This is it!
Freitag, 30. Oktober 2009, 17:43
Abgelegt unter: Tagebuch

Neue fromme Zeilen von den Auswanderern in Zivil!

Diesmal hatte die Woche einige Höhepunkte mehr als die Vorherige. Fangen wir bei unserem Ausflug zum Boot an. Da mein Mitbesitzer Besuch hatte, stand trotz etwas ramponiertem Achterdeck, Angeln auf dem Plan. Ob wir erfolgreich waren?! Diese Frage lässt sich bejahen und auch gleichzeitig verneinen. Es war ein Erfolg, den ich als solchen nicht werten möchte.Wir angelten auf Grund. Das Echolot zeigte 110 Meter an. Plötzlich ein Ruck an meiner Angel. angeschlagen und….sitzt. Beim Drill verhielt sich mein Gegner lengähnlich. Starke Fluchten nach unten und dann wieder, als wenn er nicht mehr am Haken wäre. Was ich am Ende über die Bordwand zog war ein Hai. Dornhai um genauer zu sein und ca.80 cm lang. Da er den Haken aber so ungünstig sitzen hatte, wäre ein Zurücksetzen Quälerei gewesen. Schweren Herzens musste ich das Tier dann erlösen und meinem Kollegen geben. Dieser freute sich schon auf Schillerlocken und Meeraal. Das sind nämlich die Verkaufsnamen dieser Tiere. Es war das erste Mal, dass ich über mein Hobby und meinen Erfolg eher zweigeteilter Meinung war. Deshalb gibt es auch kein Foto!

Ich brach eine weitere Brücke in Richtung Deutschland ab. Da ich von meinem Arbeitgeber in Deutschland vorerst beurlaubt war, lag es nun an mir, mich zu entscheiden. Zurück ins Kinderheim oder kündigen. Ich entschied mich für Zweiteres. Ich muss schon sagen, nette Gesten und Bauchpinseleien am Ende eines Arbeitsvertrages gehören meines Erachtens nicht der Normalität an. Danke an dieser Stelle für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Am Mittwoch dann Weltpremiere. This is it! Kindergarten Torvastad Laternenumzug. Ich setzte mich nicht mit meinem Arbeitskollegen ins Kino um ehrfürchtig dem King of Pop die letzte Ehre zu erweisen. Nein. Aus Liebe zu meiner Frau rannte ich bei 6 Grad Außentemperatur und Nieselregen mit einem Laternenumzug um den Kindergarten. Nur mitgesungen habe ich nicht. Sollte sie mal auf die Idee kommen, mir vorzuwerfen ich wäre rücksichtslos, bitte verweist sie auf diesen Artikel. So langsam scheint Judith hier zu einer lokalen Berühmtheit zu werden. Neben dem Internet - Mops- Treffen- Auftritt war jetzt die Zeitung im Kindergarten und sie wieder mit von der Partie. Autogramme auf Nachfrage.

Heute ist es dann endlich soweit. This is it! Live und in Farbe. Falls uns jemand treffen möchte, 20.30 Uhr Kino Haugesund. Danach gehts dann in die Stadt. Genauer in eine Diskothek, in der die Aftershowparty steigt. Eintritt erst ab 20 Jahren und die Kinotickets gelten als Eintrittskarte.

Wie der ein oder andere ja schon mitbekommen hat, bin ich dabei ein Buch zu schreiben. Ich saß wieder etwas am Rechner und hab meinem Hirn ein Storming verpasst. Natürlich wäre es langweilig  Euch alles schon vorab vorzuwerfen. Deshalb immer in kleinen Happen. Hier der nächste Bissen. 

Wartezeiten

Wir alle kennen sie. Ob an der Bushaltestelle, wo man gerade den Anschluss verpasst hat , beim Arzt, wo einen alle anhusten, obwohl man nur einen Splitter im Finger hat, oder auf dem Amt . Es ist immer dasselbe. Besonders schlimm, wenn man es eilig hat. Man will ja nur mal eben und schon hat sie einen wieder eingeholt. Diese Schlange. In der man selten der Kopf sondern meist das jämmerliche Schwanzende ist. Man kann Wartezeiten aber auch austricksen. Parken in der zweiten Reihe zum Beispiel. Oder Beim Aldi an der Kasse mitleidig mit einem Brot und 10 Eiern aus der Wäsche gucken. Lässt die nette Dame mit dem Einkaufswagen, der auf Grund seiner Fülle an den Mauerfall von 1989 erinnert, einen dann vor, winken meist auch die anderen wohlwollend und mitleidig durch. Ist man dann ganz vorne angekommen kann man beruhigt seine Lebensabschnittsgefährtin rufen, die einem gesagt hat,dass man nicht nerven, sondern sich schon mal anstellen soll, während sie noch bei den Mittwochsangeboten stöbert. Immer wieder toll zu sehen wie ein voller Einkaufswagen von Hinten dann für Stimmung am Band sorgt.

Ich für meinen Teil habe zu all dem noch eine ganz persönliche Wartezeit. Sie trägt mittlerweile sogar den selben Nachnahmen wie ich. Es wird gesagt, dass eine Ehe durchschnittlich das Leben verlängern soll. Böse Zungen behaupten es käme einem nur länger vor.

Ich bin geneigt das Wort“ Ehe“ in „Warte“ umändern zu wollen. Und, wie lange wartest du jetzt schon? Egal wo, ich muss warten. Oh warte mal eben hier, warte mal eben da. Schatz bist du fertig? Warte, komme gleich! Das fängt beim Aufstehen an und hört beim Sex auf. So gesehen also von morgens bis abends…..

So, und nun entlasse ich Euch in Euer wohlverdientes Wochenende. Ich für meinen Teil setze jetzt noch eben die Fußmatte unter Strom und spritze ein paar Schokoriegel mit Abführmittel auf. Es ist Halloween und ich bin geneigt, hier gleich den richtigen Eindruck zu hinterlassen.

Bleibt uns treu, empfehlt uns weiter und als Vertreter der Kirche wünsche ich Euch einen schönen Reformationstag.

Gruß

Karsten









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