Abgelegt unter: Tagebuch
Hallo meine Lieben!
Wie ich zurückgemeldet bekommen und Euren Gästebucheinträgen entnommen habe, waren die letzten zwei Berichte doch etwas auf der sentimentalen Spur oder sind zumindest so angekommen.
Das ist nicht meine Absicht. Ich möchte Euch hier nichts von meiner Gefühlsduselei aufzwingen. Es ist nun mal so das es solche und solche Momente gibt. Wie ich im Willkommensgruß auf der Startseite schon mitgeteilt habe, seid ihr dazu eingeladen mit uns auf hohen Wellen zu reiten und tiefe Täler zu durchschreiten. Ich möchte hier nichts beschönigen. Ich lasse auch nichts aus was unangenehm werden könnte. Alles was ich möchte, ist authentisch bei Euch ankommen.
Es ist nicht die Einsamkeit die mein Leben bestimmt. Wer das geglaubt hat kennt mich nicht wirklich. Die Wahrheit ist das ich jeden Morgen mit einem Grinsen wach werde. Es ist dann zwar noch verdammt früh, aber jeder Tag hier bringt so viel neues mit sich. Ich lerne hier so unglaublich viel das ich es gar nicht in Worte fassen kann und Routine ist im Moment noch sehr weit weg und soll es auch erst mal bleiben. Neue Arbeit, neue Sprache, neue Menschen etc.
Ich bin meist der erste der auf der Arbeit ankommt. Wenn ich dann aus dem Auto aussteige und ein paar Schritte an der Mole entlang gehe, das Salz in der Luft rieche und langsam merke wie das Land aus der Dunkelheit erwacht, geht es mir gut. Aus dem Fenster schaue ich direkt auf den Sund. Egal in welcher Halle ich grade arbeite. Ich kann dort die Schiffe beobachten die vorbei fahren oder zusehen wie die Möwen geschäftig ihrem Treiben nachgehen. Bei Sonnenschein färbt sich das Wasser in ein dunkles Blau. Die grauen Felsen auf der einen und die grünen Wiesen auf der anderen Seite des Sundes, liegen so still und ruhig da, manchmal glaube ich das es den Frieden auf Erden wirklich gibt. Es ist die Ruhe hier die mir so sehr gefällt. Die Mentalität der Leute ist eine ganz andere als in Deutschland. Streß scheint hier ein Fremdwort zu sein. Was nicht heißen soll das hier nicht gearbeitet wird. Das wird es sicherlich und manchmal auch nicht zu knapp. Die Einstellung ist jedoch eine andere.
Wenn ich dann um 15 Uhr Feierabend habe, ist auch Feierabend und ich kann mir sicher sein das vor morgen früh um 7 Uhr die Arbeit ruht. Ich kann zum Strand fahren wann immer ich es möchte. Zugegeben, bei den Temperaturen und den Wetterbedingungen der letzten Woche nicht wirklich ein Spaß, aber ich liebe das Meer und habe immer davon geträumt dort zu wohnen.
All das was ich Euch grade schreibe habe ich in Deutschland immer mit dem Satz: Lass mich fliegen schöne Sehnsucht beendet. So wirklich verstehen kann mich aber glaube ich nur der, der das mit eigenen Augen gesehen hat.
Daher beende ich diesen Artikel mit folgenden Worten:
Mitleid gibt es um sonst mein Freund, Neid muß man sich verdienen.
In diesem Sinne
Bleibt mir treu!
Gruß
Karsten
P.S: Für die Freunde meiner Darbietung gibt es im nächsten Bericht mal etwas zum anschauen. Ich habe mir etwas Arbeit mit nach Hause genommen und werde Euch mal zeigen was ich den ganzen Tag so zu tun habe. Seid also gespannt!