Der kalte Norden und ein Sonnenbrand
Dienstag, 30. Juni 2009, 20:42
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Um unsere neue Tradition nicht direkt wieder einschlafen zu lassen, folgt hier wieder ein Artikel unseres Besuchs. Die lieben Schwiegereltern kündigten sich für eine Woche an und hatten - denke ich - eine gute Zeit. Aber was erzähle ich da, lest einfach selbst, was sie euch zu schreiben haben. Und bitteschön… 

Hei Norge oder hoppla, jetzt kommen wir.

lange hatten wir uns auf diesen Tag gefreut und wurden belohnt. Zum Einen sahen wir Judith, Karsten und Henry wieder, zum Anderen begrüßte uns das kalte Norwegen mit einem traumhaft warmen Wetter.

Norwegen ist ein überwältigend schönes Land, leider laufen hier viele Leute herum, die wir nicht verstehen (ähnlich wie in Herne oder Gelsenkirchen). Das liegt wohl am Halterner Dialekt. Wir kamen zu dem Entschluss, wir müssen das ändern. Entweder lernen die Norweger deutsch, oder wir norsk. Ich glaube, das Zweite ist besser zu realisieren. Achtung Svenja: da kommt Arbeit!

Schon am zweiten Abend wurden wir von der norwegischen Gastfreundschaft überrollt. Der Vermieter von Judith und Karsten lud uns zu einem tollen Abendessen ein. Er hatte auch einen Spezialgast (siehe Bild) mit vielen seiner Artgenossen eingeladen, die noch an diesem Abend in unseren Bäuchen verschwanden. Es war schon erstaunlich, wie locker die ” Kühlen aus dem Norden” sind. Uns war es eine schöne Erfahrung.

Am Samstag war Angelausflug auf dem Bötchen angesagt, doch am Abend zuvor bekam ich eine Einweisung in Sachen Angel. Ich lernte z.B., dass man eine Wurfangel nicht komplett ins Wasser wirft, sondern die Rute in der Hand behält. Macht nach längerem Überlegen auch mehr Sinn. Ich habe an diesem Abend sogar einen Köhler (Seelachs) gefangen! Ich war sooo stolz, bis ich erfuhr, dass es ein sehr mickeriges Exemplar war. Na ja, jeder fängt klein an, oder?

Der Fjord, in dem das Boot liegt ist super schön. Muss man gesehen haben, ich kann die Eindrücke nicht in Worte fassen. Die Fahrt mit dem Boot war toll, wir haben auch einiges gefischt. Karsten hat ein Prachtexemplar von ca. 5 Kilo gefangen, ein Mordsteil. Nach dem Anlegen musste Schwiegavatta ran und das Boot an die Boje ziehen. Das lief dann so ab: Leichtmatrose zieht am Tau, das Tau klemmte im Schäkel, Leichtmatrose zieht stärker, der Klügere (das Seil) gibt nach, der Leichtmatrose macht 5 schwungvolle Ausfallschritte nach hinten, der Steg ist aber nur 4 Schritte lang, 2 facher Auerbachsalto mit 3facher Sprungschraube rückwärts und das gehockt, und Platsch voll im Dreck gelandet. Nachdem sich das Gelächter der Umstehenden gelegt hatte, wurden mir gute Haltungsnoten zugestanden. Ich habe festgestellt, norwegischer Beton ist ebenso hart wie deutscher. Auch eine Erkenntniss.

Hier nun die Erkenntnisse aus fraulicher Sicht: Heisst: ab jetzt Schwiegermutter Das Abendessen war schon ein Erlebnis! An Meeresfrüchten gab es so viel, dass wir nachher selbst  aussahen wie Schalentiere. Außerdem gab es auch alkoholische Getränke. Etwas später am Abend  konnten wir uns mit unserem Gastgeber dann schon fast auf norwegisch unterhalten. Für nicht-alkoholisierte Menschen eine fragwürdige Konversation.

Nun zum Bötchen: Wir hatten wunderbar ruhiges Wasser, was mir sehr entgegen kam. Später kam doch einiger Wind auf, was meinem Magen dann doch so zu schaffen machte, dass wir die Tour abbrechen mussten. Bin eben ein Landei und keine Wasserratte!

In Haugesund gibt es einige sehr schöne Geschäftchen mit sehr schicken und ungewöhnlichen Klamotten. Nur leider nicht für unseren Geldbeutel. Das Schöne an dem Städtchen ist, dass es viele kleine Läden gibt und keine größeren Kaufhäuser. Es gibt aber außerhalb der Innenstadt 4 oder 5 Einkaufszentren im Stil vom Centro.

Zum Abschluss: Es war eine supertolle Zeit und wir haben es genossen, Judith und Karsten ganz für uns zu haben.

An alle, die es lesen: Norwegen ist wunderschön!

Grüße von Mechthild und Klaus

die Innenstadt

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Man in the mirror
Sonntag, 28. Juni 2009, 09:21
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Hallo!

Wie ich am Freitag morgen den Nachrichten entnehmen durfte ist der Mann, dessen Poster lange Zeit mein Kinderzimmer dekorierten, verstorben. Sagen wir mal so, ich habe ihn geliebt. Er mich sicher auch als ich noch klein war aber das ist erstens eine andere Geschichte und zweitens Spricht man so nicht über Tote.

Da ich ein bekennénder Verschwörungstheoretiker bin, habe ich sowieso die Ahnung das er noch lebt. Da sind mir wieder zu viele Wiedersprüche in der ganzen Geschichte. Zwischenzeitlich war ich auch schon bei Mord.

Nun aber genug davon. Zurück zum Wesentlichen.

Es ist Sonntag, die Sonne scheint, meine Frau geht gleich arbeiten und ich werde Angeln gehen. Die Schwiegereltern die derzeit zu Besuch da sind, freundeten sich ganz gut mit den Gegebenheiten hier an und machen erstaunlich wenig Arbeit. Sie Haaren nicht und Stubenrein sind sie auch noch.

Die letzte Woche war sehr ereignisreich, wie ihr sicherlich dem Bericht von Judith entnommen habt. Ich freu mich für sie und unsere Haushaltskasse ebenso.

Auf der Arbeit hatte wir am Freitag Besuch. Die Geschichte fing so an das mich mein Arbeitskollege auf die Fischschwärme aufmerksam machte die vor der Firma regelrecht das Wasser zum Kochen brachten. Ich sollte doch die Angel aus dem Auto holen und ein paar Würfe machen. So fürs Mittag oder so. Ich freute mich dies zu sehen in der Annahme das die Makrelen endlich da sind. Nach ein paar Minuten war der Spuk vorbei. Wir unterhielten uns darüber was wir mit den ersten Makrelen machen werden und waren uns einig das die ersten doch immer noch die besten sind. Bei einem weiterem Blick aufs Wasser sahen wir plötzlich einen Kopf auftauchen. Mit etwas längerer Schnauze und Schnurrbarthaaren. Ein Seehund schaute uns fragend an. Nach dem Motto: Hat hier einer noch einen Fisch gesehen? Wie immer war die Kamera nicht dabei.

Beim gestrigem Angelausflug war sie jedoch wieder am Start. Mit dem folgendem Bild werde ich Euch nun auch in den Sonntag und in eine neue Woche entlassen.

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Ihr seht mich den Moonwalk tanzend, ein Peacezeichen zeigend und Euch ein leises: “I love you all” zuhauchend, meinen Bericht beenden.

Einen schönen Sonntag und einen guten Start in die Woche.

Bleibt uns treu und empfehlt uns weiter.

Gruß

Karsten

 



Nach Tief kommt Hoch
Freitag, 26. Juni 2009, 16:36
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Nachdem ich nun einige Zeit unserer Seite nur passiv beigewohnt habe, melde ich mich auch mal wieder zu Wort. Hier schreibt also Judith..

Am letzten Wochenende habe ich MEIN erstes Geld hier in Norwegen verdient. Karsten berichtete kurz. Am Donnerstag und Freitag abend Bedienung in einer Bar auf dem Rockfest und am Samstag die Herrschaft über 25 Dixi-Klos und Müll-sammel-Dienst. Super Job, aber es gab Geld!

Am Sonntag war ich dann noch bei unserem Vermieter im Restaurant arbeiten. Das hat richtig Spaß gemacht. Es war ebenfalls viel Arbeit, da es sehr voll war, aber ein sehr angenehmes Arbeitsklima und penger direkt auf die Hand! Hatte erst überlegt den Schein wie Dagobert Duck einzurahmen..

Es gibt allerdings noch mehr Neuigkeiten. Aber fange ich mal vorne an. Ich hatte am Dienstag mein erstes Vorstellungsgespräch. In einem Kindergarten. Drei nette Damen haben mich eine halbe Stunde lang ausgequetscht. Mit meinen Norwegischkenntnissen gelang mir das sogar schon recht gut. Es scheint üblich, dass die hier einen Fragenkatalog abarbeiten: Wann bist du glücklich? Was machst du in deiner Freizeit? Und natürlich pädagogische Fragen wie: Wann ist es wichtig Grenzen zu setzen? Grenzen? Kennen norwegische Kinder sowas? Die scheinen hier alles zu dürfen! Laissez-Faire sei Dank! Wenn der Sohn von unserem Vermieter (14 Jahre alt) meint, er müsse mitten in der Woche um 23 Uhr draußen auf dem Hof vor unserem Schlafzimmerfenster Fussball spielen, dann ist das eben so… Zurück zu meinem Gespräch: Sagen wir mal so: ich hatte ein ganz gutes Gefühl fürs erste Vorstellungsgespräch in Norwegen.

Am Mittwoch folgte direkt das zweite “jobbinterview”. Wieder drei nette Menschen, diesmal aber ein Jugendzentrum. Während des “Gesprächs” hatte ich mir fast überlegt aufzustehen und zu gehen. Ich habe vielleicht 20 % verstanden! Ny-norsk sei Dank (Westküsten - Dialekt). Habe dennoch tapfer durchgehalten. Die Frage danach, ob ich “rus” nehme habe ich erstmal dirket falsch verstanden und darauf geantwortet, was ich mit Jugendlichen tun würde, wenn sie Drogen einnähmen. Gemeint war allerdings, ob ICH rus konsumiere / konsumiert habe. Ich muss schrecklich ausgesehen haben… Dieses Vorstellungsgespräch fällt wohl unter die Kategorie Satz mit X..

Das dritte Gespräch folgte prompt am Donnerstag. Kindergarten, zwei nette Damen und ein sehr nettes Gespräch. Um das Ende vorweg zu nehmen: ich habe einen Job! Ich fange am 17.8. in einem komplett neuen Små - Barnehage (übersetzt: Klein - Kindergarten) an. 70% Stelle. Im Juli werde ich schon einige Tage arbeiten um den Jungen, mit dem ich ausschließlich arbeiten werde, kennen zu lernen und er mich. Ein Junge? Ja, einer. Er hat Autismus und bekommt hier in Norwegen einen Vorschullehrer und mich als Assistent mit besagten 70% für sich alleine! Das nenne ich mal Förderung!! Es wird bestimmt nicht einfach, aber ich freue mich auf neue Aufgaben! Das schönste aber ist: ich bin nicht mehr arbeidsledig!

Vom Thema Behördenwahnsinn gibt es momentan nicht viel zu berichten. Sie tun anscheinend das, was sie öfter tun und auch am besten können: nichts! Es passiert nichts. Der Briefkasten hat schon seine Kündigung eingereicht, weil er nichts zu tun hat! Denke mal, dass die weisse Fahne, die er rausgehängt hat, das zu bedeuten hat..

Wer also Mitleid mit unserer grünen postkasse hat, der weiß schon, was zu tun ist.

Der nächste Bericht wird von unserem derzeitigen Besuch verfasst und folgt in Kürze.

Bis dahin: Bleibt uns treu!

Judith



Blumen für Elton John
Samstag, 20. Juni 2009, 10:07
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Hallo Freunde!

Wie ich der Tagespresse entnehmen konnte, hat sich Elton John für seinen kurzen Aufenthalt in Haugesund Blumen bestellt. Genauer gesagt hat er sich seinen Backstage Bereich etwas dekorieren lassen. Um noch genauer zu werden kostete dieser Spaß mal ebend 12.000 €.

Wer denkt bei soetwas nicht an die armen Kinder in Afrika. Auf der anderen Seite: Was sollen die mit so vielen Blumen?!

Wo andere sich teure Tickets besorgen mussten, durfte meine Frau dem Spektakel so beiwohnen. Sie stand zwar an einem für deutsche Verhältnisse eher mickrigem Bierstand, konnte aber den ein oder anderen Blick auf die Bühne werfen. Ihr Fazit war recht kurz. Der Auftritt war ohne großes tamtam und in Punkto saufen stehen die Norweger wohl noch vor den Deutschen. Wehe dem wenn es irgendwo was gibt!  Geld scheint hier nicht so das Problem zu sein. Alle halbe Stunde kam ein Sekuritas Mann vorbei und hat die Kassen geleert. Es passten keine Scheine mehr rein. Die Preise für Bier und Wein wollt ihr gar nicht wissen. Es ist in Norwegen auch nicht üblich sich über die hohen Preise aufzuregen.

Während sich meine Frau also am Bierstand austobte, ließ ich die ganze Sache doch etwas ruhiger angehen. Ich war an meiner Brücke und versuchte fürs Mittagessen zu sorgen. Tatsächlich fand auch ein Dorsch sowie ein Schellfisch den Weg übers Geländer.

Mein gestriger Arbeitstag verlief recht entspannt. Die halbe Belegschaft war am Tag zuvor auf dem Konzert und nahm sich den Freitag frei.

Es freut mich für Judith das sie endlich mal rauskommt. Was mich an der Sache doch etwas stört ist die Tatsache das wir jetzt wieder genau entgegengesetzt arbeiten. Wer denkt: Ist doch toll, kann man sich wenigstens nicht streiten, liegt hier definitiv falsch. Es ist nun 11 Uhr an “meinem” freiem Tag. Ich habe meine Frau endlich aus dem Bett bekommen. Da heute Einkaufen und andere Erledigungen anstehen, ärgert es mich immer wenn wir erst so spät los kommen. Deshalb auch der Tagebucheintrag.

Am Schluss stelle ich mir die Frage ob ich die Zeit, die ich in meinem gesamten Eheleben mit warten verbracht habe, wohl am Ende als Gutschrift erhalte?! Nach dem Motto: Das waren jetzt 3 Jahre 6 Monate und 13 Tage, viel Spaß beim Angeln oder Golfen!

Ein etwas mürrischer Blick trifft mich grade. Mit Jacke an und Hund an der Leine wartet meine Frau im Türbogen darauf das wir endlich loskönnen. Ob sie sich manchmal selbige Frage stellt?!

In diesem Sinne wünsche ich Euch ein schönes Wochenende.

Bleibt uns treu und empfehlt uns weiter!

Gruß

Karsten



Neues Design
Donnerstag, 18. Juni 2009, 19:48
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Hallo Leute!

Wie dem aufmerksamen Leser aufgefallen sein sollte, hat sich die Seite etwas geändert. Die Sartseite hat eine neue Einleitung bekommen, da ich die alte doch etwas abgegriffen fand. Zudem heißt das Gästebuch nicht mehr Gästebuch, sondern Pinnwand. Fand ich a) zutreffender und b) soll es eine Einladung an alle sein, die zwar immer lesen aber nie was da lassen. 

Ansonsten ändert sich aber nichts und es bleibt alles beim alten.

Gut das morgen Freitag ist. Diese Woche scheint kein Ende nehmen zu wollen. Ich bin Hundemüde und kann echt mal zwei freie Tage mit Angeln und Bootfahren vertragen.

Auf der Arbeit ging es darum den Hof etwas auf Hochglanz zu bringen. Somit war ich viel draußen und habe wahrscheinlich zu viel frische Luft abbekommen. Das Wetter meinte es die letzte Woche zudem gut und wir hatten hier massig Sonne. Zwar immer begleitet von Wind aber fürs Gemüt und die Hautfarbe genau das Richtige. Was ich da von Deutschland gehört habe…

Judith ist grade bei Ihrem ersten Job. In Haugesund ist Rockfest. Heute Abend ist Elton John zu Gast und Judith darf Tickets abreißen, Bier zapfen, Leute aus der Menge ziehen oder was weiß ich. Da der Kartenpreis bei guten 100 € lag, hab ich mir das Spektakel einfach mal verkniffen. Sie bekommt jetzt noch Geld dafür das sie da ist. Außerdem muß ich morgen wieder arbeiten und der Wecker schellt für gewöhnlich recht pünktlich.

Ich hoffe einfach mal das der letzte Bericht auf dieser Seite gefallen gefunden hat. Wir haben uns dazu entschieden das jetzt zur Tradition werden zu lassen.

Was gibt es sonst Neues?

Habe ich schon erwähnt das in Norwegen alles langsamer abläuft?! Judith hat ihre Aufenthaltsgenehmigung immer noch nicht. Der guten Frau bei der Polizei zu Folge kann das wohl noch etwas dauern. Haben den Antrag ja auch erst anfang Mai gestellt. Wollen mal nicht hetzen. Ähnlich sieht es mit der Steuerkarte aus. Eigentlich wollten wir warten bis die Genehmigung da ist. Macht es um einiges einfacher was die Nummern hier anbelangt. Ihr einnert Euch sicher. Jetzt da Judith aber ein Gelegenheitsjob hat und ohne Steuerkarte 50 % Abzüge bekommt, mußten wir schnell werden. Da der Norweger gegen schnell aber irgendwie allergisch zu sein scheint, dauert das jetzt auch wieder gute 2 Wochen.

Ansonsten hagelt es hier Absagen auf die Bewerbungen die Judith geschrieben hat und immer noch fleißig schreibt. An dieser Stelle muß ich einfach mal erwähnen was für ein verdammtes Glück ich doch gehabt haben muß! Diese Prozedur hat bei mir grade mal einen Vormittag gedauert.

Ich bin also sehr mit Motivation und Trösten beschäftigt. Zudem hätte unser Drucker gestern fast den Weg durchs Fenster gefunden. Durchs geschlossene versteht sich. Auch er hat Glück gehabt. Hätte er auch Heute den Dienst verweigert, der Fensterbauer hätte ein Geschäft machen können.

Dafür das ich eigentlich nur kurz Bescheid geben wollte das sich etwas am Design geändert hat, ist es doch wieder lang geworden.

Danke für Euer Interesse und den Support. Bleibt uns treu und empfehlt uns weiter.

Gruß

Karsten



Ein Hering und ein verlorener halber Meter…
Montag, 15. Juni 2009, 19:44
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Hallo Freunde!

Die Sommerzeit steht an und das heißt in unserem Fall: Besuchszeit.

Wir haben uns gedacht, dass wir eine neue Tradition eröffnen. Jeder, der uns besuchen kommt, darf sich auch hier verewigen. Wenn er denn möchte. Ich mache also die Bühne frei für zwei, die wollten und wünsche viel Spaß beim Lesen. Mehr von uns in Kürze. Bis dahin.

Vorhang auf!

Hallo heute mal von unbekannter Seite. Antje und Christina melden sich
nach einem viertägigen Kurzurlaub bei Karsten, Judith und Henry vom
Flughaufen Haugesund und von der A1 Richtung Ruhrgebiet.

Tja, was sollen wir sagen, ES WAR GROSSARTIG!

Der Abholservice Mittwoch am Flughafen war noch ein wenig
desorientiert. Aber wer von den Beiden konnte auch ahnen, dass die
wild gestikulierende Frau vor dem Taxistand draußen, Christina war.
Wir kannten sie ja auch nicht. H1N1 auch in Norwegen?!?

Bereits im Landeanflug setzte ein atemberaubender Kulturflash ein, der
uns bis heute ein Grinsen ins Gesicht zaubert.

Henry begrüßte uns ausgiebig. Der Einen gefiel es mehr, der Anderen
nun ja…
Zum Abendessen kamen wir von einem Boah (selbst gefangener Fisch mit
Zitronenpfeffer) ins nächste Boah, großartig! als der Teller mit
Meeresfrüchten auf den Tisch gezaubert wurde. Karsten und Judith
konnten wir ebenfalls ein doppeltes Boah entlocken, als wir die von
ihnen schmerzhaft entbehrten Mitbringsel, in Form von Schoki und
Salami (die mit der weißen Haut!!), übergaben. Den
Verdauungsspaziergang in der Abenddämmerung, ok sind wir ehrlich, die
setzte erst um 0.30 Uhr ein, nutzten wir als Warm-up für unsere
Kameras. Im Laufe der nächsten 3 Tage sollten 639 Bilder folgen.
Karsten und Judith ahnten da noch nicht, dass ihre fantastische
Organisation dadurch ein wenig durcheinander gewirbelt werden sollte.
Und Briefkästen kann man nicht genug fotografieren.
Wir hoffen deine Einwohnerzählung anhand der Briefkästen war erfolgreich, Antje?

Nach einer angenehmen Nacht im Gästebereich begaben wir uns mit Judith
zum Sightseeing in die nähere Umgebung. Karsten musste arbeiten. Das
geplante Programm durfte von Judith immer wieder aufs Neue unseren
Bedürfnissen angepaßt werden. Der Besuch der malerischen Kirche fiel
beispielsweise dem Stadion des FK Haugesunds zum Opfer.
Für manche eben auch eine Art Religion.. Selbst im
Parkhaus fanden wir attraktive Motive, die Judith kopfschüttelnd
Karsten unsere verspätete Ankunft auf seiner Arbeit simsen ließen. Mit
ihm ging es auf zum nächsten Highlight unseres Trips: Angeln an seiner
Brücke. Der Wind verhieß nichts Gutes, was uns aber bezüglich unserer
Fangquote wenig beeindruckte. Mehrere Pollacks und Seelachse, sowie
ein für diese Jahreszeit äußerst ungewöhnlicher Hering ebenso wie ein
von uns auf annähernd 70 cm geschätzter Pollack, bissen an. Leider
machte sich dieser auf halber Höhe der Brücke noch vom Haken. Egal,
beseelt waren wir allemal. Übrigens befinden sich die von Christina
unter Karstens großartiger Anleitung ausgenommenen und filetierten
Fische zur Zeit tiefgefroren in unserem Schlafsack auf dem Heimweg in
den Ruhrpott. Abgerundet wurde der Abend mit einer ersten Diashow der
bisherigen Bilder und in Christinas Fall noch mit einigen Fragebögen
zur theoretischen Motarradführerscheinprüfung am Montag.

Das Wetter verhieß weiterhin Gutes, so dass eine weitere
großartige Norgeattraktion von uns in Angriff genommen werden
konnte. Nach 3,5 Stunden Fahrt und 2 knapp verpassten Fähren (bei
einer immerhin entschädigt durch eine Kelly Bundy als Truckerin) war
unsere Reisegruppe, inklusive Henry, amParkplatz des Preikestolens
angekommen. Nach den ersten 100 m Anstieg gingen die Männer
entschlossenen Schrittes voran, während wir japsend an dem Erfolg der
Expedition zweifelten und die ersten Lagen unseres Zwiebellooks fallen
ließen. Es folgten atemberaubende Landschaften, die häufig
fotografische Stopps provozierten. Von Aktfotos hatte ich gar nichts mitbekommen?!
Nach 2,5 Stunden wandern, klettern und staunen, erreichten wir unser Ziel.
Henry wurde wegen seines beispiellosen Einsatzes von Christina zum ersten Mops auf dem
Preikestolen und als Henry I. gekrönt. Auf dem Rückweg durfte er dann
Karstens Rucksack in Anspruch nehmen. Der fantastische Ausblick auf
dem Preikestolen wurde durch die von Karsten organisierte Sonne noch
beeindruckender. Einzig der bestellte Hubschrauber für den Abstieg
wollte nicht landen… Offen blieb am Ende die Frage: Ist schubsen Mord?
Nach anstrengenden und ereignisreichen 13 Stunden, mit 4 jeweils knapp
verpassten Fähren, fielen wir beseelt und platt nachts ins Bett.
Und für Kelly Bundy würde ich es sogar nochmal tun.

Nach dem entspannten Frühstück am Samstag mussten vor dem Abflug die
Prioritäten klar gesetzt werden. Sorry Leute, aber Zitronenpfeffer
für unseren Fang statt Postkarten…

Am Ende blieben nur wenige Fragen offen: War das nun ein Sund oder ein
Fjord? Ist schubsen Mord? Wie in aller Welt habt ihr die Sonne zum
Preikestolen und die Fische an unsere Angeln gelockt?

Mit einem fröhlichen Mooke, Takk, Waschogu, Uschluu, Hondsope und
Pölser verabschieden wir uns hier. Danke vielmals für beeindruckende,
großartige Tage!

Hadde Euch allen und bleibt ihnen aber so was von treu!!!!

Antje und Christina

Und Tusch! Schön, dass ihr da ward!

Hier sind noch ein paar der insgesamt wieviel Bilder nochmal?!

Ist was Großes dran?

Bild 1 von 11

 



Jungfernfahrt
Sonntag, 7. Juni 2009, 10:05
Abgelegt unter: Tagebuch

Wie jedes Baby, das neu geboren wird, im Bekanntenkreis erst mal kräftig zum Pinkeln gebracht werden muß, so hat jedes Boot eine Jungfernfahrt. Die von unserem ist zwar schon einige Jahre her, da aber lediglich die Bauweise an das alte Boot erinnert und der Rest neu daher kommt, nenne ich unseren gestrigen Ausflug einfach mal so.

Es läuft und läuft und läuft…. Einfach toll der Motor. Wellen die von der Seite kommen sind nach wie vor nicht so sein Ding. Von vorne oder hinten jedoch kaum spürbar. Er scheint vom Rumpf her fester zu sein und läßt sich um einiges besser Navigieren.

Bei aller Euphorie zeigt das Boot immer noch seine Schwachstellen. Der Auspuff ist etwas wackelig, durch die Kühlung , die jetzt wieder funktioniert, kommt etwas Wasser ins Boot und auch die Lenkung meinte sich gestern verabschieden zu müssen. Alles Kleinigkeiten, wenn man bedenkt, wie das Boot vorher aussah.

Die Kühlung des Motors war, glaube ich, das Unglaublichste, was ich an diesem Boot gesehen habe. Sie funktionierte die letzten 20 Jahre nicht. Das Sieb am Bootsrumpf war jedenfalls so dicht, das es unmöglich gewesen wäre dadurch auch nur einen Tropfen Wasser zu ziehen. Zudem war das Ventil zugedreht. Der Vorbesitzer hat wohl gemerkt, dass mit offenem Ventil etwas Wasser ins Boot kommt. Und anstatt den Auspuff zu reparieren (diese Art von Motoren wirft das Kühlwasser über den Auspuff raus) wurde einfach mal das Ventil zugedreht.

Das hatte allerdings zur Folge, dass beim ersten Starten mit funktionierender Kühlung mächtig viel Dreck mitkam. Hätte Greenpeace das gesehen, eine Kampangne mit der Rainbow Warrior II wäre das Mindeste gewesen.

Zudem haben wir gestern einer Fischfarm einen Besuch abgestattet. Wir sahen, dass dort ein Arbeitsboot lag. Dieses wollten wir für unsere Zwecke gewinnen. Boje setzen, ihre erinnert Euch. Der gute Mann sagte für heute morgen um 10 Uhr zu. Bis jetzt habe ich noch keinen Anruf bekommen, dass alles funktioniert hat. Ich hoffe einfach mal.

Großes Lob an dieser Stelle an unseren Hund. Er ist ein richtigr Bootshund. Er wird nicht seekrank und verhält sich auch sonst recht friedlich. Selbst der Schellfisch, der gestern seinen Weg über die Bordwand gefunden hat, konnte ihm kein Bellen entlocken. Wo er doch sonst immer anschlägt, wenn irgendetwas klingelt :-)

Unser Tag wird heute so aussehen, dass wir gleich beim Vermieter im Restaurant zu Mittag essen werden und danach zum Mopstreffen gehen. Irgendwie muß man ja mit den Norwegern in Kontakt kommen.

Am Ende sollte ich noch kurz erwähnen, dass der Bericht sehr wohl von mir verfasst wurde. Für die Rechtschreibung war jedoch meine Frau zuständig. Ihr seht, wir schreiben also zusammen.

Ich wünsche Euch einen guten Start in die nächste Woche.

Bleibt uns treu, empfehlt uns weiter und bis zum nächsten Mal.

Har det bra, vi snakkes

Hilsen

Karsten, Judith og Henry

P.S: Der Punkt, den ich das letzte Mal mit meiner Planung angesprochen habe, lautet: T-Shirts. Lasst Euch also überraschen, was da auf Euch zukommt. Wie gesagt, ich bin noch in der Planungsphase.



Go`helg!
Freitag, 5. Juni 2009, 15:18
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(Schönes Wochenende)

Hallo liebe Freunde meiner Darbietung!

Es ist Freitag. Eine weitere Woche geht dem Ende zu und wie immer die Frage: Was gibt es Neues?

Fangen wir mal bei Judith an. Wir schreiben recht viele Bewerbungen (søknad) auf alle möglichen Stellen. Die Ausbeute ist aber eher gering. Nicht zu sagen niederschmetternd. Die Finanzkrise ist auch in Norwegen angekommen. Das merkt man nicht nur an den Autofähren, die direkt vor der Kriche , die ihr im Kopf der Seite findet, geparkt wurden. Nein, auch der Stellenmarkt lässt gehörig zu wünschen übrig. Zumindest auf dem Sektor in dem wir suchen.

Wenn Zeitung und Internet nichts hergeben muß man halt etwas Klinkenputzen. Ich war doch recht überrascht, als mir Judith erzählte, dass sie heute die Initiative ergriffen hat und in der Stadt rumgefragt hat. Hörte sich sehr vielversprechend an. Nun ja, wir warten mal ob ein Anruf kommt. Ich hoffe es. Nicht für die Haushaltskasse, sondern vielmehr für meine Frau. Es geht ihr nicht besonders gut mit der Tatsache, dass sie arbeitslos ist. Sie muß raus, unter Leute kommen und ihre Sprachkenntnisse weiter ausbauen.

Bei mir ist alles beim alten.

Ich habe eine Ankerkette für unser Boot gekauft. Diese kommt, wie beschrieben, in den Fjord und man wird sie wohl nie wieder zu Gesicht bekommen. Wenn man jetzt die Tatsache bedenkt, dass das Ding gute 90 €uro gekostet hat…

Im Moment trete ich etwas auf der Stelle. Sprachtechnisch gesehen. Irgendwie sehe ich keinen Fortschritt in meinem Vokabular. Habe zwar andere Rückmeldungen bekommen aber Gefühle sind halt subjektiv.

Wir gehen am Sonntag auf ein Mopstreffen. Meine Frau freut sich schon seit 2 Wochen ein Bein ab. Ich finde es ganz nett und dem Hauptakteur scheint es ziemlich egal zu sein. 

Nach 4 Tagen mit Sturmähnlichen Windboen hat sich das Wetter etwas gelegt. Die Orientierungsboje die wir gesetzt hatten, hat es aber leider mitgenommen. Keine Spur mehr von ihr zu sehen. Unser Ankereimer hatte geschätzte 15 Kg Steine in sich, die mit einem Netz gesichert waren. Ihr könnt Euch demnach mal versuchen, ein Bild über die hier vorherrschenden Naturgewalten zu machen. 

Wir fahren morgen mal wieder zum Boot. Erwähnte ich eigentlich schon, dass dieses gute 60 km von hier entfernt liegt. In Deutschland undenkbar, hier jedoch eine ganz normale Entfernung. Es gibt hier Leute, die morgens 45 Minuten mit dem Auto zur Arbeit fahren. Bei norwegischen Straßenverhältnissen zwischen 40 und 50 km.Im Ruhrgebiet sind das geschätzte 15 km Stadt oder im Berufsverkehr 3 km auf der Autobahn. Wir haben auf dem Weg genau eine Ampel und die steht hier in Haugesund. Der Rest besteht aus Fjell, Feldern, Wald und Wasser. Ich freue mich jedes mal, wenn wir die Strecke fahren. War es doch in der Vergangenheit der letzte Abschnitt unserer Urlaubsreise. Es berührt mich immer wieder, wenn ich diese Kontraste hier sehe. Knallblaue Fjorde, Schneefelder auf den Bergen und blühende Obstbäume. Einfach unbeschreibliche Anblicke, die sich nach jeder Kurve versuchen zu übertreffen. Ich weiß warum ich hier bin.

Mit diesen Bildern, die ich hoffendlich bei Euch im Kopf erzeugen konnte, schicke ich Euch nun ins Wochenende.

Bleibt uns treu und schaut auch das nächste Mal wieder rein. Ich bin da mal wieder was am planen dran. Laßt Euch überraschen.

In diesem Sinne

Gruß

Karsten, Judith und Henry



Stapellauf
Dienstag, 2. Juni 2009, 17:01
Abgelegt unter: Tagebuch

Hallo liebe Freunde!

Es ist vollbracht. Unser Boot schwimmt wieder.  Nicht mit einer, nicht mit zwei, nein gleich mit drei Farben auf seinem frisch aufgemotzten Rumpf. Wir haben uns einstimmig für Rot, Weiß und Blau entschieden.

Bis es soweit war, kostete es Zeit , Nerven und ne Menge Geld. Aber ich denke, es hat sich gelohnt. Fotos gibts wie immer unten oder in der Bildergalerie.

Kurz vor Schluss gab es noch die obligatorischen Pannen. Zu wenig Wasser im Hafenbecken, ein Hängebleiben am Slipwagen und ein Aufsetzen des Ruders rundeten die ganze Sache ab und gaben ihr zum Schluss noch mal den nötigen Feinschliff. Am eigentlichen Bestimmungsort liegt das Boot noch nicht. Dazu muß erst noch ein Betonklotz ins Wasser, an dem dann eine Kette, ein Seil und eine Boje befestigt werden müssen. Erst dann kann er quasi nach Hause gebracht werden. Jungfernfahrt steht also noch aus.

Gestern haben wir die Stelle für die Boje ausgelotet. Sagen wir mal so, einfach war was anderes. Mit zwei Seilen vom Ufer und einem 10 Ps Motor am Boot, der die ganze Zeit auf viertel Gas lief, war es uns möglich unsere Position zu halten und mit unserem Lot ( Eimer voller Steine und langes Seil) eine Orientierungsboje zu setzen. Dort muß dann besagter Betonklotz platziert werden. Da dieser Geschätzte 250 Kg wiegt, muss er mit einer Winde runtergelassen werden. Hierzu muß ein Arbeitsboot ran. Da gegenüber eine Fischfarm ist und die ständig Arbeitsboote dort haben, sollte auch das kein all zu großes Problem darstellen. Ohne Beziehungen läuft hier in dem Land nichts!

An dieser Stelle sollte ich erwähnen, dass Judith und Henry einen neuen Verehrer haben. Den Besitzer der Slipanlage. Jens! Ständig besoffen wie, ach was weiß ich wie besoffen der war, aber ein herzensguter Kerl. Norwegisches Original hat für mich nun ein Gesicht. Er nahm abends einfach mal den Hund mit zu sich nach Hause, parkte sein Boot in einem Tempo ein, wie Schumi in den besten Zeiten seinen Ferrari nicht, und das alles mit mindestens 2 Promille. Ohne die wäre ihm das wahrscheinlich nicht gelungen.

Heute ist der große Tag der Serien auf unserem Laptop. Wir machen mal nichts. Ist zwar auch wieder gelogen, weil wir schon einkaufen waren und ich nun diesen Bericht schreibe, aber danach ist Feierabend. Versprochen! Soll man nicht meinen aber das ganze Rumgehampel setzt einem doch ganz schön zu. Die letzten Tage hatten irgendwie 18 Arbeitsstunden. Meine Frau hat sich heute mal wieder selbst  im lange schlafen übertroffen. Genaue Uhrzeiten darf ich hier aber nicht Preis geben. Sagen wir es mal so, ich hatte derweil schon mehr als die halbe Schicht rum. Mit müden Fingern und ein paar Eindrücken unseres Schaffens verabschiede ich mich nun auch von Euch.

Bleibt uns treu, empfehlt uns weiter und schaut auch das nächste Mal wieder rein. Eins garantiere ich Euch: Langweilig wird es hier nicht.

In diesem Sinne

Har det bra, vi snakkes og mange hilser fra Norge

Karsten , Judith og Henry

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