This is it!
Freitag, 30. Oktober 2009, 17:43
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Neue fromme Zeilen von den Auswanderern in Zivil!

Diesmal hatte die Woche einige Höhepunkte mehr als die Vorherige. Fangen wir bei unserem Ausflug zum Boot an. Da mein Mitbesitzer Besuch hatte, stand trotz etwas ramponiertem Achterdeck, Angeln auf dem Plan. Ob wir erfolgreich waren?! Diese Frage lässt sich bejahen und auch gleichzeitig verneinen. Es war ein Erfolg, den ich als solchen nicht werten möchte.Wir angelten auf Grund. Das Echolot zeigte 110 Meter an. Plötzlich ein Ruck an meiner Angel. angeschlagen und….sitzt. Beim Drill verhielt sich mein Gegner lengähnlich. Starke Fluchten nach unten und dann wieder, als wenn er nicht mehr am Haken wäre. Was ich am Ende über die Bordwand zog war ein Hai. Dornhai um genauer zu sein und ca.80 cm lang. Da er den Haken aber so ungünstig sitzen hatte, wäre ein Zurücksetzen Quälerei gewesen. Schweren Herzens musste ich das Tier dann erlösen und meinem Kollegen geben. Dieser freute sich schon auf Schillerlocken und Meeraal. Das sind nämlich die Verkaufsnamen dieser Tiere. Es war das erste Mal, dass ich über mein Hobby und meinen Erfolg eher zweigeteilter Meinung war. Deshalb gibt es auch kein Foto!

Ich brach eine weitere Brücke in Richtung Deutschland ab. Da ich von meinem Arbeitgeber in Deutschland vorerst beurlaubt war, lag es nun an mir, mich zu entscheiden. Zurück ins Kinderheim oder kündigen. Ich entschied mich für Zweiteres. Ich muss schon sagen, nette Gesten und Bauchpinseleien am Ende eines Arbeitsvertrages gehören meines Erachtens nicht der Normalität an. Danke an dieser Stelle für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

Am Mittwoch dann Weltpremiere. This is it! Kindergarten Torvastad Laternenumzug. Ich setzte mich nicht mit meinem Arbeitskollegen ins Kino um ehrfürchtig dem King of Pop die letzte Ehre zu erweisen. Nein. Aus Liebe zu meiner Frau rannte ich bei 6 Grad Außentemperatur und Nieselregen mit einem Laternenumzug um den Kindergarten. Nur mitgesungen habe ich nicht. Sollte sie mal auf die Idee kommen, mir vorzuwerfen ich wäre rücksichtslos, bitte verweist sie auf diesen Artikel. So langsam scheint Judith hier zu einer lokalen Berühmtheit zu werden. Neben dem Internet - Mops- Treffen- Auftritt war jetzt die Zeitung im Kindergarten und sie wieder mit von der Partie. Autogramme auf Nachfrage.

Heute ist es dann endlich soweit. This is it! Live und in Farbe. Falls uns jemand treffen möchte, 20.30 Uhr Kino Haugesund. Danach gehts dann in die Stadt. Genauer in eine Diskothek, in der die Aftershowparty steigt. Eintritt erst ab 20 Jahren und die Kinotickets gelten als Eintrittskarte.

Wie der ein oder andere ja schon mitbekommen hat, bin ich dabei ein Buch zu schreiben. Ich saß wieder etwas am Rechner und hab meinem Hirn ein Storming verpasst. Natürlich wäre es langweilig  Euch alles schon vorab vorzuwerfen. Deshalb immer in kleinen Happen. Hier der nächste Bissen. 

Wartezeiten

Wir alle kennen sie. Ob an der Bushaltestelle, wo man gerade den Anschluss verpasst hat , beim Arzt, wo einen alle anhusten, obwohl man nur einen Splitter im Finger hat, oder auf dem Amt . Es ist immer dasselbe. Besonders schlimm, wenn man es eilig hat. Man will ja nur mal eben und schon hat sie einen wieder eingeholt. Diese Schlange. In der man selten der Kopf sondern meist das jämmerliche Schwanzende ist. Man kann Wartezeiten aber auch austricksen. Parken in der zweiten Reihe zum Beispiel. Oder Beim Aldi an der Kasse mitleidig mit einem Brot und 10 Eiern aus der Wäsche gucken. Lässt die nette Dame mit dem Einkaufswagen, der auf Grund seiner Fülle an den Mauerfall von 1989 erinnert, einen dann vor, winken meist auch die anderen wohlwollend und mitleidig durch. Ist man dann ganz vorne angekommen kann man beruhigt seine Lebensabschnittsgefährtin rufen, die einem gesagt hat,dass man nicht nerven, sondern sich schon mal anstellen soll, während sie noch bei den Mittwochsangeboten stöbert. Immer wieder toll zu sehen wie ein voller Einkaufswagen von Hinten dann für Stimmung am Band sorgt.

Ich für meinen Teil habe zu all dem noch eine ganz persönliche Wartezeit. Sie trägt mittlerweile sogar den selben Nachnahmen wie ich. Es wird gesagt, dass eine Ehe durchschnittlich das Leben verlängern soll. Böse Zungen behaupten es käme einem nur länger vor.

Ich bin geneigt das Wort“ Ehe“ in „Warte“ umändern zu wollen. Und, wie lange wartest du jetzt schon? Egal wo, ich muss warten. Oh warte mal eben hier, warte mal eben da. Schatz bist du fertig? Warte, komme gleich! Das fängt beim Aufstehen an und hört beim Sex auf. So gesehen also von morgens bis abends…..

So, und nun entlasse ich Euch in Euer wohlverdientes Wochenende. Ich für meinen Teil setze jetzt noch eben die Fußmatte unter Strom und spritze ein paar Schokoriegel mit Abführmittel auf. Es ist Halloween und ich bin geneigt, hier gleich den richtigen Eindruck zu hinterlassen.

Bleibt uns treu, empfehlt uns weiter und als Vertreter der Kirche wünsche ich Euch einen schönen Reformationstag.

Gruß

Karsten



Auf Grund gelaufen
Freitag, 23. Oktober 2009, 16:54
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Hallo Ihr lieben!

Ja genau, Freitag. Wie jede Woche. Meine flog wieder eimal. Danke erst mal an Nicole für diesen doch sehr ansehnlichen Bericht und vor allem für die ganzen Nettigkeiten aus Deutschland. Irgend etwas müssen wir falsch machen. Alle die hier waren melden zurück das es ja soo toll hier war. Das schlimme daran ist, alle wollen wiederkommen. Hab ich nicht die Einsamkeit und Anonymität gesucht um meine Ruhe zu haben? Mal sehen, vielleicht machen wir ja auch mal ein Feriencamp oder so was in der Art auf. Da hab ich dann zwar keine Ruhe aber ein zusätzliches Einkommen.

Vom Feriencamp, an dem unser Boot liegt, gibt es so viel zu Berichten das wir natürlich wieder hin fahren und nicht angeln sondern arbeiten. Ich war der Meinung das wir unser Boot schon ganz gut und sicher vertaut hatten. Der Fjord und die Wellen samt Wind haben mich/ uns mal wieder eines besseren belehrt. Es hat sich losgerissen und ein wenig selbst zerlegt. Geht es nach mir wird der Kahn verkauft. Da jetzt aber die denkbar ungünstigste Zeit ist um ein Boot zu verkaufen, haben wir a) die Torte noch bis zum Frühjahr an der Backe und b) ich noch etwas Zeit um den Mitbesitzer zu überzeugen das Plastik um einiges besser ist als Holz.

Bei Judith und mir gab es arbeitstechnisch gesehen nicht viel neues. Um genauer zu sein, so gut wie gar nichts. Alles Zukunftsmusik. Weihnachtsessen und Laternenumzug im Kindergarten und noch keinen Termin für die Weihnachtsfeier meiner Firma. Bei unserem Glück fällt beides wieder auf einen Termin. Weihnachtsessen ist hier nämlich mit Partner.

Der Karmsund, mein Angelgewässer direkt vor der Haustür entging heute morgen nur knapp einer Katastrophe. Ein Boot meinte, direkt vor der Firma in der ich arbeite, auf Grund laufen zu müssen. Ich konnte also den ganzen Tag über der Bergungsaktion zuschauen. Hab Euch hier mal den Link hinterlegt, http://www.h-avis.no/section/video/1225&id=992 falls es sich jemand ansehen möchte. Im Bericht geht es darum, dass das Boot vorne seinen Dieseltank hatte , es aber weitaus schlimmer hätte kommen können und die Schäden sehr überschaubar wären. Gegen 14 Uhr war der Spuk dann vorbei. Diesel und Öl wurden abgepumpt und das Boot wurde, auf Grund der einsetzenden Flut, wieder frei gezogen.

Viel mehr gibt es irgendwie nicht zu berichten. Im Moment jedenfalls nicht. Es wird hier alles langsam aber sicher zur Normalität, sprich Alltag. Natürlich machen wir hier einiges, ich glaube aber kaum, dass das auf sonderlich großes Interesse stoßen würde. Ihr geht ja auch Einkaufen, Putzt oder dreht ne Tour mit dem Hund. Bor Scheiße, alles das was ich Heute noch machen muss.

Ein entspanntes Wochenende und das Übliche, Ihr kennt das ja.

Gruß

Karsten



Zu Besuch in Norwegen …
Mittwoch, 21. Oktober 2009, 16:10
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Hallo Ihr alle,

hier meldet sich Nicole (aus dem Papillion), die heute den letzten Tag ihres Besuchs bei unseren Lieblingsnorwegern genießt. Ich bin seit Samstag hier und muss leider, leider heute Abend die Rückreise antreten.

Ich sag euch, in den letzten Tagen hab ich soviel gemacht, was in irgendeiner Art immer mit einem Superlativ beschrieben werden muss, dass ich mir ernsthaft Gedanken machen muss, ob ich genug Superlative kenne.

Ich bin Samstag erst gegen Abend hier angekommen und wir haben nicht viel mehr gemacht, außer das wohl teuerste Bier, dass ich jemals vor mir stehen hatte, getrunken. Nebenbei konnten wir, während wir auf der gemütlichsten Außenterrasse saßen, die wohl kürzesten Röcke (zumindest für diese Temperaturen) und die schönste Promenade betrachten. Nebenbei hat Karsten ein paar der lustigsten oder auch heftigsten Geschichten von wohl mit Abstand tagesvollsten Norwegern erzählt, die hier wohl in der Zeitung veröffentlicht werden.

Am Sonntag sind wir zu dem Boot gefahren, von dem wir alle schon gelesen haben. Meine Kleidung war wohl die dickste, die ich jemals anhatte und trotzdem hab ich noch gefroren. Aber, und das ist vielleicht mal eine ganze interessante Info, für alle, die hier fleißig lesen … es scheint wirklich nicht so zu sein, dass Judith und Karsten immer die schönsten Fotos raussuchen … es ist hier wirklich alles immer so schön. Naja, nach dem kältesten Ausflug, den ich je erlebt habe, hab ich gleich den mutigsten Ausflug meines Lebens erlebt und zwar in kulinarische Welten. Wer mich kennt, der weiß auch, dass ich die Dinge die ich esse schneller aufsagen kann, als mich jemand fragen kann, was ich denn nicht mag. Da hab ich aber meine Rechnung ohne Karsten gemacht, der mir nach einem Stück Krebsfleisch am Boot (was wirklich gut war), gleich drei verschiedene Sorten Meerestierchen auftischte. Der Mut hat sich aber gelohnt und ich muss sagen, der (ich hoffe, ich hab es richtig behalten) Leng/Läng (?) hat mir wirklich gefallen. Nebenbei war das hier auch der wohl informativste Urlaub, den ich bis jetzt erlebt habe. Richtig niedlich ist zu bemerken, dass unsere beiden Norweger anscheinend sehr ähnlich denken. Ich hab nämlich so ziemlich jede Info zweimal bekommen, manchmal sogar wortwörtlich gleich. Sehr praktisch, wenn man über ein ziemlich löcheriges Kurzzeitgedächnis verfügt.

Am Montag war ich mit Judith in der Stadt. Ich muss sagen, dass ich wirklich beeindruckt war, wie gut Judith Norwegisch spricht. Ich hatte immer den Eindruck, dass es sich mit den Sprachkenntnissen der beiden so verhält, wie mit meinem Englisch … man kommt klar und muss noch viel lernen. So ist das aber garnicht. Die beiden sind wirklich fit und müssen, zumindest so mein Eindruck, nicht mal nachdenken. Mein Vorteil bei der Sache war ganz eindeutig, dass Judith mir einen “Lappen” empfehlen konnte, den ich nach dem Eindruck an der Theke des Bäckers nie gekauft hätte. Aber … seit Montag kann ich das Ding nur empfehlen. Gut, dass Judith sich auskennt. Nachmittags waren wir am Strand und meine Kamera und ich konnten uns ordentlich austoben.

Gestern war mein persönllicher Lieblingstag. Morgens bin ich erstmal auf eigene Faust losgezogen, um das zu suchen, was mir Zuhause am meisten fehlt: LINDEX! Ich finde schon alleine die Tatsache, dass es die Kette (für alle Angehörigen des *hust* starken Geschlechts: Lindex ist eine Bekleidungskette, die ausschließlich Damen- und Kinderbekleidung verkauft) hier gibt verleitet dazu es Judith und Karsten einfach nachzumachen. Das OASEN SENTER war super leer und ich hatte zwischendurch wirklich das Gefühl alleine da zu sein. Meiner Meinung nach muss man keine Carrie Bradshore sein, um davon zu träumen ein Einkaufcenter für sich zu haben. Nachdem Judith mich nach ihrer Arbeit abgeholt hat, haben wir essen gemacht. Danach sind wir  … ja, da schlägt jetzt mein löchriges Kurzzeitgedächnis zu … wir waren an so einem Ding, keine Ahnung was das war, vielleicht hätte ich doch wirklich die Touri-Infos lesen sollen … hm, also ein Ding, was man vielleicht als Säule beschreiben kann, aus Stein, beleuchtet. Das sollte es treffen. Viel cooler war aber auch a) der Weg zum Leuchtturm und das rumhüpfen auf den Felsen und b) Karstens Imitation von Henry Maske, die meiner Meinung nach viel mehr von Sven Ottke hatte. An diesem wunderbarsten Ort hab ich dann auch meine 12 GB Speicherkarte vollbekommen. Nach einer kleinen Fress- und Datenübertragorgie gestern abend ist heute mein letzter Tag angebrochen. Henry und ich hüten gerade die Wohnung, ich packe meinen Koffer nebenbei und schreibe fleißig Bericht.

Leider bleibt mir nicht viel mehr zu sagen, als: es war unheimlich schön hier und ich freu mich jetzt schon auf meinen nächsten Besuch bei diesen lieben Dreien. Ich sag Danke für ein paar Tage Auszeit und vor allem dafür, dass ihr das so spontan möglich gemacht habt. Danke Karsten, dass du mir nicht die Möglichkeit gegeben hast mich anzustellen, Danke Judith für die Zahnbürste und rauchen und reden, das tat gut, Danke Henry für ganz viel Wärme beim lesen und den kleinen Schmatzer gerade, der sich fast wie ein “Vo” angehört hat ;o).

An alle anderen … ich hoffe ich konnte euch einen Einblick meiner 4-5 Tage Norwegen geben, Gruß, Nicole



Lachs und Hummer zur Mittagspause
Freitag, 16. Oktober 2009, 16:51
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Für die, die es noch nicht gecheckt haben: es ist Freitag. Das heißt, dass es a) einen neuen Bericht von mir gibt und b) 2 Tage hintereinander frei sind. Wenn ich an Eurer Stelle wäre, ich würde mich über jeden Bericht freuen. Nicht nur weil ich so nett schreibe, sondern vielmehr, weil das der Türöffner zum Wochenende ist. So, Einkaufen waren wir, Bude ist geputzt, jetzt nur noch Bericht lesen und dann ist gut.

Wie wir Euch ja in der letzten Woche mitgeteilt haben, wollten wir zum Strand um Plattfische zu angeln. Wir waren am Strand, wir haben geangelt, nur Plattfisch gab es nicht. Um genauer zu sein gab es in zweieinhalb Stunden gar nichts. Im Großen und Ganzen verlief das letzte Wochenende aber nach Plan. Ich verbrachte die meiste Zeit auf Stord beim Boot. So wirklich viel mit Angeln war aber nicht. Irgendwie ist da immer was. Erst zu viel Strömung dann einige Reperaturen und zu guter letzt, als es dann endlich los gehen sollte, Batterie leer. Das sind so Momente, in denen ich gern mal schreien würde. Nur leider weiß ich all zu gut wie armseelig sich mein Geschrei anhört. Da hätten dann Lachmöven mal wirklich was zu lachen. By the way: Lachmöven heißen nicht Lachmöven weil sie so viel Lachen! Lach kommt eher von früher. Und da die Viecher in jeder Lache anzutreffen waren, haben sie daher auch ihren Namen. So, wieder was dazu gelernt.

Die Woche verging irgendwie im Eiltempo. Also eigentlich vergeht hier jede Woche verdammt schnell und ich überlege schon immer am Donnerstag, was ich Euch denn wieder Nettes schreiben kann. Genauer gesagt, ich sammle die ganze Woche über und versuche Neuigkeiten, die von Belang sein könnten, zu behalten. Was dabei so hängen bleibt lest ihr ja jeden Freitag. Mal mehr, mal weniger. Ja, auch ich werde älter. Da ist das mit dem Behalten nicht mehr so einfach.

Zurück zum Konsens. Hätte ich die Absicht meine Alterserscheinungen kund zu tun, hätte ich dafür eine eigene Seite angelegt. Wenn es soweit sein sollte werde ich Euch natürlich sofort darüber in Kenntnis setzten und den Link posten.

Auf der Arbeit gab es Lachs und Hummer. Und das in der Mittagspause. Jaha, da guckt ihr. Der hohe Norden ist schon was Feines, was den Gaumen betrifft.  Hört sich alles immer besser an, als es wirklich ist. Der Lachs kam von einem Kunden. Es gab eine Seite frisch geräuchert. Für die ganze Belegschaft. Der Hummer war in einem Korb, den wir ausgelegt haben. Da unsere Firma ja direkt am Wasser liegt und gerade Hummersaison ist, liegt es natürlich nahe, dass wir da mal den ein oder anderen Korb auslegen. War der Erste bis jetzt. Krabben sind immer anzutreffen. Aber die will ja keiner mehr.  Den Hummer durfte der Kollege mitnehmen, dem auch die Körbe gehören. Ich lud dafür alle bei ihm zum Essen ein. Heute Abend 18 Uhr bei ihm. Gibt Hummersuppe.

Ich freue mich ganz besonders auf dieses Wochenende. Wir bekommen nämlich Besuch. Und da bei uns jeder Besuch genötigt wird einen Bericht zu verfassen, lohnt es sich auch im Laufe der nächsten Woche mal rein zu klicken.

Wir werden uns also wieder als Touriführer mißbrauchen lassen. Wie das so geworden ist, wie gesagt, im Laufe der nächsten Woche.

Ich muß gestehen, ich habe nicht weitergeschrieben. Am Buch meine ich. Vielleicht, weil die Resonanz auf meine Leseprobe so spärlich ausgefallen ist. Also denkt daran: der Applaus ist das Futter der Künstler. Ohne hört man halt auf.

So, was jetzt noch? Ach so, ja, Bude putzen, einkaufen….

Schönes Wochenende und auf die üblichen Floskeln verzichte ich jetzt mal.

Gruß Karsten



Tage wie dieser
Freitag, 9. Oktober 2009, 15:50
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Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen mag ich anmerken, dass wieder Freitag ist und ihr folglich einen Bericht von mir bekommt. Von mir ist nicht ganz richtig, da es ein Gemeinschaftsbericht wird. Also Karsten diktiert und Judith tippt.

Was musste ich da kürzlich lesen? Norwegen ist das Land mit dem höchsten Lebensstandard. Ach du sch… Hoffentlich haben das nicht allzu viele Leute gelesen, sonst wirds womöglich noch voll hier oben. Auch frag ich mich, nach welchen Kriterien da beurteilt wurde. Dass Deutschland im Vergleich nur auf Platz 22 kam, wundert mich da schon etwas. Zugegeben, die Löhne sind hier etwas höher, der Freizeit- und Erholungswert ebenso. Aber mal anders gefragt: was kosten Alkohol und Zigaretten in Deutschland? Muss man den Zahnarzt selbst bezahlen oder gar Maut für die Straßen, auf denen man fährt? Hat man beim Arzt einen Eigenanteil von 200 € jährlich zu tragen? Berücksichtigt man diese Beispiele und rechnet mal etwas runter, so wird man schnell zu der Erkenntnis kommen, dass auch hier keine gebratenen Tauben durch die Lüfte fliegen und schon gar kein Honig in den Flüssen fließt. Oder was glaubt ihr, was wir hier verdienen?

Nach diesem kleinen Abstecher nun ein wenig zu uns. Unser voriges Wochenende war sehr ereignisreich. Wir haben einen Hummer gefangen, waren beim “deutschen Stammtisch” und beim Mopstreffen. Der Stammtisch war ganz nett mal ungezwungen deutsch zu quatschen und auch gut besucht. Für meine Frau gab es zum ersten Mal ein Nationalgericht Fårikål “Schaf mit Kohl” zu kosten. Das Mopstreffen war ein spezielles, da es auf einem Bauernhof war. Einmal jährlich treffen sich alle bei dieser Mopszüchterin, die alleine schon 15 Tierchen dieser Art besitzt! Es gab Essen, Trinken, eine Verlosung und natürlich Regen. Zudem hatte sie ein paar Hunde, die eine neue Heimat suchten. Da unser Mops-Herz nicht widerstehen konnte… so eine kleine, beigefarbene Hündin.. Dann aber das Problem: die Hündin hätte noch sterilisiert werden müssen und das, zusammengerechnet mit dem Kaufpreis, überstieg dann locker ein ganzes Monatsgehalt. Sollte sich unser Hund also einfallen lassen, krank zu werden wird er in den Genuss von Selbstmediaktion und anderen Experimenten kommen. Würden wir sagen, der Tierarzt ist unverschämt teuer, wäre das noch sehr milde ausgedrückt. So entschlossen wir uns schweren Herzens das Geld in ein neues Sofa, einen Fernseher sowie einen Teppich zu investieren. Der Rest bleibt auf der Bank und der Teppich liegt sogar schon.

Wie auf meinem Skype-Profil zu erkennen ist, bin ich ja auch bei Facebook aktiv. Wenn ich sage “ich”, lüge ich etwas. Okay: ich war es, der “Farmville” installiert hat. Aus einem anfänglichen: “Was ist das denn für ein Mist?” meiner Frau, ist ein: “Oh, ich glaub ich muss noch ernten!” geworden. Jede freie Minute, die meine Frau am Rechner verbringt, muuhht, gackert oder quäkt irgendetwas. Ich würde mir gerade selber den Goldenen Blödmann verleihen, wenn ich denn einen hätte.

Auf dem Programm für dieses Wochenende stehen: Boot, Plattfisch angeln und Einkaufen (Judith: Shoppen!!). Mal sehen, an was wir Sonntag abend einen Haken machen können.

Lasst Euch die Zeit auf Platz 22 nicht allzu lang werden. Am Schluß wie immer die üblichen Floskeln: treu bleiben, weiter empfehlen und auch nächstes Mal wieder anklicken.

Hier noch ein paar Bilder

 

Gruß von Platz 1

Judith & Karsten



Leseprobe
Freitag, 2. Oktober 2009, 14:19
Abgelegt unter: Tagebuch

Da es wieder Freitag ist, bekommt ihr wie fast jeden Freitag, ein wenig Nervennahrung.

An dieser Stelle möchte ich erst mal ein ganz fettes DANKESCHÖN für all die lieben Geburtstagsgrüße los werden. Ich habe meinen Geburtstag mal ohne all die Obzönitäten, pompösen Zeremonien und Rituale gefeiert. Dieses mal nur im ganz engen Familienkreis. Frau, Hund und meine Wenigkeit. Nüchtern, nonkonform, neunundzwanzig! Eigentlich zu jung um alt zu sein.

Sagen wir: ich bin nicht alt, nur ein wenig älter. Und da Männer ja eh nicht älter, sondern nur interessanter werden…. Jetzt aber genug der ganzen Selbstverherrlichung und Süßholzraspelei! Zurück zum Wesentlichen.

Wir schlagen uns hier mit den selben Dingen rum, wie es sie in Deutschland auch gibt. Ämter, Behörden, Arbeitskollegen usw. Wer also glaubt, dsas ein Umzug in ein anders Land auch gleichzeitig bedeutet, dass man weniger Sorgen hat, der irrt. Es ist nur alles etwas entspannter hier. Vor allem die Mentalität der Leute. Es läßt sich also besser aushalten.

Ich für meinen Teil kann mich eigentlich nicht beklagen. Bei Judith laufen die Uhren wohl etwas anders. Wo ich Post bekommen habe, muss sie hinterher laufen oder wahlweise telefonieren. Wo ich doch eher Glück mit meinen Arbeitskollegen habe, hat sie jetzt ein ”tüllekük” vorgesetzt bekommen. Ich denke, es dauert nicht mehr lange, bis die Nachwuchsplanung anläuft.

Sollte das Wetter so bleiben wie es ist, steht uns ein recht schönes Wochenende bevor. Mal sehen, wenn es so bleibt gehe ich vielleicht nachher mit Judith zum Strand Plattfische angeln. Morgen steht dann unser Mopstreff an und Sonntag gehts zum Boot. Ich muss meine Reuse reinholen. Es ist Hummerzeit. Diese Tierchen dürfen nur im Oktober gefangen werden. Sollte einer dabei sein gibts natürlich ein Foto. Auch die Netzfischerei gilt es noch ein wenig zu optimieren. Also alle Hand voll zu tun.

Wie in der Überschrift angekündigt, hier nun ein kleiner Richtungsweiser. Ich habe ein wenig in die Tasten gehauen und denke, dass es in dieser Richtung weiter gehen wird. Sicher bin ich allerdings nicht. Und ich denke, dass noch jede Menge Überraschungen dabei sein werden.

Und bitte:

Gib jemandem einen Fisch und er wird den Tag über gesättigt sein. Lehre jemandem das Angeln und er wird satt für den Rest seines Lebens.

Asiatische Sprichwörter. Ich finde es gibt solche und solche. Die aus den Glückskeksen, die es beim Chinesen um die Ecke bei einer Portion gebratener Nudeln oder Hähnchen Chop Suey dabei gibt, laden höchstens zum kurzen Nachdenken ein. Meistens habe ich sie schon wieder vergessen, wenn der Keks noch nicht ganz aufgegessen ist.

Was hat die Jungs und Mädels aus Fernost eigentlich dazu bewogen, Zettel in ihre Kekse mit einzubacken. Und warum heißen die Dinger überhaupt Glückskekse? Meistens stehen da so Halbweisheiten drin, die mich derart aus der Fassung bringen könnten, dass ich geneigt bin ihm seinen Fraß an die Scheibe zu klatschen.  Da chinesische Schriftzeichen mit einer kleinen Änderung was völlig anderes bedeuten, stünde dann wahrscheinlich, auf Grund meiner Nudeln, nicht mehr China – Imbiss in gemalten Buchstaben, sondern Glückskekse sind Scheiße, an seiner Scheibe.

Gibt es eigentlich irgendjemanden, der daran glaubt? Wäre doch mal toll bei einer Vorstellungsrunde an der VHS , in der Uni , auf der Arbeit oder bei einer Fortbildung zu hören: Ja, hallo ich bin der Tom und ja, ich glaube an Sprüche aus  Glückskeksen. Sein wir mal ehrlich, die Lacher wären auf seiner Seite. Zwar würde ihn danach niemand mehr so richtig ernst nehmen, aber das wäre sein Auftritt. Ich überlege gerade, ob ich das nicht auch mal irgendwo einbauen könnte.

In diesem Sinne: Schönes Wochende, macht was draus. Empfehlt uns weiter, bleibt uns treu und bis zum nächsten Mal!

Gruß

Karsten





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