Abgelegt unter: Tagebuch
Wie versprochen ein Bericht über die kleinen Wehwehchen!
Vorab sollte ich mich aber noch kurz zu unserer Internetabstinenz rechtfertigen. Wir waren dermaßen damit beschäftigt die Familie zu erweitern, dass wir für nichts anderes mehr Zeit hatten. Anders gesagt hat die Kinderzahl unter dem Farbfernseheinfluß in Deutschland in den 70ern auch rapide abgenommen und irgendwas mußten wir ja machen, wenn das Internet nicht funktioniert.
Auf deutsch gesagt: Hol dir einen Fachmann ins Haus und nichts geht mehr!
Wir haben eine schnellere Verbindung. Dazu musste ein neues Gerät her, welches fachmännisch angeschlossen wurde. So fachmännisch, dass halt gar nichts mehr ging. Nun ist die Nadel im Heuhaufen gefunden und wir schicken wieder ein bißchen Futter über den Äther!
Nun aber zum Gesundheitssystem. Vorab gesagt: Ich möchte hier nicht krank werden.
Bei jedem Arztbesuch ist hier ein Eigenanteil von 260 NOK zu zahlen. Medis kommen dann noch hinzu. Also wieder mal doppelt so teuer wie in Deutschland. Seinen Arzt darf man sich hier nicht aussuchen, den bekommt man zugeteilt. Ist man mit dem nicht zufrieden, hat man die Möglichkeit zu wechseln. Jedoch gibts nur 2 Wechsel im Kalenderjahr. Auch muß man sehen, dass der Arzt, den man gerne hätte, Kapazitäten frei hat. Ist dem nicht so, heißt es: warten.
Da ich seit geraumer Zeit einen stechenden Schmerz in der Leistengegend habe, musste ich doch mal einen Selbstversuch starten. Die Schmerzen sind nicht erst da seitdem Judith hier ist, nur um schon mal eventuellen Spekulationen vorzubeugen.
Ich war also bei meinem Hausarzt. Heute Nachmittag um kurz nach 16 Uhr. Ich hätte eigentlich selbst wissen müssen, dass dann hier für mehr als die Hälfte des Landes Feierabend ist. So auch bei meinem Arzt. Die Sprechstundenhilfe war aber noch da. Ich musste mir also einen Termin geben lassen. Den muss man hier haben oder bis zum jüngsten Tag im Wartezimmer sitzen. Ich wollte einen Termin für nach Feierabend haben. Aber bei mir nach Feierabend ist auch bei meinem Arzt nach Feierabend. Er nimmt nur Patienten von 9 - 12 Uhr an. Also die mit Termin. Die ohne kommen dann von 12 - 15 Uhr dran. Uns wurde Nahe gelegt einen Termin zu machen.
So werde ich also am Donnerstag um 9 Uhr dort sein. Ich weiß zwar noch nicht, wie ich das auf der Arbeit regeln soll, aber das scheint ja hier normal zu sein.
Eine kleine Anekdote noch zum Schluss:
Mein Kollege auf der Arbeit hatte vor einiger Zeit einen Unfall mit dem Motorrad. Bei diesem stürzte er auf sein Bein, welches er sich auch übelst Weh tat. Zu Hause angekommen, rief seine Mutter dann ziemlich aufgebracht wegen des ganzen Bluts in ihrer Küche im Krankenhaus an und sagte, dass sie jetzt vorbei kommen würden. Nö sagte der gute Mann im Krankenhaus. Man wisse ja schließlich nicht, wie schlimm die Sache sei und von daher sollten sie doch vorher beim Hausarzt vorbei fahren. Dieser entscheidet dann, ob ins Krankenhaus oder nicht. Gesagt, getan. Der Hausarzt warf einen Blick drauf, gab ihm eine Spritze gegen die Schmerzen und sagte, dass es wohl besser sei, damit ins Krankenhaus zu fahren. Ach nee.
Nach 2 stündiger Wartezeit in der Ambulanz ging es auch mal weiter. Ach welch Wunder, es musste genäht werden. Ich denke die Narbe wäre schöner und die ganze Sache schneller verheilt, wenn man nicht erst noch ne halbe Weltreise unternehmen müßte. Auch die Spätfolgen wären sicherlich bei weitem nicht so schlimm. Ein Punkt war, dass er auf Grund des Beines nicht zum Militär durfte.
Also passt im nächsten Angelurlaub auf eure Haken auf. Die sind mal schneller im Finger als einem lieb ist.
Der nächste Bericht wird von meiner Frau sein. Freut Euch also auf Neues vom norwegischen Arbeitsleben.
Bleibt uns treu, empfehlt uns weiter und bis zum nächsten Mal!
Gruß
Karsten