Abgelegt unter: Tagebuch
(Schönes Wochenende)
Hallo liebe Freunde meiner Darbietung!
Es ist Freitag. Eine weitere Woche geht dem Ende zu und wie immer die Frage: Was gibt es Neues?
Fangen wir mal bei Judith an. Wir schreiben recht viele Bewerbungen (søknad) auf alle möglichen Stellen. Die Ausbeute ist aber eher gering. Nicht zu sagen niederschmetternd. Die Finanzkrise ist auch in Norwegen angekommen. Das merkt man nicht nur an den Autofähren, die direkt vor der Kriche , die ihr im Kopf der Seite findet, geparkt wurden. Nein, auch der Stellenmarkt lässt gehörig zu wünschen übrig. Zumindest auf dem Sektor in dem wir suchen.
Wenn Zeitung und Internet nichts hergeben muß man halt etwas Klinkenputzen. Ich war doch recht überrascht, als mir Judith erzählte, dass sie heute die Initiative ergriffen hat und in der Stadt rumgefragt hat. Hörte sich sehr vielversprechend an. Nun ja, wir warten mal ob ein Anruf kommt. Ich hoffe es. Nicht für die Haushaltskasse, sondern vielmehr für meine Frau. Es geht ihr nicht besonders gut mit der Tatsache, dass sie arbeitslos ist. Sie muß raus, unter Leute kommen und ihre Sprachkenntnisse weiter ausbauen.
Bei mir ist alles beim alten.
Ich habe eine Ankerkette für unser Boot gekauft. Diese kommt, wie beschrieben, in den Fjord und man wird sie wohl nie wieder zu Gesicht bekommen. Wenn man jetzt die Tatsache bedenkt, dass das Ding gute 90 €uro gekostet hat…
Im Moment trete ich etwas auf der Stelle. Sprachtechnisch gesehen. Irgendwie sehe ich keinen Fortschritt in meinem Vokabular. Habe zwar andere Rückmeldungen bekommen aber Gefühle sind halt subjektiv.
Wir gehen am Sonntag auf ein Mopstreffen. Meine Frau freut sich schon seit 2 Wochen ein Bein ab. Ich finde es ganz nett und dem Hauptakteur scheint es ziemlich egal zu sein.
Nach 4 Tagen mit Sturmähnlichen Windboen hat sich das Wetter etwas gelegt. Die Orientierungsboje die wir gesetzt hatten, hat es aber leider mitgenommen. Keine Spur mehr von ihr zu sehen. Unser Ankereimer hatte geschätzte 15 Kg Steine in sich, die mit einem Netz gesichert waren. Ihr könnt Euch demnach mal versuchen, ein Bild über die hier vorherrschenden Naturgewalten zu machen.
Wir fahren morgen mal wieder zum Boot. Erwähnte ich eigentlich schon, dass dieses gute 60 km von hier entfernt liegt. In Deutschland undenkbar, hier jedoch eine ganz normale Entfernung. Es gibt hier Leute, die morgens 45 Minuten mit dem Auto zur Arbeit fahren. Bei norwegischen Straßenverhältnissen zwischen 40 und 50 km.Im Ruhrgebiet sind das geschätzte 15 km Stadt oder im Berufsverkehr 3 km auf der Autobahn. Wir haben auf dem Weg genau eine Ampel und die steht hier in Haugesund. Der Rest besteht aus Fjell, Feldern, Wald und Wasser. Ich freue mich jedes mal, wenn wir die Strecke fahren. War es doch in der Vergangenheit der letzte Abschnitt unserer Urlaubsreise. Es berührt mich immer wieder, wenn ich diese Kontraste hier sehe. Knallblaue Fjorde, Schneefelder auf den Bergen und blühende Obstbäume. Einfach unbeschreibliche Anblicke, die sich nach jeder Kurve versuchen zu übertreffen. Ich weiß warum ich hier bin.
Mit diesen Bildern, die ich hoffendlich bei Euch im Kopf erzeugen konnte, schicke ich Euch nun ins Wochenende.
Bleibt uns treu und schaut auch das nächste Mal wieder rein. Ich bin da mal wieder was am planen dran. Laßt Euch überraschen.
In diesem Sinne
Gruß
Karsten, Judith und Henry