Hallo Deutschland, hier Norwegen!
Samstag, 25. Juli 2009, 12:22
Abgelegt unter: Tagebuch

In der Presse würde man von einem Sommerloch sprechen, ich nenne es Sommerpause.

Hier passiert wirklich nicht viel neues. Ich war gestern mit Judith einkaufen. Es gab eine neue Gitarre und ein neues paar Schuhe. Beides schon ergiebig getesetet und für gut befunden.

Auf der Arbeit zieht sich die Sommerpause wie ein roter Faden durch die Wochen. Freitag haben wir schon um 12 Uhr Feierabend gemacht. Wer länger bleiben wollte, hätte das auch gedurft. Da wir aber sowieso nur zu dritt waren und die anderen Beiden nach Hause gegangen sind, blieb für mich die Wahl zwischen Arbeiten auf dem Hof mit unserem Spanier oder Essen zu kaufen und meine Frau zu überraschen. Ich entschied mich für zweiteres.

Die Tagesplanung ergab dann, dass wir zu einem recht idyllischem Platz auf Karmoy fahren und unser Glück beim Angeln versuchen. 4 Makrelen waren die Ausbeute eines doch sehr schönen Nachmittags. Der weitere Verlauf  war dann nicht mehr so toll. Warum? Hier eine kurze Schilderung:

Als wir da so auf den Felsen saßen und angelten, dabei die Seele etwas baumeln ließen und aufs Wasser schauten, merkte ich beim Einholen der Schnur, dass ich etwas undefinierbares am Haken hatte. Ach, sagte ich zu Judith, guck mal, da war wohl eine Qualle im Weg. Glibberige Fäden hingen vom Haken runter. Nun ja, besser als nichts. Da die Fäden aber zu klein waren entschied ich mich sie wieder schwimmen zu lassen. Ich fummelte also diesen Glibberscheiß von Haken und warf diesen sehr an Rotze erinnernden Müll ins Wasser. Die Konsistenz und Klebeeigenschaften sind übrigens die selben.

Da am Wasser ja doch immer etwas Wind herrscht, ist es eine Frage der Zeit wann man sich mit langen Haaren das erste Mal die Haare aus dem Gesicht machen musss. Ist halt unangenehm wenn da immer was kitzelt und stören tut es auch.

Ich wurde sehr schmerzlich an den Quallenrotz erinnert den ich da eigentlich schon wieder vergessen hatte. Scheiße war glaube ich noch das freundlichste was ich in den nächsten Minuten sagte. Im Laufe der nächsten halben Stunde verschlimmerte sich die ganze Angelegenheit dermaßen das ich unterwegs anhielt und Judith weiter fahren mußte.

Das schlimme an der ganzen Sache war das man an den Fingern nichts gemerkt hat. Kein brennen, kein Stechen, nichts! Auch ist die nach außen sichtbare Kontaktstelle ein Witz gegenüber den Schmerzen. Wenn das ja wenigstens noch schlimm aussehen würde, könnte man ja vielleicht noch Mitleid bekommen. Aber so…Selbst heute, der Tag danach quasi, ist noch immer nicht Schluss damit. Ich merke zwar deutlich weniger, aber ganz gut ist immer noch nicht. Meine Oma sagte bei soetwas immer zu mir: Junge, bis du heiratest, ist wieder alles gut. Was würde sie wohl heute sagen?

Bleibt also der Rat, dass die Nachahmung nicht empfohlen werden kann. Feuerqualle und Auge verträgt sich nicht sonderlich gut. Die Viecher heißen hier übrigens Brennmanet. Die wissen schon warum sie die so genannt haben.

Aus einem Korb der hier in der Küche steht, schauen mich grade zwei völlig gelangweile Hundeaugen an. Das ist auch ein guter Punkt um hier zum Schluß zu kommen. Ich glaube ich muss ihm mal ein Lied vorspielen und danach bei einer Runde die neuen Schuhe weiter testen.

Nun bleibt mir nichts weiter als Euch ein schönes Wochenende zu wünschen. Bleibt mir treu, empfehlt uns weiter und schreibt verdammt noch mal was an die Pinnwand! Wir lesen und hören voneinander!

In diesem Sinne

Gruß

Karsten





<br>