Ende der Probezeit
Freitag, 31. Juli 2009, 17:41
Abgelegt unter: Tagebuch

Oder um es anders auszudrücken. Entschuldige Mama, aber ich bleib noch ein bischen länger.

Heute ist der 31.07.09. Sechs Monate sind seit meiner Ankunft in Norwegen vergangen. Eigentlich  etwas mehr, da ich ja schon mitte Januar hier hingefahren bin. Jedoch habe ich erst am 01.02.09 ganz offiziell meine neue Arbeitsstelle angetreten. In meinem Vertrag steht das nach Ende der Probezeit der Vertrag automatisch als Festvertrag gilt. Da mir heute niemand gesagt hat das ich Montag nicht mehr zu erscheinen brauche…

Was ist seit dem alles passiert und wie ist es mir gelungen mich nicht unterkriegen zu lassen?! 

Auch könnte man es das Streben nach Glück nennen. Wie im gleichnahmigem Film würde ich die Zeit in Kapitel einteilen wollen. Meine hätten bloß andere Namen. Richtig glücklich war ich hier zum ersten Mal als ich den ersten Lohn auf dem Konto hatte.  Finanz- und Gesundheitssorgen sind doch die, die einem am meisten zusetzen können. Das nächste Erlebnis vollkommener Glückseeligkeit hatte ich als ich das Angeln auf Grund von zu viel Fisch einstellen mußte. Zwei kurze Momente, die jedoch nachhaltig Eindruck hinterlassen haben.

Nicht zu vergessen der Tag an dem Frau und Hund samt Umzugsgut hier angekommen sind.

Aber es waren sicherlich nicht nur schöne Momente die ich Erlebt habe. Da ich die letzten Jahre Büroarbeit gewohnt war, war die Umstellung doch gewaltig. Blasen an den Händen, Kreuzschmerzen und ähnliches waren Begleiterscheinungen auf die ich auch gern verzichtet hätte. Zudem eine völlig neue Sprache und der eigene Anspruch alles Perfekt machen zu müssen. Zwischedurch war ich so durchgeknallt das ich meinte, je mehr ich schaffe um so höher die Wahrscheinlichkeit das ich bleiben kann. Ich legte beim Knoten das Seilende nicht aus der Hand um sofort mit dem Nächsten weiter machen zu können. Ich verzichtete darauf zwischendurch aufs Klo zu gehen oder was zu trinken und rechnete mir nachher aus wie viel Zeit ich gegenüber den anderen gespart habe und wie ich noch mehr schaffen könnte. Wo mein Kollege der mit mir angefangen hat, mit Zwischenmenschlichkeit Boden gut machen konnte, mußte ich mit Arbeit überzeugen.

Ich denke es hat sich gelohnt. Nun versuche auch ich es etwas ruhiger angehen zu lassen. Mein Spruch der mir durch die Zeit geholfen hat, war: “Wo den anderen die Luft ausgeht, fängt für mich das Leben an.”

5 €uro in die Machokasse! Aber versucht es mal selbst, es hilft.

Für den nächsten Bericht sitze ich grade in einem Wirrwarr von Informationen. Es geht um das Thema Krank sein. Das einzige was hier Krank zu sein scheint, ist das Gesundheitssystem. Die Erkenntnisse würden den Rahmen dieses Berichtes sprengen, darum hebe ich es mir fürs nächste Mal auf.

Wie ich an der Pinnwand lesen durfte, wird mir  Mitleid wegen des Wetters zugesprochen. Nun ja, ich nenne es Nordic Sommer! Heute haben wir 15 Grad und ein Wolken-Regen-Sonne- Mix wovon ersteres klar überwiegt.

Genießt also die Sonne solange ihr Sie habt. Ich genieße derweil das Meer, die Fjorde, und die Ruhe. Das schöne daran ist das ich weiß das auch bei Euch nicht immer die Sonne scheinen wird. Das bei mir das Meer oder die Fjorde verschwinden halte ich dagegen für unwahrscheinlicher. ( Antje, du siehst mich grade mit dem linken Auge zwinkern!)

So, wie am Ende jedes Berichtes wünsche ich Euch an dieser Stelle ein schönes Wochenende. Bleibt mir treu, empfehlt mich weiter und schaut auch das nächste Mal wieder rein wenn es um das Thema ” krankes Gesundheitssystem” geht.

In diesem Sinne

Gruß

Karsten



Hallo Deutschland, hier Norwegen!
Samstag, 25. Juli 2009, 12:22
Abgelegt unter: Tagebuch

In der Presse würde man von einem Sommerloch sprechen, ich nenne es Sommerpause.

Hier passiert wirklich nicht viel neues. Ich war gestern mit Judith einkaufen. Es gab eine neue Gitarre und ein neues paar Schuhe. Beides schon ergiebig getesetet und für gut befunden.

Auf der Arbeit zieht sich die Sommerpause wie ein roter Faden durch die Wochen. Freitag haben wir schon um 12 Uhr Feierabend gemacht. Wer länger bleiben wollte, hätte das auch gedurft. Da wir aber sowieso nur zu dritt waren und die anderen Beiden nach Hause gegangen sind, blieb für mich die Wahl zwischen Arbeiten auf dem Hof mit unserem Spanier oder Essen zu kaufen und meine Frau zu überraschen. Ich entschied mich für zweiteres.

Die Tagesplanung ergab dann, dass wir zu einem recht idyllischem Platz auf Karmoy fahren und unser Glück beim Angeln versuchen. 4 Makrelen waren die Ausbeute eines doch sehr schönen Nachmittags. Der weitere Verlauf  war dann nicht mehr so toll. Warum? Hier eine kurze Schilderung:

Als wir da so auf den Felsen saßen und angelten, dabei die Seele etwas baumeln ließen und aufs Wasser schauten, merkte ich beim Einholen der Schnur, dass ich etwas undefinierbares am Haken hatte. Ach, sagte ich zu Judith, guck mal, da war wohl eine Qualle im Weg. Glibberige Fäden hingen vom Haken runter. Nun ja, besser als nichts. Da die Fäden aber zu klein waren entschied ich mich sie wieder schwimmen zu lassen. Ich fummelte also diesen Glibberscheiß von Haken und warf diesen sehr an Rotze erinnernden Müll ins Wasser. Die Konsistenz und Klebeeigenschaften sind übrigens die selben.

Da am Wasser ja doch immer etwas Wind herrscht, ist es eine Frage der Zeit wann man sich mit langen Haaren das erste Mal die Haare aus dem Gesicht machen musss. Ist halt unangenehm wenn da immer was kitzelt und stören tut es auch.

Ich wurde sehr schmerzlich an den Quallenrotz erinnert den ich da eigentlich schon wieder vergessen hatte. Scheiße war glaube ich noch das freundlichste was ich in den nächsten Minuten sagte. Im Laufe der nächsten halben Stunde verschlimmerte sich die ganze Angelegenheit dermaßen das ich unterwegs anhielt und Judith weiter fahren mußte.

Das schlimme an der ganzen Sache war das man an den Fingern nichts gemerkt hat. Kein brennen, kein Stechen, nichts! Auch ist die nach außen sichtbare Kontaktstelle ein Witz gegenüber den Schmerzen. Wenn das ja wenigstens noch schlimm aussehen würde, könnte man ja vielleicht noch Mitleid bekommen. Aber so…Selbst heute, der Tag danach quasi, ist noch immer nicht Schluss damit. Ich merke zwar deutlich weniger, aber ganz gut ist immer noch nicht. Meine Oma sagte bei soetwas immer zu mir: Junge, bis du heiratest, ist wieder alles gut. Was würde sie wohl heute sagen?

Bleibt also der Rat, dass die Nachahmung nicht empfohlen werden kann. Feuerqualle und Auge verträgt sich nicht sonderlich gut. Die Viecher heißen hier übrigens Brennmanet. Die wissen schon warum sie die so genannt haben.

Aus einem Korb der hier in der Küche steht, schauen mich grade zwei völlig gelangweile Hundeaugen an. Das ist auch ein guter Punkt um hier zum Schluß zu kommen. Ich glaube ich muss ihm mal ein Lied vorspielen und danach bei einer Runde die neuen Schuhe weiter testen.

Nun bleibt mir nichts weiter als Euch ein schönes Wochenende zu wünschen. Bleibt mir treu, empfehlt uns weiter und schreibt verdammt noch mal was an die Pinnwand! Wir lesen und hören voneinander!

In diesem Sinne

Gruß

Karsten



Sommerpause
Mittwoch, 15. Juli 2009, 16:21
Abgelegt unter: Tagebuch

Hallo aus dem hohen Norden!

Aufgepasst, Neuigkeiten von hier bezüglich der Berichterstattung für Euch!

Ich bin der Meinung, dass wir hier recht viel über uns und unser Privatleben preisgegeben haben. Für den Anfang sicherlich nicht schlecht, im Verlauf aber doch recht nervig. Wen interessiert schon wie oft der Hund macht und wer sich wann wo gestoßen hat. Nee, jetzt mal im Ernst. Die letzten Berichte entstanden aus einer Laune heraus, die schon fast einer Pflicht gleich kam. Ähnlich wie Abwaschen oder Sex. Um Euch nach wie vor mit hochkarätigen Inhalten zu füttern, müssen wir sogenannte künstlerische Pausen einlegen. Was heißt das für Euch? Alles bleibt wie gehabt. Klickt uns an und empfehlt uns weiter.  Wir werden Euch weiterhin auf dem Laufenden halten.

Um in gewohnter Manier schreiben zu können, bedarf es einem nicht unerheblichen Teil an Neuigkeiten. Die müssen aber auch erstmal gesammelt werden. Freut Euch also auf weitere spannende, lustige oder auch tragische Berichte im Behnk.info Style. Die einzelnen Teile sollen halt mehr ergeben als das Ganze. Ich glaube das war Aristoteles.

Nun aber etwas über uns und unseren Alltag. Auf der Arbeit ist Ferienzeit. Sommerpause eben. 6 Mann von 35 sind der kümmerliche Rest, der ausharrt, um nicht den ganzen Betrieb zum Erliegen zu bringen. Dementsprechend hoch ist auch die Produktivität. Von der Moral ganz zu schweigen. Wenn alle anderen Ferien haben, können wir auch ne Pause mehr machen. Wenn ich eins kann, dann ist es mich anpassen.

Judith geht nach wie vor ab und zu mal im Restaurant arbeiten. Jetzt kommen schon Termine in der Woche dazu. Alles in allem auch bei Ihr nicht viel Neues.

Gestern statteten wir dem Kino in Haugesund einen Besuch ab. Brüno. Bei Geschmack scheiden sich ja bekanntlich die Geister. Deshalb werde ich jetzt auch keine Kritik an dem Film üben. Nur so viel von mir: Er war nicht schlecht, Borat war besser.

Heute kam ein Brief von meiner Mutter, die uns aus Schweden schrieb. Ja, der Briefkasten arbeitet noch für uns und hat seine weiße Fahne wieder reingeholt. Sie schreibt, dass sie eine Woche Regen hatten und hoffen, dass das Wetter in der zweiten Woche etwas besser wird. Mein Kommentar dazu fiel recht kurz aus. Tja, wohl im falschen Land. Auch die Fischfänge seien bei weitem nicht so gut wie hier bei uns. Bei dem Kommentar würde ich mich nur wiederholen.

Wie am Ende von fast jedem Bericht hier noch eine kleine Anekdote für Euch.

Ich war an meinem Stammplatz Angeln. Da ich ja mit norwegischem Nummernschild fahre und mich bei Begrüßungen auch immer norwegisch zu erkennen gebe, glaubt natürlich jeder der nicht Norweger ist, ich sei einer. 3 Mann in der Nähe meines Platzes. Alle sehr Beobachtungsresistent. Dass Angeln ein Männersport ist, sah man an ihren Auswerfkünsten. Je größer der Köder, desto größer auch der zu erwartende Fisch. Vielleicht im Herbst, nicht jetzt. Jungbrut ist das Geheimnis. Kennzeichen: Deutscher Angeltourie ohne große Ahnung. Ich tat also das, was ich immer tue, wie ich es immer tue. Im Gegensatz zum Rest fing ich auch recht schnell Fisch. Da wir mit dem Essen gar nicht nachkommen, geht momentan alles wieder schwimmen. Der dritte Fisch war nicht von schlechten Eltern. Ein Dorsch von ungefähr 65 cm und dementsprechendem Gewicht.  Er lieferte einen ausgesprochen starken Kampf an leichtem Angelgerät. Spaß und Adrenalin pur. Kurzzeitig überlegte ich, ob er nicht doch noch einen Platz in der Truhe finden könnte.

Ich merkte aber die neidischen Blicke, die an mir hafteten und deshalb entschied ich mich den Burschen ordentlich zu präsentieren und danach wieder in sein Element zu entlassen. So hatten wir beide was davon. Von den beiden Nowegern, die sich während des Drillspaktakels dazu gesellt hatten, bekam ich einen Daumen der ” Gut gemacht” signalisierte. Von den anderen dreien nur unverständliches Kopfschütteln. Ich war zufrieden. Warum ich den Fisch nicht abgegeben habe? Sollen sie sich doch selbst holen. Er schwimmt ja noch.

In diesem Sinne wünsche ich Euch noch eine schöne Woche, bleibt uns treu und empfehlt uns weiter. Bis zum nächsten Mal!

Gruß

Karsten



Kurzarbeit
Freitag, 10. Juli 2009, 17:40
Abgelegt unter: Tagebuch

Hallo zusammen!

Bin ja schon etwas enttäuscht, dass Karsten bislang keine einzige SMS bekommen hat. Wir hatten schon Wetten abgeschlossen, wer wohl als Erster das kleine Rätsel löst. Ihr seid also alle noch im Rennen!

Ich war diese Woche drei Tage  mit “Kurzarbeit” beschäftigt. Ich war je drei Stunden in dem Kindergarten, wo der Junge, den ich betreuen soll, zur Zeit noch seine Vormittage verbringt. Jetzt hat der Kindergarten 4 Wochen Ferien. Ab 17.8. öffnet dann der neue familie-barnehage auf Karmøy. Ich habe nun auch endlich herausgefunden, wo genau mein Arbeitsplatz auf Karmøy sein wird. Ungefähr auf halbem Weg zu Karstens Arbeitsstelle. Also zum Glück nicht unten am Südzipfel der Insel! Die Kurzarbeit war ganz gut zum Eingewöhnen für mich! Ich habe ja quasi seit Anfang März nicht mehr viel gearbeitet. Krankenschein, Urlaub und Überstunden sei Dank. Am 17. gehts dann also für mich wieder richtig los. Es wird bestimmt anstrengend, aber ich freu mich drauf!

Neuigkeiten? Nicht viel. Karsten hat sich gestern in den Finger samt Fingernagel geschnitten. Die Wunde am Bein (von der letzten Messer-Attacke) war ja auch schon fast verheilt. Da braucht man ja schnell wieder ne neue.

Henry hat eine neue Leine. Wie spektakulär werden jetzt viele denken. Aber er hat keine neue Ausgeh-Leine bekommen, sondern einen 10m langen Strick im Garten. Der “Stinker” kann ja nicht hören, legt sich mit jeder Möwe an, die über den Garten fliegt und geht immer zum Nachbarn in den Garten sch… Wie bakennt: bei Metzgern sind die Messer stumpf, bei Dachdeckern die Dächer undicht und bei Erziehern hören eben die Hunde nicht. Also musste eine Gartenleine her. Da unser Hund ja nicht der Allerschlauste ist, sprintete er (wie immer) bei der nächsten Möwe los - bis die Leine eben zu Ende war. Diese Art der unfreiwilligen Vollbremsung musste er noch einige Male erfahren. Mal schauen, wann er es lernt.

Unser Wochenende wird wahrscheinlich ähnlich wie die anderen aussehen: wir werden zum Boot fahren. Vielleicht ein wenig reparieren, abdichten oder verschönern. Wenn es nach Karsten geht wird natürlich geangelt!

Ach.. heute Abend sind wir (schon wieder) beim Vermieter zum Grillen eingeladen. Er meinte, es sei Sommer und da müsse man eben viel feiern! ok! Wir kommen. Heute gibt es jedoch keine Krabben und Krebse, sondern Grillgut und Breiflapp. Na, wer weiß, was sich dahinter verbirgt? Ein kleiner Tipp: ist was unverschämt teures! Ich hab´s noch nie gegessen, werde aber natürlich probieren.

Übrigens warte ich seit ca. ner halben Stunde darauf, dass Karsten fertig wird. Er ist aber gerade erst unter die Dusche gehüpft. Also von wegen: Frauen brauchen immer so lange im Bad! Bekomme ich die Zeit auch ersetzt und eingelöst?!

Am Sonntag werde ich wieder arbeiten gehen. Das eher ältere Publikum in dem Restaurant fragt mich ständig, ob ich aus Dänemark komme. Ich scheine einen sehr dänischen Akzent zu haben. Letzte Woche fragte jemand, ob ich aus Island käme! Ich hoffe das lag daran, dass das Hörgerät des betagten Herren nicht richtig eingestellt war! Habt ihr schon isländisch gehört?!? Ich sollte hier doch weiter zum Norwegischkurs gehen..

Ich werde meine Wartezeit auf Kalle wohl mit meinem Norwegischbuch überbrücken und verabschiede mich mit sonnigen Grüßen aus dem fernen Nordland!

Bis bald

Judith



Gesammelte Neuigkeiten
Dienstag, 7. Juli 2009, 19:22
Abgelegt unter: Tagebuch

Hallo Zusammen!

Es gibt Neues zu berichten. Fangen wir mal bei Judith an. Keiner von uns hat mehr so richtig daran geglaubt. Aber da die Hoffnung bekanntlich zuletzt stirbt und wir uns hier ja schon ans Warten gewöhnt haben, wurden wir angenehm überrascht. Judiths Steuerkarte sowie ihre Aufenthaltsgenehmigung waren im Briefkasten. Da beides zusammen an einem Tag kam, zudem noch fehlerfrei, überlegte ich kurzzeitig die Flagge rauszuhängen.

Heute hat Judith ihren ersten Arbeitstag hinter sich. Dieser dauerte gefühlte 10 und gemessene 2,5 Stunden. Ja, jetzt ist es vorbei mit lange schlafen und in den Tag hineinleben. Jetzt wird es wieder ernst. Dementsprechend wird sich auch der ganze Tagesablauf wieder etwas ändern. Von wegen bis 24 Uhr Lost gucken und solche Scherze.

So viel zu Judith - jetzt zu mir. Auf der Arbeit ist Ferienzeit. Der Spanier vom Hof macht ausreichend Siesta und auch sonst passiert nicht wirklich viel. Die ein oder andere Raucherpause wird dann schon mal etwas ausgedehnt und keiner schaut mir auf die Finger, ob ich auch wirklich schnell genug bin.

Ich erwähnte ja bereits, dass ich mir eine Neue zulegen wollte. Das war die Geschichte mit der Lieblingsstellung und so. Denke der ein oder andere wird sich erinnern. Jetzt habe ich sie endlich. Onecall (so etwas wie Aldi Talk in Deutschland) wollte mich nicht als Kunden haben. Sie versuchten mich zu Checken ob ich in irgendwelchen Schuldenlisten auftauche. Da ich aber a) keine Schulden habe und b) noch in keiner Statistik hier in Norwegen auftauche ging das schon mal nicht. Ich hätte selbst mit der Institution in Verbindung treten sollen. Wenn es denn nicht unbedingt von Nöten ist, umgehe ich das in diesem Land gerne mal. Die Erfahrung lehrte mich, dass da selten was Konstruktives bei rum kommt. So kam es, dass ich mir gestern eine neue Sim - Karte von Telenor zugelegt habe.

Zu der Nummer. Ich wäre nicht ich, wenn ich Euch hier jetzt einfach die Zahlen aufschreiben würde. Das wäre mir  a) zu einfach und b) hätte dann jeder, der hier liest meine Nummer. Also, reiner Selbstschutz. Ich baue die Zahlen also in ein Rätsel ein und wer es lösen kann, hat auch die Befugnis meine Nummer kriegen zu dürfen.

Acht Zahlen, die ich in 4 Jahrgänge aufteile. Also aufgepasst:

Deutschland wurde zum 3. Mal Fußballweltmeister.

Das Jahr, in dem Judith geboren wurde.

Ein Jahr bevor Judith und ich uns kennenlernten.

MCMLXVIII (Gregorianischer Kalender)

Viel Spaß und Glück!

Wie immer habe ich zum Schluß noch eine kleine Anekdote für Euch.

Da es uns hier in den 4 Wänden etwas zu eng wurde und der Hund sowieso noch mal raus mußte, entschieden wir uns zu einem Gang an den Sund. Vielleicht sind ja ein paar Makrelen da, die uns für morgen ein Mittagessen spendieren wollen. Am Sund angekommen , waren dort bereits 4 Personen. Einer davon auf meinem Stammplatz. Na, das hab ich ja gerne. Ich sagte zu Judith, dass wir uns ab jetzt nur noch auf norwegisch unterhalten werden. Irgendwie sieht man doch, wenn Landsmänner und Frauen anwesend sind. Und? Bingo!

Ich habe kein Problem damit mich hier als Deutscher zu outen, nutze solche Gelegenheiten aber zu gerne aus, um dem ein oder anderem ein wenig Nachhilfe in “Benehmen im Urlaub- Teil 1″ zu erteilen. Ich weiß, dass sich manche hier aufführen wie die Axt im Wald. Urlaub gebucht - Norwegen gekauft. So nicht! Bin ja nicht umsonst Erzieher.

Sie zeigten sich aber als sehr freundlich und zurückhaltend. Da eine ziemliche Strömung im Sund war, hatte auch noch keiner einen Fisch gefangen. Nach vielleicht 10 Würfen hatte ich einen Seelachs an der Angel, der zum einen für Staunen sorgte, zu anderen wieder schwimmen ging. Ich freue mich darüber, zu wissen, dass wenn die Herrschaften zu Hause berichten, ich Thema sein werde.

” Die ganze Zeit kein Fisch gefangen, dann kommt der Norweger mit Frau, Hund und Kühlbox, wirft ein paar Mal lustlos aus und holt auch noch einen Fisch raus.  Seelachs! und was macht der damit?!” ;-)

In diesem Sinne wünsche ich Euch noch eine angenehme Woche und verbleibe mit üblichen Floskeln.

Bleibt uns treu, empfehlt uns weiter und bis zum nächsten Mal!

Gruß

Karsten



Es ist Juli
Freitag, 3. Juli 2009, 17:45
Abgelegt unter: Tagebuch

Unglaublich wie schnell die Zeit wieder vergangen ist. Wir haben Juli. Nochmal. Wir haben Hochsommer. Die Zeit für Urlaub, am Strand liegen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen.

Urlaub? Fällt für mich dieses Jahr aus. Oder sollte ich sagen: hab ich doch jetzt 365 Tage im Jahr? Entscheidet selbst.

Als ich heute von der Arbeit kam, sollte ich meine Frau mit Quark einschmieren. Oh toll dachte ich, so kann jedes Wochenende anfangen. Leider war der Quark ohne Geschmack und Fruchtstücke, zudem sah Judith aus wie ein Hummer. Erstens kommt es anders und zweitens… Sie weiß es halt mich zu Überraschen.

Als sie die Wäschespinne im Garten repariert hat, stand sie wohl etwas lange in der prallen Sonne. Das Resultat ist Rot und tut nach ihren Angaben zur Folge etwas weh.

Was gibt es sonst Neues? Dass wir hier einen Rekordsommer haben, versucht jede Zeitung der anderen vorweg zu nehmen. Der Eine weiß, wo die höchsten Temperaturen gemessen wurden, der andere wie man sich am besten vor einem Sonnenbrand schützt oder in 14 Tagen die perfekte Bikinifigur bekommt.

Kristiansand und Umgebung, da am weitesten südlich von Norwegen, Eincremen und nicht so viel Fressen. Und dafür haben die studiert.

Auf der Arbeit ist es ekelig warm. Obwohl direkt am Wasser gelegen, geht dort zur Zeit kein Lüftchen. Man macht eigentlich nichts und schwitzt schon. Gut, wenn der Chef kommt. Sieht dann wenigstens nach Arbeit aus. Wir waren heute mit Chefetage 7 Personen im Betrieb. Zu Höchstzeiten knapp über 30. Der Rest hat Urlaub. Ich verstehe das Volk nicht. Jetzt nicht sprachlich, da klappt es so gut, dass mittlerweile schon sehr flüssige und auch anständige Gespräche möglich sind.  Was ich nicht verstehe: Warum nehmen die im Hochsommer Urlaub und fliegen in den Süden? Da ist es doch noch wärmer. Und was ich so gar nicht verstehe ist, dass Norweger ans Meer fliegen. Haben die da nicht genug von? Also Meer meine ich jetzt.

Wie dem auch sei. Wir werden morgen Nachmittag mal wieder zum Boot fahren. Leider nicht zum Spazierenfahren sondern mal wieder zum Arbeiten. Der Auspuff, die Lenspumpen und wer weiß was sonst noch alles gemacht werden könnte. Vielleicht ist ja doch noch etwas Zeit zum Schippern.

Am Sonntag gehe ich wohl, da Judith arbeiten muss, alleine zum Mopstreffen. Das ist wirklich ein Treff für Hunde und nicht für Oberweitenfetischisten. Ich meine, wäre ja auch nicht schlecht so als Start in die neue Woche. Aber erstens würde ich da den Hund nicht unbedingt mitnehmen und zweitens müßte ich mir eine gute Idee einfallen lassen falls Judith davon Wind bekäme. Aber da dem nicht so ist, fasel ich auch gar nicht länger.

Geht raus, vergesst aber nicht Euch einzucremen und habt ein schönes Wochenene. Für den, der es vorzieht in der Bude zu bleiben hier mal ein kleiner Tipp: Sucht mal bei google was über ”PAKs” raus. Eine weitere Verschwörungstheorie der ich Glauben schenke und auch der Grund, warum ich mich nicht eincreme. Viel Spaß dabei und bis zum nächsten Mal.

Bleibt uns treu und empfehlt uns weiter, lasst was an der Pinnwand und vergesst nicht: Die Sicherheit, die ihr bei Verschwörungstheorien habt ist die, dass ihr es nie sicher wissen werdet.

In diesem Sinne!

Karsten





<br>