Feierabend
Mittwoch, 28. Januar 2009, 16:53
Abgelegt unter: Tagebuch

So Freunde! Die erste Schicht ist rum.

Wie immer wenn man was Neues anfängt, ist natürlich alles erst mal Neuland. Ich glaube ich habe da noch ne Menge zu lernen bevor sich mal so etwas wie Routiene einstellen mag. Ich würde nicht von mir behaupten das ich zwei linke Hände habe. Bei einigen Knoten stand ich jedoch da wie der Sprichwörtliche Ochs vorm Berg.

Ein großes Kompliment an meine Arbeitskollegen. Ich kann mir vorstellen das es ziemlich nervig sein kann, dem Neuen alles 5 mal erklären zu müssen. Wenn der beim 5ten mal aber immer noch guckt wie Auto, weil er die Sprache einfach noch nicht so drauf hat, zeigt sich wer Gedult hat und wer nicht. Ich wäre glaube ich schon so manches Mal ziemlich nervös geworden. Es ist mir fast schon peinlich gewesen so oft nachfragen zu müssen. Irgendwie scheine ich da das größte Problem mit zu haben. Und wenn ich 20 Mal nachfragen würde, bekäme ich am Ende immer noch eine freundliche Antwort. Toll die Nordmänner und natürlich auch Frauen. Ich denke nicht das es an der Vorbereitung mangelte. Mich versteht hier jeder. Das Problem an der Sache ist, dass die hier an der Westküste einen Dialekt sprechen, der viele Worte einfach anders klingen läßt. Da muss sich mein Gehör erst noch dran gewöhnen.

Ich habe heute zum ersten Mal Post bekommen! Die Polizei schrieb mir. Meine Aufenthaltsgenehmigung lag auch mit bei. Ich darf mich jetzt ganz legal die nächsten 5 Jahre in Norwegen aufhalten, arbeiten und was man hier sonst noch so darf. Somit ist auch der Weg geebnet für meine P-Nummer.

Für alle die es noch nicht wissen: Die P-Nummer ist hier so etwas wie der heilige Gral. Wer die nicht hat ist kein vollständiges Mitglied der Gesellschaft. Ohne die Nummer bist du hier niemand. Die brauchst du für so gut wie alles. Konto, Steuerkarte, Versicherung etc.

Meine Lehrerin hat mich allein gelassen. Sie besucht eine Freundin auf Bömlo. Das Wetter ist heute alles, nur nicht schön. Es regnet schon den ganzen Tag.

So übe ich schon mal das allein sein weit weg von Familie und Freunden.

Bleibt mir treu!

Gruß

Karsten









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