher Betrag fällig. Da auf meiner Karte aber Visa Electron draufsteht, klickte ich das auch immer fleißig an. Ich gab die Nummer mit Leerzeichen und ohne an, versuchte es gar Rückwärts, immer wieder die gleiche Fehlermeldung. Ich fuhr bei der Bank vorbei und fragte was das auf sich haben könnte. Auch da, keine Erklärung. Ich hielt mich selbst für unfähig mit einer Karte zu bezahlen. Der Witz an der Geschichte ist ja, wenn man eine Fehlermeldung bekommen hat und zurück kehrt, darf man den ganzen Mist noch mal tippen. Nicht nur die Zeile die angeblich falsch ist. Zu guter letzt war ich es leid. Da auf der Karte ja auch Visa steht, klickte ich einfach mal den vermeindlich falschen Kartentyp an. Und siehe da, es funktionierte. Kein Problem, Auftrag entgegengenommen, extra Gebühr gleich mit kassiert. Aasgeier!

So viel von mir, zurück zum Alltag. Ich platze bald vor Freude. Ich habe die Ehre, mit meiner Frau Kekse backen zu dürfen. Sie freut sich schon die ganze Woche drauf. Ich für meinen Teil denke mir nur: Na gut, sie geht ja auch schließlich mit angeln. Da fällt mir ein das sie ja nie die Fische vom Haken macht. Hmmm, bin mal gespannt wie das Spritzgebäck auf die Bleche kommt.

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein schönes Wochenende. Vergesst nicht, mich in der ein oder anderen Glühweinrunde weiterzuempfehlen, bleibt mir treu und bis zum nächsten Mal!

Gruß

Karsten



Newsflash
Sonntag, 22. November 2009, 14:05
Abgelegt unter: Tagebuch

Ist denn schon wieder Freitag? Nein! Keine Angst. Ich dachte nur, dass ich Euch so brisante Neuigkeiten nicht länger vorenthalten kann. Wir waren etwas kreativ. Wenn ihr in der Menüleiste mal genauer nachschaut, wird Euch auffallen, dass wir diese um ganze zwei Punkte erweitert haben. Was es da zu sehen gibt? Seht selbst. Wie immer freuen wir uns über Rückmeldungen an der Pinnwand.

Ein weiterer, nicht ganz uninteressanter Punkt ist der, dass ich einen Fernseher bekommen habe. Phillips 32 “. Zudem noch zwei Serienstaffeln auf DVD. Fast so wie Weihnachten nur eben im November.

Einen guten Start in die Woche und viel Spaß bei der Verplanung der Weihnachtsfeiertage!

Karsten



Servicekräfte
Freitag, 20. November 2009, 19:30
Abgelegt unter: Tagebuch

Andere Länder, andere Sitten. Wie auch in Good old Germany gibt es hier Weihnachtsfeiern. Jede Gruppe, die sich aus irgendeinem Grund gefunden hat und was auf sich hält, veranstaltet ein Julebord. Betriebe, Sportvereine, Handarbeitsgruppen. Kurz, alle. Julebord ist hier das Wort im Moment. Zum besseren Verständnis: Jul= Weihnachten, bord=Tisch. Das ganze wird dann Jülebur ausgespochen.  Im Radio wird darüber debattiert, was so auf einem Julebord geht und was so gar nicht. Was man anzieht, wie viel man trinken darf und sollte und wie lange es durchschnittlich zu gehen hat. Nun ist es so, dass der Norweger sehr traditionsbewußt ißt. Der hat sich doch verschrieben werden jetzt viele denken. Nein, hat er nicht. Ich meine nicht das ist von sein sondern das ißt von essen. Gelaugter Dorsch oder Kabeljau, Krustenbraten oder geräucherte Lammrippe. Dazu ein Kartoffel-Kohlrabibrei und der Norweger vergißt die Welt um sich herum. Er ist dann sogar so in Rage, dass er vergisst, was er schon gegessen hat und was nicht.

Gestern war eine ziemlich große Gesellschaft im Restaurant des Vermieters. Da er viel zu tun und wir gerade etwas Zeit hatten, halfen wir ihm also mit. Im Service. Getränke, Essen raus bringen, abräumen. Service halt. Nun war es beim Servieren so, dass es für jeden Tisch Platten gab. Also keine einzeln und liebevoll angerichteten Teller, sondern Platten, wo sich jeder das nehmen konnte, was er wollte. Und dann ging´s los. Hier war das zu kalt und hier das zu wenig. Am besten waren die, die mit einem Haufen Knochen auf ihren Tellern felsenfest behauptet haben, dass sie noch keine Lammrippe bekommen hätten. Als Privatperson hätte ich angefangen laut zu lachen. Als Servicekraft setzte ich nur einen fast bestürzten Gesichtsausdruck auf, ging in die Küche um natürlich sofort das völlig Vergessene zu besorgen und lachte später.

Im großen und ganzen war es ein ziemlich langer Tag gestern. Aber eben auch sehr informativ, wenn man es sich unter dem Gesichtspunkt ”Kulturelle Gepflogenheiten eines anderen Landes” betrachtet.

Ich bin immer mehr davon überzeugt, dass hier in Norwegen der letzte noch existierende Kommunismus herrscht. Ich war wieder einmal beim Arzt. Wieder wegen meiner Magenbeschwerden. Zum dritten Mal also. Nun ja, was soll ich sagen? Ich habe es endlich geschafft eine Überweisung ins Krankenhaus zu bekommen damit mal ein Ultraschall gemacht wird. Wann? Da muß ich jetzt wieder auf Post warten. Und zwar diesmal vom Krankenhaus. Jaja, so muss hier jeder was zu tun haben. Ich sag Euch, geht denen hier das Öl aus, wird es hier nicht dunkel, sondern stockduster. Vergleicht man Norwegen mit seinem Nachbar, also Schweden, arbeiten hier doppelt so viele Leute in den Kommunen und auf den Ämtern und weißderGeierwosonstnoch, als es in Schweden der Fall ist. Dabei haben die doppelt so viele Einwohner. Hmmm?! Und da sagt Shakespeare : Da ist was faul im Staate Dänemark. Ich behaupte er war nie in Norwegen.

Soviel von den News, jetzt zum Sport. Ich konnte meine Frau fürs Laufen begeistern. Sie steht quasi schon mit Laufschuhen in der Tür und drängelt. Gar nicht so verkehrt in der kalten und vor allem nassen Jahreszeit dem Körper mal ein wenig Adrenalin und ein paar Hormone zu gönnen. Probiert es aus.

In diesem Sinne einen guten Start ins Wochenende und viel Spaß auf den Weihnachtsfeiern, Märkten, Essen, und sonstigen Schweinegrippehochburgen. 

“Hatschi, bor Judith ich glaub ich hab Fieber”

Gruß

Karsten



Kombinationen
Freitag, 13. November 2009, 16:27
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Da ist es wieder Freitag. Wieder ist eine Woche rum. Zu allem Überfluss ist heute auch noch Freitag der 13te. Aber da ich nicht abergläubig bin und zudem hier noch keine schwarze Katze gesehen habe, kann ich das Datum ganz entspannt betrachten. Unentspannt wird es, wenn man sieht wie lange es noch bis Weihnachten und Sylvester ist. Also kurz meine ich. Aber auch das macht mir dieses Jahr eher wenig Kopfzerbrechen. Die letzten Jahre war es ja immer so eine Sache mit dem Abstimmen der Termine. Eltern, Schwiegereltern, Großeltern, Arbeiten und Freunde. Aber jetzt…

Nun gut, die Einleitung hätten wir also schon mal geschrieben. Was gibt es Neues? Wie Judith Euch in der Woche ja schon geschrieben hat, haben wir eine neue Couch. Da das Ding etwas schwer und vor allem auch sperrig ist, kann sich jeder, der schon mal hier gewesen ist, vorstellen ,was das für ein Akt gewesen sein muss, das Ding hier hin zu stellen. Also erstmal hier rein kriegen durch den schmalen Flur. Neben den üblichen Fingerzwischencouchundtür und allerhand Schimpfwörtern, Hund zum X-ten Mal in den Korb schicken und sonstigen Verwünschungen, gestaltete sich die Aktion aber durchaus gut und konnte am Ende als gelungen betrachtet werden.

Ich glaube fest daran, dass Dinge, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben, öfter mal miteinander kombiniert werden sollten. Ja, ich spiele gern Adventuregames, also die mit dem “gehe zu…” oder “benutze…mit…”, aber dazu vielleicht ein anderes Mal mehr. Wie ich darauf komme? Nun, nachdem die Couch dann endlich stand und Judith unbedingt das Chaos beseitigen musste, bin ich zu unserem Vermieter rauf. Jetzt, wo die Sprache kein Problem mehr darstellt, gehe ich öfter mal zu ihm hoch um einfach ein wenig zu quatschen. Ich sagte ihm, dass wir eine neue Couch haben und ob er nicht mal sehen will, was wir so mit seiner Wohnung anstellen. Gesagt getan. Er war übrigens das erste Mal bei uns seit dem wir hier wohnen. Muss wohl daran liegen, dass ich so oft oben bin. Er war ganz begeistert. Mensch, sagte er, das sieht so toll aus. Jetzt fehlt nur noch ein Kamin. Ich stimmte ihm zu, betonte aber, dass dazu das nötige Kleingeld im Moment nicht in der Portokasse ist. Ach, kein Problem. Er kauft den. Äh? Wie jetzt? Jaja, kein Problem, Nur anschließen muss ich den selber. Können ja mal die nächsten Tage los und einen aussuchen. Super! Benutze Vermieter mit Couch und bekomme einen Kamin. Ich sollte ihm mein Fahrrad zeigen - unser Boot braucht einen neuen Anstrich.

Es ist bald Dezember. Das hatten wir ja bereits in der Einleitung. Dezember heißt auch hier “Weihnachtsgeschäft”. Da der norwegische Staat daran interessiert ist, eben dieses ein wenig anzukurbeln, bezahlt man hier im Dezember weniger Steuern. Und zwar die Hälfte des sonst üblichen Steuersatzes. Also auf dem Lohnzettel meine ich. Die Sachen, die man kauft, bleiben gleich teuer.  Dafür gibt es kein Weihnachtsgeld von der Firma. Also nicht regulär. Ich habe da aber schon so etwas läuten gehört. Also letztes Jahr gab´s was. Muss aber auch ein gutes Jahr gewesen sein. Auftragstechnisch gesehen. Abwarten.

Abwarten ist übrigens ein gutes Stichwort. Ich warte jetzt quasi jeden Tag auf neue Werbeprospekte und hoffe auf Paketangebote. Zum Beispiel Fernseher mit Playstation 3 für unglaubliche…. Kronen. Vielleicht denken die sich im Geschäft ja Ähnliches, wie ich mit dem Vermieter. “Kombiniere Fernseher (Auslaufmodell) mit Playstation3 (keine Slim)” -bekomme Geld von sparsamem Deutschen.

In diesem Sinne ein kombinationsreiches Wochenende und etwas mehr Tageslicht als hier. Bleibt uns treu und empfehlt uns weiter.

Gruß

Karsten



Erste Liga
Freitag, 6. November 2009, 17:36
Abgelegt unter: Tagebuch

Da haben die Blauweißen es doch tatsächlich geschafft. Durch einen 3:0 Sieg im letzten Spiel lösten sie das Ticket für die Königsklasse. Am 16. Mai 2010 ist Saisonauftakt und man ist gespannt, wie groß der Wirbel um die Dauerkarten sein wird. Haugesund ist aufgestiegen. In der nächsten Saison ist in unserer kleinen Stadt dann wohl etwas mehr los. Ich glaube zwar, dass die Anhänger von Viking Stavanger oder Rosenborg Trondheim unser kleines Stadion schon alleine füllen, denke aber nicht, dass sie Karten bekommen werden. Soviel zu den regionalen Sportnachrichten, zurück zum Wesentlichen.

Gestern haben wir die Reifen unserer Autos gewechselt. Völlig unnorwegisch. Erstens: Wir haben es selbst gemacht. So mit Wagenheber, Radkreuz und dreckigen Fingern. Zweitens: Wir haben stinknormale Winterreifen. Keine Pigdekk. Pigdekk sind in Deutschland besser als Spikes bekannt. Und auch verboten. Zu viele Schäden an den Straßen. Da man hier aber viel weniger Autos und viel mehr Geld hat, spielt das keine Rolle. Ich finde die Dinger einfach nur überflüssig. Ich war zwar noch keinen ganzen Winter hier, habe aber nicht das Gefühl, dass es hier an der Küste mehr Eis und Schneetage gibt, als in Deutschland auch. Das Geheimnis nennt sich Golfstrom. Ist schon ne tolle Erfindung. Oslo und der gesamte Süden von Norwegen meldeten in der letztenWoche immer wieder Schneefall und vereiste Straßen. Bei uns war noch nicht einmal Kratzen angesagt. Temperaturen zwischen 6 und 10 Grad. Dabei aber richtig ekeliger Wind. Dieser ließ die gefühlte Temperatur  natürlich deutlich kälter werden.

Fürs Wochenende ist Sturm angesagt. Ich  hoffe, dass der Kollege das Boot in den Winterschlaf geschickt hat. Er hatte es zumindest vor. Was so ein Sturm mit unserer Nußschale anrichten kann, ist noch in guter Erinnerung und bedarf auch keiner Wiederholung. Er hat sich bis dato nicht gemeldet. Wenn ich nichts höre ist das immer ein gutes Zeichen. Ich ruf auch erstmal nicht an. Wiege mich lieber noch in Unwissenheit und brauche mir keinen Kopf zu machen. Sonntag werde ich mal vorbei fahren. Früh genug für eventuell schlechte Nachrichten. 

Wir haben zur Zeit ein kleines Luxusproblem. Judith will eine neue Couch und ich einen Fernseher. Ich sage, wir kaufen zuerst den Fernseher. Dann wird der Wunsch nach einer Couch größer. Judith ist da anderer Meinung. Wenn hier erstmal ne Couch steht, wünscht man sich doch erst so richtig einen Fernseher. Ich bin mir beim Fernseher noch unsicher. Plasma oder LCD? Ich denke wir nehmen den LCD. Von dem gesparten Geld kann ich mir dann nämlich noch eine PS3 kaufen. Spart den Blue-Ray-Spieler. Judith weiß noch nicht, ob Schlafcouch oder Ledersofa. Hmm, ich denke es wird zuerst der Fernseher. Dann hat sie noch ein wenig Zeit zum Nachdenken.

Das Schöne an Neuanschaffungen ist, dass Judith immer die halbe Bude auf links krämpelt um einen geeigneten Platz zu  suchen, schaffen oder einfach nur um sich zu ärgern, weil sie ihn nicht findet. Dabei stößt sie dann immer wieder auf diese Häufchen, die man schon längst mal wegheften,-werfen oder -räumen wollte. Diese erledigt sie dann quasi nebenbei und steigert sich in einen wahren Wahn. Ich für meinen Teil bin froh, dass ich diesem Schauspiel zusehen kann, während ich hier lustig in die Tasten haue. Manchmal schreibe ich auch einfach nur irgendwelche Buchstaben wild hintereinander weg um den Schein zu wahren. Aber das verrate ich ihr lieber nicht.

In diesem Sinne wünsche ich Euch nun ein schönes Wochenende. Lasst was von Euch hören oder lesen und auf die üblichen Floskeln verzichte ich diesmal. Bis zum nächsten Mal!

Gruß

Karsten





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