Zu Besuch in Norwegen …
Mittwoch, 21. Oktober 2009, 16:10
Abgelegt unter: Tagebuch

Hallo Ihr alle,

hier meldet sich Nicole (aus dem Papillion), die heute den letzten Tag ihres Besuchs bei unseren Lieblingsnorwegern genießt. Ich bin seit Samstag hier und muss leider, leider heute Abend die Rückreise antreten.

Ich sag euch, in den letzten Tagen hab ich soviel gemacht, was in irgendeiner Art immer mit einem Superlativ beschrieben werden muss, dass ich mir ernsthaft Gedanken machen muss, ob ich genug Superlative kenne.

Ich bin Samstag erst gegen Abend hier angekommen und wir haben nicht viel mehr gemacht, außer das wohl teuerste Bier, dass ich jemals vor mir stehen hatte, getrunken. Nebenbei konnten wir, während wir auf der gemütlichsten Außenterrasse saßen, die wohl kürzesten Röcke (zumindest für diese Temperaturen) und die schönste Promenade betrachten. Nebenbei hat Karsten ein paar der lustigsten oder auch heftigsten Geschichten von wohl mit Abstand tagesvollsten Norwegern erzählt, die hier wohl in der Zeitung veröffentlicht werden.

Am Sonntag sind wir zu dem Boot gefahren, von dem wir alle schon gelesen haben. Meine Kleidung war wohl die dickste, die ich jemals anhatte und trotzdem hab ich noch gefroren. Aber, und das ist vielleicht mal eine ganze interessante Info, für alle, die hier fleißig lesen … es scheint wirklich nicht so zu sein, dass Judith und Karsten immer die schönsten Fotos raussuchen … es ist hier wirklich alles immer so schön. Naja, nach dem kältesten Ausflug, den ich je erlebt habe, hab ich gleich den mutigsten Ausflug meines Lebens erlebt und zwar in kulinarische Welten. Wer mich kennt, der weiß auch, dass ich die Dinge die ich esse schneller aufsagen kann, als mich jemand fragen kann, was ich denn nicht mag. Da hab ich aber meine Rechnung ohne Karsten gemacht, der mir nach einem Stück Krebsfleisch am Boot (was wirklich gut war), gleich drei verschiedene Sorten Meerestierchen auftischte. Der Mut hat sich aber gelohnt und ich muss sagen, der (ich hoffe, ich hab es richtig behalten) Leng/Läng (?) hat mir wirklich gefallen. Nebenbei war das hier auch der wohl informativste Urlaub, den ich bis jetzt erlebt habe. Richtig niedlich ist zu bemerken, dass unsere beiden Norweger anscheinend sehr ähnlich denken. Ich hab nämlich so ziemlich jede Info zweimal bekommen, manchmal sogar wortwörtlich gleich. Sehr praktisch, wenn man über ein ziemlich löcheriges Kurzzeitgedächnis verfügt.

Am Montag war ich mit Judith in der Stadt. Ich muss sagen, dass ich wirklich beeindruckt war, wie gut Judith Norwegisch spricht. Ich hatte immer den Eindruck, dass es sich mit den Sprachkenntnissen der beiden so verhält, wie mit meinem Englisch … man kommt klar und muss noch viel lernen. So ist das aber garnicht. Die beiden sind wirklich fit und müssen, zumindest so mein Eindruck, nicht mal nachdenken. Mein Vorteil bei der Sache war ganz eindeutig, dass Judith mir einen “Lappen” empfehlen konnte, den ich nach dem Eindruck an der Theke des Bäckers nie gekauft hätte. Aber … seit Montag kann ich das Ding nur empfehlen. Gut, dass Judith sich auskennt. Nachmittags waren wir am Strand und meine Kamera und ich konnten uns ordentlich austoben.

Gestern war mein persönllicher Lieblingstag. Morgens bin ich erstmal auf eigene Faust losgezogen, um das zu suchen, was mir Zuhause am meisten fehlt: LINDEX! Ich finde schon alleine die Tatsache, dass es die Kette (für alle Angehörigen des *hust* starken Geschlechts: Lindex ist eine Bekleidungskette, die ausschließlich Damen- und Kinderbekleidung verkauft) hier gibt verleitet dazu es Judith und Karsten einfach nachzumachen. Das OASEN SENTER war super leer und ich hatte zwischendurch wirklich das Gefühl alleine da zu sein. Meiner Meinung nach muss man keine Carrie Bradshore sein, um davon zu träumen ein Einkaufcenter für sich zu haben. Nachdem Judith mich nach ihrer Arbeit abgeholt hat, haben wir essen gemacht. Danach sind wir  … ja, da schlägt jetzt mein löchriges Kurzzeitgedächnis zu … wir waren an so einem Ding, keine Ahnung was das war, vielleicht hätte ich doch wirklich die Touri-Infos lesen sollen … hm, also ein Ding, was man vielleicht als Säule beschreiben kann, aus Stein, beleuchtet. Das sollte es treffen. Viel cooler war aber auch a) der Weg zum Leuchtturm und das rumhüpfen auf den Felsen und b) Karstens Imitation von Henry Maske, die meiner Meinung nach viel mehr von Sven Ottke hatte. An diesem wunderbarsten Ort hab ich dann auch meine 12 GB Speicherkarte vollbekommen. Nach einer kleinen Fress- und Datenübertragorgie gestern abend ist heute mein letzter Tag angebrochen. Henry und ich hüten gerade die Wohnung, ich packe meinen Koffer nebenbei und schreibe fleißig Bericht.

Leider bleibt mir nicht viel mehr zu sagen, als: es war unheimlich schön hier und ich freu mich jetzt schon auf meinen nächsten Besuch bei diesen lieben Dreien. Ich sag Danke für ein paar Tage Auszeit und vor allem dafür, dass ihr das so spontan möglich gemacht habt. Danke Karsten, dass du mir nicht die Möglichkeit gegeben hast mich anzustellen, Danke Judith für die Zahnbürste und rauchen und reden, das tat gut, Danke Henry für ganz viel Wärme beim lesen und den kleinen Schmatzer gerade, der sich fast wie ein “Vo” angehört hat ;o).

An alle anderen … ich hoffe ich konnte euch einen Einblick meiner 4-5 Tage Norwegen geben, Gruß, Nicole









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