Freitag, 25. September 2009
Freitag, 25. September 2009, 17:04
Abgelegt unter: Tagebuch

Es ist mal wieder Freitag. Der Wochenendeinkauf ist erledigt und das Video vom Bildgirl geschaut. Nun kann es an das gehen, wofür die Woche über zu wenig Zeit ist. Da fällt mir ein, dass ich meinem Onkel ja noch ein Video machen wollte. Also wird wohl eine Bootstour anstehen. Das Wetter ist nicht all zu freundlich, aber das sind wir ja hier schon langsam gewohnt. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Einstellung. Wir leben nach dem Motto: Je länger es regnet, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass es bald aufhört.

Überlebensstrategie und Leitsatz an Norwegens Küste. Vielleicht führe ich meine Frau auch noch in die Stadt aus. Aber dass es aufhört zu regnen ist wohl eher möglich.

Erwähnte ich eigentlich schon, dass der Wäschetrockner da ist?  Hatte zur Folge, dass Judith einen regelrechten Waschmarathon hingelegt hat. Und das in Bestzeit. Cindy rief mich natürlich nicht an. Ich bekam eine Sms, dass das Ding jetzt auf Lager sei. Voller Vorfreude meinerseits sind wir dann los um unser Gerät abzuholen. In der Abteilung war Cindy dann aber auch nicht. Hatte wohl frei. Stattdessen schickte uns die Kollegin zur Warenausgabe. Dort erwartete uns  ein eher grobmotorischer Lagermitarbeiter der sich auch noch über den Kofferraum meines Polo´s lustig machte. Gar nicht mal so dumm die Verkaufsstrategie. Die Mäuschen an die Front und die nicht so gesegneten ins Lager.  

Ich höre gerade Musik. Nicht hier drin, sondern von draußen. Da fällt mir der Zettel an unserem Briefkastenhäuschen ein von dem ich doch kurz berichten wollte. Das Wochenende ist für den Norweger heilig. Da heißt es hoch die Tassen und viel und zum Teil auch sehr laute Musik. Das beweisen immer die Polizeireporte samstags und montags in der Zeitung. Letztes Wochenede hatte der Nachbar wohl etwas zu tief ins Glas geschaut und dementsprechend hoch die Anlage gedreht. Irgendjemand fühlte sich davon belästigt und rief die Polizei. Diese kam sogar, was hier nicht so ganz üblich ist und machte dem wilden Treiben ein Ende. Anstatt sich jetzt aber dafür zu entschuldigen, schrieb der besagte Nachbar einen Brief an den anonymen Anrufer und heftete ihn an besagtes Briefkastenhäuschen. In diesem drückte er seine völlige Empörung über die Nachbarschaft aus und schrieb zu guter letzt noch seine Telefonnummer mit dem Verweis dabei, dass diese ja eben so leicht zu merken sei wie die der Polizei. Ich bezweifel, dass er sein Telefon gehört hätte. 

In solchen Sachen ist der Norweger ziemlich schmerzfrei. Von dem Bekanntem, dem der Campingplatz gehört an dem unser Boot liegt, hörte ich folgende Geschichte: Er suchte jemanden zur Aushilfe und inserierte im Internet. Es meldete sich niemand. Eines Nachts um 2 schellte dann das Telefon. Wunder, wer das sein könnte. Man macht sich ja so seine Gedanken. Am anderen Ende war ein Interessent für die ausgeschriebene Stelle. Als versucht wurde ihm zu erklären, dass es doch jetzt wohl die falsche Uhrzeit wäre und wie bescheuert man eigentlich sein muss um mitten in der Nacht anzurufen, drehte der junge Mann den Spieß um. Er beschimpfte unseren Bekannten aufs Übelste und machte ihm doch klar, dass doch er das Arschloch sei. Beim nächsten Mal soll er gefälligst dabei schreiben wann man sich bei ihm zu melden hat und legte auf.

In diesem Sinne verabschiede ich mich hier bei Euch. Sollte Euch jemand etwas wollen, dreht doch einfach mal den Spieß um.

Desweiteren gilt, treu bleiben, weiter empfehlen und uns auch das nächste Mal wieder anklicken.

Schönes Wochenende!

Gruß Karsten





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