Andilikeitilikeitilikeitilalalalikeit
Samstag, 28. März 2009, 15:12
Abgelegt unter: Tagebuch

Da mich Norwegen heute um 7.30 Uhr mit krass unverschämten Sonnenschein und blauem Himmel aus den Federn geworfen hat, habe ich mich nicht zwei mal bitten lassen aufzustehen.

Kurz das obligatorische Frühstück reingeworfen, Kamera geschnappt und mich angelfein gemacht. Auf dem Weg zu meiner Brücke hab ich dann mal ein paar Stops eingelegt um der Kamera Norwegen von seiner schönsten Seite zu präsentieren. Ob sie das so aufgenommen hat mag ich allerdings bezweifeln da grade Landschaftsaufnahmen wo es um Weite und Wasser geht nicht zu meinen Spezialgebieten der Fotografie zählen. Auch das Einstellen der Blende und des Weitwinkels ist nicht so mein Ding. Außerdem hatte ich noch ne Verabredung mit ein paar Schuppentieren und dann bin ich immer kurz angebunden.

Meine Brücke liegt direkt an der E 39 was zur Folge hat das ruhiges Angeln oftmals anders aussieht. Alle halbe Stunde legt die Fähre die von Stavanger kommt an und dann hat man gut 50 Autos die an einem vorbeirauschen. Manch LKW Fahrer macht sich einen Spaß daraus mal kräftig auf die Hupe zu drücken wenn er an einem vorbeifährt. Gut möglich das ich von hinten aus gesehen eine Frau sein könnte und er mir nur imponieren will. Männer halt.

In der anderen halben Stunde kann man dann einen Liegestuhl auf die Fahrbahn stellen. Man sollte nur die Uhr im Auge behalten.

Ich mußte zu der Erkentnis kommen das die Heringe weg sind. Und zwar Restlos. Wo ich vor 2 Wochen noch das Angeln auf Grund von zu viel Fisch einstellen mußte, weil wer soll die ganze Sch…. fressen?!, war heute kein einziger Silberling da, der sich an den Haken verirrt hat.

In der Zeitung stand das dieses Jahr gut 20.000 Tonnen Hering hier aus der Region gefischt wurden. Respekt. Wer jetzt an Kahlschlag in Sachen Fischbestände denkt oder sich nach Quoten fragt, dem kann ich sagen das ich selbiges gedacht habe. Bei einem Gespräch mit meinem Chef kam aber ein ganz anderer Punkt auf den Tisch den ich bis dahin noch nicht gesehen hatte. Er erklärte mir das ein derartig großes Fischvorkommen die letzten 60 Jahre nicht da war. Zudem ist es so das die abermillionen Tierchen zum Ablaichen herkommen. Bei einer derartigen Anzahl von laichenden Fischen gibt es stellenweise Abschnitte auf dem Meeresboden die bis zu einem halbem Meter hoch mit Laich bedeckt sind. Da wird nicht viel Fisch von. Das meiste verrottet und zieht somit die ganze Flora und Fauna da unten in Mitleidenschaft. Haben wir wieder was dazu gelernt.

Das meine Frau hier nicht schreibt könnte an ihrer Vorbereitungsphase liegen. Ich denke sie hat allerhand zu tun und außerdem, was gibt es schon Neues von Zuhause?! Wenn man wie Sie den ganzen Tag drin verbringt auf Grund von kaputtem Fuß passiert auch nicht all zu viel  was erwähnenswert wäre. Ich glaube aber schon das sie einen kurzen Eintrag zustande bekommen würde. Vielleicht mal nett übers Gästebuch auffordern oder so.

Ich häng Euch jetzt noch ein paar Fotos dran bevor ich mich meiner neuen Leidenschaft, dem Nichtstuen, aufopferungsvoll hingeben werde.

Schönes Wochenende und legt die Beine hoch. Die nächste Woche kommt ganz bestimmt.

Bleibt mir treu!

Karsten









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