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Wie jedes Baby, das neu geboren wird, im Bekanntenkreis erst mal kräftig zum Pinkeln gebracht werden muß, so hat jedes Boot eine Jungfernfahrt. Die von unserem ist zwar schon einige Jahre her, da aber lediglich die Bauweise an das alte Boot erinnert und der Rest neu daher kommt, nenne ich unseren gestrigen Ausflug einfach mal so.
Es läuft und läuft und läuft…. Einfach toll der Motor. Wellen die von der Seite kommen sind nach wie vor nicht so sein Ding. Von vorne oder hinten jedoch kaum spürbar. Er scheint vom Rumpf her fester zu sein und läßt sich um einiges besser Navigieren.
Bei aller Euphorie zeigt das Boot immer noch seine Schwachstellen. Der Auspuff ist etwas wackelig, durch die Kühlung , die jetzt wieder funktioniert, kommt etwas Wasser ins Boot und auch die Lenkung meinte sich gestern verabschieden zu müssen. Alles Kleinigkeiten, wenn man bedenkt, wie das Boot vorher aussah.
Die Kühlung des Motors war, glaube ich, das Unglaublichste, was ich an diesem Boot gesehen habe. Sie funktionierte die letzten 20 Jahre nicht. Das Sieb am Bootsrumpf war jedenfalls so dicht, das es unmöglich gewesen wäre dadurch auch nur einen Tropfen Wasser zu ziehen. Zudem war das Ventil zugedreht. Der Vorbesitzer hat wohl gemerkt, dass mit offenem Ventil etwas Wasser ins Boot kommt. Und anstatt den Auspuff zu reparieren (diese Art von Motoren wirft das Kühlwasser über den Auspuff raus) wurde einfach mal das Ventil zugedreht.
Das hatte allerdings zur Folge, dass beim ersten Starten mit funktionierender Kühlung mächtig viel Dreck mitkam. Hätte Greenpeace das gesehen, eine Kampangne mit der Rainbow Warrior II wäre das Mindeste gewesen.
Zudem haben wir gestern einer Fischfarm einen Besuch abgestattet. Wir sahen, dass dort ein Arbeitsboot lag. Dieses wollten wir für unsere Zwecke gewinnen. Boje setzen, ihre erinnert Euch. Der gute Mann sagte für heute morgen um 10 Uhr zu. Bis jetzt habe ich noch keinen Anruf bekommen, dass alles funktioniert hat. Ich hoffe einfach mal.
Großes Lob an dieser Stelle an unseren Hund. Er ist ein richtigr Bootshund. Er wird nicht seekrank und verhält sich auch sonst recht friedlich. Selbst der Schellfisch, der gestern seinen Weg über die Bordwand gefunden hat, konnte ihm kein Bellen entlocken. Wo er doch sonst immer anschlägt, wenn irgendetwas klingelt
Unser Tag wird heute so aussehen, dass wir gleich beim Vermieter im Restaurant zu Mittag essen werden und danach zum Mopstreffen gehen. Irgendwie muß man ja mit den Norwegern in Kontakt kommen.
Am Ende sollte ich noch kurz erwähnen, dass der Bericht sehr wohl von mir verfasst wurde. Für die Rechtschreibung war jedoch meine Frau zuständig. Ihr seht, wir schreiben also zusammen.
Ich wünsche Euch einen guten Start in die nächste Woche.
Bleibt uns treu, empfehlt uns weiter und bis zum nächsten Mal.
Har det bra, vi snakkes
Hilsen
Karsten, Judith og Henry
P.S: Der Punkt, den ich das letzte Mal mit meiner Planung angesprochen habe, lautet: T-Shirts. Lasst Euch also überraschen, was da auf Euch zukommt. Wie gesagt, ich bin noch in der Planungsphase.