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Beim heutigen Blick auf den Kalender ist mir klar geworden wie lange ich eigentlich schon hier bin. Fragt mich jemand so würde ich sagen, gefühlte drei Wochen. Vielleicht etwas mehr. Es ist aber tatsächlich gut das Doppelte.
Ich werde an dieser Stelle nicht anfangen und erste Striche unter irgendwelche Rechnungen machen. Dafür ist es denke ich noch ein bißchen früh. Da sich der Fischfang in den letzten Tagen doch erheblich gebessert hat, weiß ich im Moment so gar nicht was ich Euch schreiben soll. Schade muß ich eigentlich sagen. Jetzt fehlt mir ne Aufgabe.
Die heutigen Gespräche auf der Arbeit drehten sich rund ums Thema Geld. Ich glaube der norwegische Staat sowie alle ansäßigen Unternehmen denken das die Bürger Geld wie Dreck haben müssen. Im Ländervergleich würde, so denke ich, in Deutschland die Anarchie ausbrechen. Die Bildzeitung würde sich überschlagen und Aufkleber drucken lassen die in ihrer Vielfalt an Sammelbilder von Panini erinnern würden. Ich zähl mal ein paar Beispiele auf die Euch vor Augen führen sollen das man hier sehr wohl etwas mehr verdient, im Vergleich zu Deutschland jedoch Kosten hat mit denen man so, auf den ersten Blick nicht rechnet.
Thema Maut: In Deutschland nur für Lkw´s, hier auch für Autos. Fährt man von einer Kommune in die nächste heißt es zahlen! Nicht viel, aber das liebe Kleinvieh macht ja bekanntlich auch Dreck. Je nach dem wie viel Geld man locker hat kann man auch vorab bezahlen und sich so gute Prozente sichern. Macht die ganze Sache etwas erträglicher. Das schöne an der Geschichte ist, das zum Beispiel bei Tunneln die Maut ab einem bestimmten Punkt wegfällt. Und zwar wenn die Kosten die beim Bau des Tunnels entstanden sind, wieder reingeholt wurden. Dann werden die kleinen Zahlhäuschen abgebaut (oder auch nicht) und die Durchfahrt ist kostenlos.
Steuern: Ich weiß nicht für was ich alles Steuern bezahle. Ich weiß nur das auf meinem Gehaltszettel gut 30 % meines Lohns an Steuern draufgehen. Aufgeschlüsselt ist da nichts. Anders als in Deutschland wo genau steht was man nicht alles an die Kirche, Rente oder sonst für Institutionen gezahlt hat.
Krankheit: Ganz übles Thema. Wie gesagt gut 200 € sind erst mal aus eigener Tasche zu bezahlen. Danach zahlt der Staat. Aber nur beim Hausarzt. Die Rechnung beim Zahnarzt geht immer aus der eigenen Tasche über den Tresen. Wie das mit anderen Fachärzten ist weiß ich nicht so genau. Denke aber selbiges wie beim Zahnarzt. Dafür kostet es aber nichts wenn man im Krankenhaus liegt. Heißt also, wenn ich mir weh tue dann aber bitteschön richtig.
Auto: Ganz spaßige Angelegenheit. Eine Handwerkerstunde in der Werkstatt kostet um die 110 €. Beim Fachhändler des Vertrauens kann es noch mal 50 € die Stunde teurer werden. Ich erwähnte mal so nebenbei das ich nicht vorhatte was mit dem Mechaniker anzufangen und das er auch nicht Nackt mein Auto wieder zusammenflicken soll. Das erklärt so einiges. Hier fahren teilweise Autos durch die Gegend…. Ganz großer Sport ist es auch für Dienstleistungen zu kassieren die gar nicht erbracht worden sind. Mir wurde nahe gelegt zum Fachhändler zu gehen.
Bei den ganzen Sachen sollte man es sich gut drei Mal überlegen ob man hier hoch will oder nicht. Was meinen Teil betrifft bin ich nach wie vor der Meinung das es genau das Richtige war. Ich genieße die Ruhe, das Meer als Nachbar und die vielen großartigen Natureindrücke die man hier quasi im vorbeifahren und hinter jeden Ecke neu bekommt.
Ich weiß nicht was Ihr jetzt grade macht. Ich träume mich auf jeden Fall noch ein wenig selbst bevor dann morgen der Wecker wieder geht und mich erinnert das ich doch nicht bloß zu fest geschlafen habe sondern mitten drin bin in meiner ganz eigenen Vorstellung zum Thema Glückseeligkeit.
Bleibt mir treu und, ach Ihr wisst ja was ihr zu tun habt. Das Übliche Ihr kennt das ja.
Gruß
Karsten